Extended 09.01.2010  
Road to San Juan (3)
von Florian Reiter
19 Kommentare  
Das deutsche Büro von Wizards of the Coast gibt sich zwar alle Mühe, diesen Fakt geschickt zu verschleiern, aber lasst euch davon nicht irritieren: Die Extended-Saison ist im vollen Gange. Daher bin ich im Moment auch ständig am Switchen zwischen dem wahrscheinlich sicksten Musik-Video of all time (of all time! {aka bis nächste Woche -- EB}) und dem DeckCheck, um in Sachen 1.x auf dem Laufenden zu bleiben.

Denn letzte Woche fanden bereits die ersten PTQs auf Magic Online statt, und die Resultate waren durchaus überraschend. Es wird interessant zu sehen sein, inwieweit das Online-Metagame das Metagame „im echten Leben“ beeinflussen wird und umgekehrt. Holzi hat ja schon ein bisschen was zum ersten PTQ geschrieben, und ich will eigentlich nichts wiederholen, was er schon gesagt hat. Nur so viel:
 

Das Doran-Deck gefällt mir wirklich gut, zumindest in dem Maße, in dem mir ein Doran-Deck gefallen kann. Das grundlegende Problem, das dieses Deck hat: Es tauscht beinahe exklusiv auf einer reinen 1:1-Basis. Die Möglichkeiten, sich Kartenvorteil zu verschaffen, sind auf Dark Confidant und das random Profane Command beschränkt, und ich weiß nicht, ob ich mich mit einer so „fairen“ Liste in diesem Extended-Format wohlfühlen würde.

Doran versucht also – im Gegensatz zu den alten Rock-Decks, die mit Genesis oder ähnlichen Späßen gewonnen haben – alleine über die schiere Qualität der Einzelkarten zu gewinnen. Das Deck spielt die fünf besten grünen Kreaturen des Formats, dazu den besten Discard des Formats (Thoughtseize und Duress), eine der besten random „I win“-Karten der Extended-Geschichte (Umezawa's Jitte) und das beste Spotremoval des Formats (Path to Exile). Maelstrom Pulse und Putrefy sind zwar auch in der Liste enthalten, aber von beiden Karten bin ich kein Fan. Gerade der Pulse ist unglaublich klobig, da er auch noch Sorcery-Speed ist. Mir ist ehrlich gesagt schleierhaft, warum in dieser Liste nicht einfach Bant Charms verwendet wurden. Wir haben ohnehin schon einen Blau-Splash, und Bant Charm bietet einfach enorme Vielseitigkeit, gerade gegen Dark Depths-Token oder böse rote Instants.

Wozu man dem Herren Calcano aber wirklich beglückwünschen muss, ist sein guter Read des Metagames. Ich glaube, dort ist auch der wahre Grund für diesen PTQ-Sieg zu suchen. Er hat korrekt antizipiert, dass viele Spieler aus Budget-Gründen zum Burn-Deck greifen würden, denn Constructed ist auf Magic Online nicht sonderlich beliebt und daher sind die wenigsten Spieler wirklich gut ausgestattet, was Extended-Karten angeht. Calcano hat folgerichtig sein Sideboard mit Burrenton Forge-Tender und Circle of Protection: Red ausgestattet, was ihm unendlich viele Free Wins eingebracht hat, wie ich in einigen Replays gesehen habe. Burrenton Forge-Tender schiebt außerdem noch doppelten Dienst, wenn es gegen Dredge geht, um die lästige Bridge from Below zu bekämpfen.

Ich denke, Doran ist auf alle Fälle eine okaye Wahl für die nächsten PTQs, vor allem, weil das Matchups gegen die ganzen Zoo-Varianten gut sein sollte. Wenn man nicht getestet hat, hat man mit diesem Deck auf jeden Fall einen guten Griff getan, denn im Prinzip spielt es sich nicht anders als ein besonders brokenes Sealed-Deck: Man legt dicke Treter, macht die gegnerischen Treter weg, und gewinnt (hoffentlich). Nur das Sideboard solltet ihr umbauen, denn im echten Leben werdet ihr nicht auf 20 Prozent Burn treffen. Das typische Rock-Problem kann auch diese Liste allerdings nicht lösen.

Ich schätze über Tribal Zoo sollte ich auch kurz sprechen, nachdem das Deck bei beiden PTQs eine überraschend gute Performance hingelegt hat. Das Deck hat in erster Linie davon profitiert, dass der Angstgegner Rubin Zoo nicht besonders oft vertreten war – vermutlich wollten die meisten Spieler keine 160 Tix für Baneslayer Angel ausgeben, wenn sie sich ohnehin schon vier Tarmogoyfs plus unendliche Rare-Länder besorgen müssen, um das Deck zocken zu können. Nur eine Anmerkung noch: Bitte spielt keine Ravenous Trap, wenn ihr Gaddock Teeg im Main habt. Fällt das denn niemandem auf?

Ziemlich überraschend war ja auch, dass Affinity den zweiten Online-PTQ gewinnen konnte. An vielen Stellen ist das Deck nun wieder als Tier-1-Deck hochgejazzt worden, aber mit solchen übereilten Einschätzungen wäre ich vorsichtig.

Affinity
MaindeckVorschauSideboard
3 Blinkmoth Nexus
2 Darksteel Citadel
4 Great Furnace
1 Island
4 Seat of the Synod
4 Vault of Whispers

4 Arcbound Ravager
4 Arcbound Worker
4 Frogmite
4 Master of Etherium
3 Myr Enforcer
4 Ornithopter

3 Chromatic Star
4 Cranial Plating
4 Springleaf Drum
4 Thoughtcast
4 Thoughtseize

4 Duress
3 Pithing Needle
2 Relic of Progenitus
4 Shrapnel Blast
2 Tormod's Crypt


Um mit Affinity erfolgreich sein zu können, müssen zwei Bedingungen erfüllt sein:

      1. Man muss das Deck gut spielen können, und das geht nur über exzessives Testen oder über jahrelange Erfahrung damit.

      2. Die Leute dürfen das Deck nicht auf dem Radar haben.

Affinity hat schon genug mit Karten wie Path to Exile oder Qasali Pridemage zu kämpfen, die in vielen Maindecks anzutreffen sind. Sind dann aber noch Kollegen wie Ancient Grudge, Fracturing Gust oder Kataki, War's Wage am Start, wird es zappenduster. Zumal die Richtung, die das Spiel an sich in den letzten Jahren genommen hat, dem Affinity-Deck nicht unbedingt entgegen gekommen ist. Kreaturen werden immer fetter und können mit den Robotern besser mithalten, was die Größe angeht. Und die Regeländerungen mit M10 haben Arcbound Ravager ganz schön verstümmelt, weil man keine Artefakte mehr mit Damage auf dem Stack opfern kann.

Rygarrygar hat allerdings davon profitiert, dass niemand so richtig auf das Deck vorbereitet war und Artefakthate eher spärlich auftrat. Tatsächlich gab es im zweiten Magic-Online-PTQ ganze zwei Affinity-Decks bei immerhin 179 Spielern. Manche Gegner wussten vermutlich einfach nicht, wie man gegen das Deck spielen muss, was dem Affinity-Mann noch weitere Vorteile verschaffte.

Affinity ist allerdings ein Trick, der nur einmal funktioniert. Die Leute haben das Deck jetzt wieder auf dem Radar und werden fleißig dagegen boarden. Das bedeutet: Ancient Grudge galore und viele Trips nach Frowntown für den Affinity-Spieler. Zur Liste an sich gibt es nicht viel zu sagen, ich denke, das Deck ist hervorragend gebaut. Nur auf die eine Insel komme ich immer noch nicht klar. Ich meine, ich versteh schon, dass man sich damit im Falle von Path to Exile eine Insel suchen kann, was super-tricky und clever ist und so. Nur: Ist das auch gut? Wie oft ist diese extra Insel tatsächlich relevant, in einer Phase des Spiels, in der die meisten eigenen Spells sowieso null Mana kosten sollten? Und will man sich nicht einfach nur erschießen, wenn man diese Insel statt eines Artefaktlandes auf der Starthand hat? Ist es nicht besser, beim gegnerischen Path auszusehen wie ein Idiot und dafür höhere Siegchancen zu haben?

Fragen oder Fragen. Wo wir gerade bei fragwürdigen Angelegenheiten sind – diese Liste aus der Top 8 gehört sicherlich auch dazu:

BRW Aggro :: King Feeble
MaindeckVorschauSideboard
4 Arid Mesa
4 Godless Shrine
4 Marsh Flats
1 Mountain
1 Plains
4 Sacred Foundry
1 Swamp
1 Urborg, Tomb of Yawgmoth

4 Dark Confidant
4 Kitchen Finks
4 Sedge Sliver
4 Sinew Sliver
4 Tidehollow Sculler

4 Chrome Mox
4 Lightning Bolt
4 Lightning Helix
4 Thoughtseize
4 Umezawa's Jitte

3 Duergar Hedge-Mage
3 Duress
3 Ethersworn Canonist
3 Extirpate
3 Terminate


Ich habe immer noch nicht ganz verstanden, was der Plan hinter diesem Deck ist. Ich meine klar, man hat einen Haufen guter Karten, die den Gegner einfach plattmachen können, sofern der Draw stimmt. Aber diese Sliver-Engine?

Acht Sliver wirken für mich so.... inkonsequent. Ich meine, ist Sinew Sliver nicht der schlechteste Typ ever, wenn man keinen Sedge Sliver daneben hat? Selbst zwei Sinew Sliver sind nur so stark wie Wild Nacatl. Irgendwie habe ich den Drang, in dieser Deckliste entweder das Sliver-Theme auszubauen, mit Kandidaten wie Cautery Sliver, Necrotic Sliver, Essence Sliver, Mindlash Sliver, Homing Sliver, Plague Sliver (Ups!), oder aber Sinew Sliver zu cutten und das Subthema einfach zu vergessen. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass Sedge Sliver auch so stark genug ist.

In dieser Liste sind auch einige andere Card Choices enthalten, die mir nicht so ganz klar sind. Vier Jitten im Main sind meines Erachtens klar zu viel und Duergar Hedge Mage ist in diesem Format nur ein Uktabi Orang-Utan und daher nicht besonders aufregend. Aber wer weiß, am Ende hat dieser Typ sich monatelang in einer einsamen Berghütte eingeschlossen, getestet und am Ende ist jede Card Choice super-ausgeteched und begründet. Wenn Interesse besteht, kann ich dieses Deck ja mal ein bisschen testen. Gäbe sicher einen lustigen Artikel für nächste Woche ab

Ich selbst habe auf dem ersten PTQ übrigens das hier gespielt:

Double your Mountains and make 'em stack
MaindeckVorschauSideboard
4 Sakura Tribe-Elder
4 Coiling Oracle
4 Wood Elves
1 Vendilion Clique

4 Scapeshift
4 Remand
3 Cryptic Command
3 Firespout
3 Peer through Depths
3 Echoing Truth
2 Ponder

4 Stomping Ground
4 Steam Vents
4 Misty Rainforest
3 Island
3 Forest
2 Flooded Grove
2 Blood Crypt
2 Valakut, the Molten Pinnacle
1 Overgrown Tomb

4 Leyline of the Void
4 Thoughtseize
3 Extirpate
2 Engineered Explosives
1 Echoing Truth
1 Swamp


Zunächst zu den Dingen, die schlecht an dieser Liste sind: Die random Vendilion Clique im Main ist großer Blödsinn und gehört unbedingt gecuttet. Ich bin auch mit der Manabase noch nicht so ganz glücklich. Cryptic Command verlangt der Manabase einiges ab, was Flooded Grove erforderlich macht, aber mindestens ein Breeding Pool ist wohl notwendig, um mit Wood Elves eine blaue Manaquelle suchen zu können. Das ist aber wirklich schwierig, da man andererseits noch einen Schwarz-Splash (dazu gleich mehr) supporten möchte und gleichzeitig halbwegs abgesichert gegen Blood Moon sein muss, weswegen man beispielsweise kaum an den Misty Rainforests herumcutten kann. Schwierig!
 

Auch am Sideboard könnte man einiges verändern. Vier Leyline of the Void sind wahrscheinlich unnötig, da man mit Sakura-Tribe Elder, Extirpate, Engineered Explosives und Echoing Truth bereits ein annehmbares Dredge-Matchup hat. Eventuell kann man hier ein paar Kopien cutten und dafür andere Matchups besser abdecken mit Karten wie Vendilion Clique, Kitchen Finks, Negate, Ancient Grudge oder Primal Command. Was mir an der Liste ebenfalls nicht gefällt: Null Search for Tomorrow sind auf jeden Fall zu wenig, da bin ich mir mittlerweile recht sicher.

Überhaupt, der Schwarz-Splash. Wir waren ja nicht die einzigen mit dieser Idee. Im Netz kursieren mittlerweile viele Scapeshift-Listen, die einen Schwarz-Splash für Cranial Extraction haben, aber die Links-Rechts-Kombination aus Thoughtseize und Extirpate gefällt mir besser, auch wenn sie mehr Slots verbraucht. Denn dafür sind beide Karten flexibler einsetzbar. Thoughtseize ist als Universal-Antwort gegen Control- und Combo-Decks immer brauchbar, während Extirpate als zusätzlicher Dredge-Hate fungiert.

Im Mirrormatch ist man mit dieser Liste auf alle Fälle vorne. Die meisten Listen vertrauen ja nach dem Boarden auf Bosejiu, Who Shelters All, was einen SB-Plan, der auf mehr Counter vertraut, relativ ineffektiv macht. In meinen Augen ist der Schwarz-Splash darauf die beste Antwort, auch wenn ich schon Listen gesehen habe, die verrückte Dinge mit Shadow of Doubt oder Aven Mindcensor anstellen. Auf dem PTQ habe ich mein Mirrormatch allerdings gegen einen Typen verloren, der einfach vier Flashfreeze und vier Negate geboardet hat. Hm.

Ich bin mir noch nicht sicher, ob Cryptic Command besser ist als Condescend, weil der Command der Manabase doch einiges abverlangt. Aber die sonstigen Vorteile sprechen für ihn. Denn in vielen Matchups ist Cryptic Command tatsächlich billiger als Condescend. Und oben drauf bekommen wir die unübertroffene Flexibilität des blauen Schweizer Taschenmessers. Den Bounce-Modus benutzt man eher selten, weil man ihn am öftesten gegen Gaddock Teeg oder Blood Moon bräuchte, aber es ist gut, die Option darauf zu haben. Wichtiger ist da schon der Fog-Modus in den Aggro-Matchups. „Draw a card“ ist in diesem Deck allerdings ein bisschen schlechter als „Scry 2“, aber das nimmt sich nicht viel.

Das größte Stück Technologie in diesem Deck sind vermutlich die Echoing Truths. Die meisten Listen vertrauen auf Into the Roil oder Repeal, aber ich denke, beide Karten sind Echoing Truth unterlegen. Repeal ist der größte Haufen Müll, weil er in zahlreichen Situationen viel zu teuer ist und nicht mal Gaddock Teeg bouncen kann. Into the Roil ist an sich eine gute Karte, aber mir ist aufgefallen, dass ich die Karte in den allermeisten Fällen ungekickt spielen musste, weil ich für die zusätzlichen 1U oftmals nicht die Ressourcen hatte. Viel zu oft hatte ich nur zwei Mana frei oder ich wollte mir zusätzliches Mana offen halten für Remand oder Peer through Depths. Und dann kann ich auch gleich Echoing Truth nehmen. Denn damit kann man auch gegen Scherze wie Doppel-Blood Moon oder Doppel-Demigod of Revenge von All-In-Red gewinnen sowie ganze Zombie-Armeen vom Dredge-Deck aufhalten. Außerdem ist Echoing Truth besser gegen die Zoo-Decks, weil man dort immer die Option hat, einfach mal zwei Tarmogoyfs oder ähnliches zu bouncen. Der dadurch erzielte Tempovorteil reicht in der Regel locker zum Sieg.

Einige weitere kurze Beobachtungen zu diesem Deck:

    · Firespout und Coiling Oracle sind nicht toll, aber notwendige Übel.
    · Kitchen Finks hingegen sind vermutlich unnötig.
    · Remand ist der beste Counter im Deck und weniger als vier Stück sind ein klarer Fehler.
    · Ponder ist zu gut, um es nicht zu spielen.
    · Khalni Heart Expedition und Harrow sind Scheiße. Die Expedition rettet einen nicht, wenn man dringend (und vor allem sofort!) Länder braucht, und es ist furchtbar nervig, mit Harrow um Counter herumspielen zu müssen. Es gibt so viele gute Alternativen.
    · Search for Tomorrow zum Beispiel!

Scapeshift ist zwar mittlerweile ein offenes Geheimnis, aber ich denke, dass es immer noch zu den besten Decks im Format gehört. Es ist immer noch relativ widerstandsfähig gegen Hate, außerdem kann es awesome blue cards(TM) spielen. Was ja kein Fehler sein kann. Die größte Schwierigkeit mit diesem Deck ist, rechtzeitig das Scapeshift zu finden. Das ist wohl die häufigste Ursache für den Combo-Fizzle. Hmmm, vermutlich sollte doch noch dieses vierte Peer through Depths ins Deck...

Flo
www.twitter.com/MUTeamLinz
www.twitter.com/HandsomeMUC


BONUS STANDARD DECKLIST

Dirty Jundies (DJ Handsome RMX)
MaindeckVorschauSideboard
4 Putrid Leech
4 Sprouting Thrinax
4 Bloodbraid Elf
2 Master of the Wild Hunt
2 Malakir Bloodwitch

4 Lightning Bolt
4 Blightning
4 Maelstrom Pulse
3 Bituminous Blast
2 Terminate
1 Mind Rot

4 Savage Lands
4 Verdant Catacombs
4 Rootbound Crag
4 Dragonskull Summit
3 Forest
3 Mountain
3 Swamp
1 Terramorphic Expanse

4 Great Sable Stag
3 Jund Charm
2 Vampire Nighthawk
2 Burst Lightning
2 Duress
1 Mind Rot
1 Fleshbag Marauder


19 Kommentare

 
  #1Andreas Pischner — allesandi.wordpress.com09.01.2010 - 06:52
Das Sideboard des Scapeshift- und Standard-Decks sind identisch. Irgendwie glaube ich nicht, dass das stimmt.

Das Rock-Problem ist übrigens NICHT, dass ausgeglichene Matchups schlecht wären (das habe ich Dir damals schon unter dem verlinkten Artikel widerlegt!), sondern dass Rock klassischerweise Kreaturendecks oder Kontrolle/Kombo schlagen kann, aber nicht beides. Sollte es ader angesprochenen Liste gelungen sein, dieses Problem zu lösen, ist das Deck gewiss eine gute Wahl!

Zum Scapeshift-Deck: Irgendwie bekomme ich immer wieder den Eindruck, dass zu viele Spieler Schwächen ihres Decks durch Hinzunahme einer weiteren Farbe lösen wollen, anstatt in den Farben des Decks nach Lösungen zu suchen. Muss man in ein Deck, welches mit Valakut gewinnt und Scapeshift und Cryptic Command spielt, unbedingt auch nich einen Schwarzsplash integrieren? Und dann auch noch zu jamern, dass man ja auch noch Basics bräuchte... Irgendwann ist eben der Punkt erreicht, an dem man zu Recht an seiner Manabasis verreckt!
 
  #2Dennis Hermann — Sliver09.01.2010 - 11:38
Hmm, von so einem BRW Deck bin ich schonmal vermöbelt worden. Die Sliver darin ergeben übrigens wirklich keinen Sinn, vor allem so wenige. Bin dafür, dass das Deck mal getestet wird.
 
  #3Ashraf Abou Omar09.01.2010 - 11:53
"Denn in vielen Matchups ist Cryptic Command tatsächlich billiger als Condescend. Und oben drauf bekommen wir die unübertroffene Flexibilität des blauen Schweizer Taschenmessers.Den Bounce-Modus benutzt man eher selten, weil man ihn am öftesten gegen Gaddock Teeg oder Blood Moon bräuchte, aber es ist gut, die Option darauf zu haben. [...]"

Wer findet den Fehler?

Edit: Eventuell überseh ich auch einfach die Ironie in dem Satz. Bei mehrmaligem durchlesen kommt es mir fast so vor.
 
  #4Dennis Hermann09.01.2010 - 12:07
Sowohl Gaddock als auch Blood Moon verbieten Cryptic Command.
 
  #5Florian Reiter09.01.2010 - 12:34
Genau das hab ich doch geschrieben? Der Satz ist so gemeint: Man benutzt den Bounce-Modus eher selten, weil man ihn am öftesten gegen Gaddock Teeg und Blood Moon bräuchte, aber in diesen Situationen kann man Cryptic nicht ausspielen.

Pischner: Du bist immer so pessimistisch Ich denke, zum Zeitpunkt des PTQs war der Schwarz-Splash auf alle Fälle notwendig. Das Feld bestand zu 20 bis 30 Prozent aus Scapeshift und in den UG-Listen ist Bosejiu klar der beste Plan fürs Mirrormatch. Da aber jeder von diesem Plan wusste (naja, fast jeder), konnte man sich hier keine Edge mehr holen. Und ich hatte nicht besonders viel Lust, nach dem Boarden das "Wer zieht zuerst Bosejiu?"-Spiel zu spielen, oder Dinge wie Sylvan Scrying zu integrieren.

In Anbetracht dessen könnte Cryptic Command eventuell tatsächlich zu gierig sein. Ich denke aber auch, dass nach den beiden MODO-PTQs der Scapeshift-Hype wieder etwas abflaut und der Schwarz-Splash dadurch nicht mehr nötig sein könnte. Das muss die Zeit zeigen. Bis dahin werd ich noch fleißig versuchen, den Schwarz-Splash UND Cryptic in die Liste zu pressen Die Lösung ist nah!
 
  #6Dennis Hermann — command09.01.2010 - 12:45
@5: "Den Bounce-Modus benutzt man eher selten, weil man ihn am öftesten gegen Gaddock Teeg oder Blood Moon bräuchte, aber es ist gut, die Option darauf zu haben"

In diesem Satz behauptest du, man hat die Option, den Cryptic Command zu benutzen, um Blood Moon, bzw. Gaddock Teeg zu werfen.

Oder etwa nicht?
 
  #7Ashraf Abou Omar09.01.2010 - 12:49
ja es ist halt nicht eindeutig, aber mit bräuchte macht er eigentlich alles klar !
 
  #8Dennis Hermann — jo09.01.2010 - 12:50
 
  #9Florian Reiter09.01.2010 - 13:47
Konjunktiv, Jungs. Konjunktiv. Aber das hätte ich vermutlich besser ausdrücken können, da habt ihr Recht.
 
  #10Andreas Pischner — allesandi.wordpress.com09.01.2010 - 15:48
Quatsch, der Satz ist absolut verständlich!

Es ist zwar zuletzt furchtbar schick geworden, immer wenn eine Aussage in einem Text von irgendjemandem missverstanden wurde, die Schuld dafür beim Autor zu suchen. Wenn jetzt aber deswegen alle Schreiberlinge panisch anfangen, auf dem niedrigsten gemeinsamen intellektuellen Nenner zu formulieren, dann ist das so, als wenn man bei Magic Counterspells abschaffen und dafür jede Menge overpowerte I-Win-Karten drucken würde, weil die Mehrheit der Spieler zum eigenständigen Nachdenken zu träge ist...

...okay, wenn man ein mutlimillionenschwerer Konzern ist, dann macht man das halt so. Aber als Verfasser von Artikeln auf einer Magic-Seite darf man stattdessen auch gerne so schreiben, dass der Leser ein Minimum an Mitdenken einbringen muss!
 
  #11Andreas Pischner — allesandi.wordpress.com09.01.2010 - 15:56
Ach übrigens, jetzt wo da das korrekte Sideboard steht, fällt mir etwas auf: Wenn Du schon Schwarz splashst - warum spielst Du dann nicht Punishment an Stelle der Engineered Explosives? Das Mana sollte eigentlich kein Problem sein, und diese Karte kannst Du mit Peer Through Depths suchen. (Ich nehme mal an, die Clique willst Du durch eine vierte Kopie dieser Karte ersetzen, oder?)

Entsprechend könnte man auch statt Leyline of the Void Ravenous Trap benutzen.

(Ich nehme mal an, Du brauchst Coiling Oracle und Wood Elves als Chumpblocker, ansonsten würden sich Farseek und Kodama's Reach eher anbieten. Andererseits sind das aber auch die einzigen Ziele für Creature Removal beim Gegner - kommen die denn überhaupt zum Blocken? Wäre es nicht vielleicht von Vorteil, das Deck ganz kreaturenlos - bis auf die STE natürlich - zu spielen?)
 
  #12Florian Reiter09.01.2010 - 16:11
An Punishment hab ich gar nicht gedacht, ist auf jeden Fall eine interessante Idee. Viele Dank!

Leyline vs. Ravenous Trap: Der Dredge-Spieler boardet ohnehin schon Thoughtseize, weil er Scapeshift erwischen möchte, daher finde ich die Leyline besser. Außerdem zwinge ich den Dredge-Mann mit der Leyline dazu, noch weitere Hate-Antworten wie Echoing Truth zu boarden. Dass ich die Leyline nicht mit Peer through Depths suchen kann, ist ein Preis, den ich dafür gern bezahle. Wenn ich aber von vier Leylines herunter gehe, kann man eventuell über die Trap oder einen Split zwischen den beiden Karten nachdenken.

Coiling Oracle/Wood Elves: Wie gesagt, ich bin von beiden Karten nicht unbedingt ein Fan, aber als Chump-Blocker sind sie durchaus nützlich (auch wenn ich überlege, einige Oracles für Search for Tomorrow zu cutten.) Removal ist dabei nicht so das Problem, denke ich - jeder Lightning Bolt auf meine Tiere ist ein Bolt, der mir nicht ins Gesicht fliegt und Path to Exile gibt mir ein Extra-Land, wofür ich dankbar bin.
 
  #13Andreas Pischner — allesandi.wordpress.com10.01.2010 - 05:46
Apropos Interesse: Ersetze doch einmal die Sinew Sliver durch Figure of Destiny und zwei der Jitten durch Vindicate und teste das Deck dann mal - sieht eigentlich ganz interessant aus!
 
  #14Dominik Nitsch10.01.2010 - 06:43
Nix Vindicate, das ist nicht mehr im Format. :P
Ist Sedge Sliver wirklich besser als Tombstalker? Klar, der hat 'ne Antisynergie mit'm Confidant, aber hey - man hat auch Confidant und Gargadon im selben Deck gespielt.

4 Jitte ist übrigens nicht zwangsläufig Overkill, ich spiele zZ WWug im Extended mit 4 Jitten, das braucht das Deck auch. Es mag zwar nicht immer stimmen, aber ganz so offensichtlich ist es - zumindest für mich - nicht.

Figure of Destiny anstatt Sinew Sliver macht Sinn. Aber: Kann sich das Deck wirklich 4 Moxe leisten? Grade wenn man Figure spielt, könnte man da evtl. auch heruntergehen.
 
  #15Andreas Pischner — allesandi.wordpress.com10.01.2010 - 15:40
So was Blödes aber auch. Dabei ist das so ne tolle Karte...

Ich verstehe die Moxe in dem Deck auch nicht wirklich - da verlässt sich jemand doch wohl sehr darauf, dass er einen Confidant im Spiel hat und behält. Einfach Länder zu spielen klingt da für mich auch besser.

Vielleicht braucht Dein WWug ja 4 Jitten, aber ein Deck in den drei stärksten Removalfarben sollte sich da anders behelfen können. Wie könnte man diese beiden Slots sinnvoll auffüllen? Ich finde ja, Gwyllion Hedge-Mage ist eine unterschätzte Karte...
 
  #16Bone shredder10.01.2010 - 16:02
Gerade mit Figure würde ich doch erst recht die Moxe im komplett-Set spielen. Erste Runde Land, Mox, Figur und Upgrade, zweite Runde Land gleich nochmal der Upgrade. :>
 
  #17Andreas Pischner — allesandi.wordpress.com10.01.2010 - 16:23
Wer sich auf solche perfekten Draws verlässt (und darauf, dass der Gegner nichts dagegen unternimmt), der sollte vielleicht lieber Dredge spielen...
 
  #18Bone shredder10.01.2010 - 21:19
Chance maximieren =/= darauf verlassen
 
  #19Ashraf Abou Omar10.01.2010 - 23:22
@Pischner
kannst doch den Vindicate Sliver spielen, ist nur n bissl teurer
Dredge ist überbewertet, macht der Mann einfach keine Kombo gegen mich sondern packt den Mühlplan aus....
 

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