Casual Wettbewerb 2 - ABC-Magic 18.10.2007  
ABC-Schützen - Ein kleiner Überblick über das Format
von Florian Reiter
8,29 Punkte  
3 Kommentare  
"Choose the sword, and you will join me. Choose the ball, and you join your mother...in death. You don't understand my words, but you must choose. So... come boy, choose life or death..."

(Intro zu "4th Chamber" von GZA aus dem Liquid Swords-Album, gesampled aus dem Film "Shogun Assassin" von 1980 - super Album, und lustiger Film btw)


 

Dieser Artikel beginnt natürlich nicht völlig sinnlos mit einer supi Popkultur-Referenz - tatsächlich kommen mir obige weise Worte immer wieder in den Sinn, wenn ich ein ABC-Deck baue. Wer sich daran schon mal gewagt hat, wird das Dilemma kennen: Duress oder Dark Ritual? Swords to Plowshares oder Savannah Lions? Fisch oder Fleisch? Wie man's macht, man hat ein ungutes Gefühl bei seiner Choice.

Ohne Zweifel ist der Deckbau das anspruchsvollste an ABC-Magic. So gilt es nicht nur, mit dem Limit von einem Exemplar pro Karte fertig zu werden, nein, jede Karte muss mit einem anderen Buchstaben aus dem Alphabet anfangen! Hat man bei Buchstaben wie D, S oder M noch die Qual der Wahl, geht es dann bei Q, X oder Y darum, überhaupt spielbare Karten zu finden. Wer versiert im Umgang mit Kartensuchmaschinen wie magiccards.info ist (oder einfach genug Zeit hat), ist da natürlich schon mal im Vorteil. Da lernt man also was für's Leben Noch dazu reichen 14 Standardländer natürlich nie im Leben, ausser man hat es hinbekommen, sich Dredge.dec zu bauen, so dass man einige Slots auch noch an Länder opfern muss. Die naheliegendste Reaktion ist es natürlich, den unbegehrten Ländern die unbegehrten Buchstaben zuweisen zu wollen - das klappt aber nie wirklich zufriedenstellend. Daher muss man in der Regel den ein oder anderen fest eingeplanten Slot dann doch nochmal für Länder freiräumen. Das ist auch der Grund dafür, dass sich ABC-Spieler beim Future Sight-Release am meisten über Zoetic Cavern gefreut haben
 

Wir sehen also: ABC ist - nicht nur, was den Deckbau anbelangt - so ein bisschen eine Mischung aus Highlander und Limited, nur mit einer ganz anderen strategischen Tiefe. Wichtigste Grundvoraussetzung ist ein gutes Gedächtnis für Karten. Zwar ist der zur Verfügung stehende Kartenpool derselbe wie bei Legacy (in den meisten Spielgruppen zumindest), jedoch kommen viel mehr verschiedene Karten tatsächlich zum Einsatz! Langjährige Limited-Spieler, die den Großteil der Karten und deren Mütter schon von der unendlichen Draft-Zockung her kennen, sind hier natürlich vorne. Ansonsten drohen lange Stunden vor der Kartensuchmaschine oder ein stark suboptimaler Build. Noch dazu darf btw nicht unterschätzt werden, dass man sich die Karten erst mal besorgen können muss! Diese Xanthic Statues sind selten

Was den Deckbau an sich angeht, so ist es schwierig, pauschale Anleitungen zu geben. Die Theorie ist in der Hinsicht noch nicht so weit fortgeschritten, als dass es einen Glückspfad zur Erleuchtung gäbe. Jeder hat da so seine eigenen Methoden. Bei mir hat es sich jedenfalls bewährt, sich auf einem Zettel untereinander die Buchstaben A-Z zu notieren und sich zu überlegen, welche Karten man auf jeden Fall im Deck haben will - das strategische Rückgrat sozusagen. Dann geht man nach und nach dazu über, mit Hilfe der Kartensuche oder des fotografischen Gedächtnisses die Lücken auszufüllen. Am Schluss bügelt man noch Fehler aus, besetzt Slots um und überlegt sich am Besten noch einmal Buchstabe für Buchstabe, ob's hier nicht doch eine bessere Verwendung gäbe. Genauso designed man übrigens Editionen Im letzten Schritt trennt sich so ein bisschen die Spreu vom Weizen, denn mit gewissenhaftem Tuning minimiert man die Randomness des Formats um einen nicht zu unterschätzenden Faktor. Hier haben wiederum findige Constructed-Füchse einen Vorteil. Hundertprozentig akkurat ist natürlich auch diese Methode nicht, aber das ist keine von denen, die mir bekannt sind. Aber einfach daran denken: Die anderen haben auch einen Haufen! Eine perfekte ABC-Deckliste ist wohl ohnehin unmöglich zu bauen, da hier auch viel von persönlichen Präferenzen bestimmt wird. Der eine hat lieber mehr Kreaturen im Sligh, der andere mehr Burn. Der eine will lieber mehr Counter, der andere hat's mehr mit Card-Draw. Das perfekte Format für Meckerziegen also ("Der eine hat vergessen zu essen wie Schlendrian, der andere hat ein schlechtes Gedächtnis für Spendernamen" - Eins Zwo, "Der Eine & Der Andere" - sorry, der musste sein).

Wie aber geht man das Format ABC Magic an sich an? Wie bei jedem Format ist es natürlich äußerst hilfreich, sich zuerst die Topdecks und das daraus resultierende Metagame anzusehen. Das Problem daran ist nur, dass dieses Format so wenig verbreitet ist, dass so etwas wie ein Metagame nicht existiert! In Fun-Formaten wie Pauper Magic oder Singleton/Highlander, die durch Magic Online weite Verbreitung und eine große Fanbase gefunden haben, ist man sich relativ einig darüber, welche Decks die Besten sind. ABC-Turniere sind dazu im Vergleich sehr selten (und auf MTGO schlichtweg nicht existent), so dass es sehr schwer ist, Informationen über das Metagame zu sammeln.

Also muss man ABC momentan noch wie ein völlig neues Format angehen: Antizipieren, welche Decks die anderen spielen werden - sprich: in der Regel die naheliegendsten Archetypes - und dazu dann Gegenstrategien entwickeln. Oder man ist ganz faul und spielt einfach auch das Naheliegendste. Das ist natürlich mit Arbeit verbunden, weil man sich erstmal ungefähr das Gauntlet zusammenreimen muss. Wer also schon immer wissen wollte, wie Constructed früher ohne das Internet funktioniert hat, der kriegt hier einen ganz guten Eindruck.

Im Folgenden will ich einen groben Überblick geben über Decks, die euch auf ABC-Turnieren erwarten KÖNNTEN - keinesfalls will ich hier ein Metagame vermitteln, das nicht existiert! Jedoch sind das hier die Decks, die mir bislang am Häufigsten auf dem guten Dutzend ABC-Turnieren, die ich bislang gespielt habe, begegnet sind: Entweder aufgrund ihrer naheliegenden Strategie, weil sie ebendiese Decks schlagen oder weil sie schlicht und ergreifend aus einem anderen Format portiert wurden. Natürlich werdet Ihr auch immer wieder einmal auf etwas ausgefallenere Kreationen treffen (Themendecks usw.), die sind aber oftmals wenig spielstark. Seid jedoch darauf vorbereitet, auf starke Decks zu treffen, die hier nicht aufgeführt sind - eine umfangreichere Auflistung würde den Rahmen sprengen, außerdem kann ich ja nicht alles wissen

Ein Wort noch zu den Decklisten an sich: Die sind natürlich nicht der Weisheit letzter Schluss! Was euch begegnet, kann selbstverständlich ausgereifter, wenig ausgereifter oder in einer anderen Variante erscheinen (zum Beispiel mit einer zusätzlichen Farbe oder so). Dass einzelne Cardchoices variieren können, muss ich hoffentlich nicht erklären. Nehmt es einfach als groben Überblick oder copy'n'pasted euch die Deckliste eurer Wahl, wie ihr wollt



AGGRO



White Weenie
MaindeckSideboard
Armageddon
Blade of the Sixth Pride
Crusade
Daru Encampment
Exalted Angel
Fresh Volunteers
Glorious Anthem
Hand of Honor
Isamaru, Hound of Konda
Jinxed Choker
Knight of the Holy Nimbus
Lantern Kami
Mother of Runes
Nagao, Bound by Honor
Order of the White Shield
Pacifism
Quicksand
Ronom Unicorn
Savannah Lions
Temporal Isolation
Umezawa's Jitte
Veteran Armorer
White Knight
Xanthic Statue
Youthful Knight
Zoetic Cavern

14x Plains


Einfarbige Aggro-Varianten werden in der Regel natürlich als Erstes von vielen Spielern ins Auge gefasst, das allseits beliebte White Weenie macht da keine Ausnahme. Richtig stark ist das Deck jedoch nicht, man hat in Isamaru, Lantern Kami und Savannah Lions nur zwei starke One-Drops und Alternativen wie Icatian Javelineers oder Suntail Hawk sitzen leider in den selben Slots. Dadurch ist die Manakurve nicht die beste und das Deck spielt sich etwas langsamer, als man es von WW gewohnt ist. Eine Equipment-lastigere Variante mit Bonesplitter und Grafted Wargear ist evtl. besser, ist mir aber noch nicht untergekommen. Gesehen habe ich dafür schon BW-Varianten mit Dark Confidants, vielen Knights, und Haakon, das Deck scheitert aber oftmals an der eigenen Manabase. Ein sehr ähnliches Prinzip, nur ganz in Schwarz statt ganz in Weiß, hat Philip Wiest bereits hier vorgestellt.



Sligh/Burn-Hybrid
MaindeckSideboard
Arc Lightning
Ball Lightning
Chrome Mox
Demonfire
Emberwilde Augur
Firebolt
Grim Lavamancer
Hammer of Bogardan
Incinerate
Jackal Pup
Keldon Megaliths
Lightning Bolt
Mogg Fanatic
Nevinyrral's Disk
Orcish Cannonade
Phyrexian War Beast
Quicksand
Ronin Houndmaster
Slith Firewalker
Thunderblade Charge
Urza's Rage
Volcanic Hammer
Wild Colos
Xanthic Statue
Ydwen Efreet
Zo-Zu the Punisher

14x Mountain


Hier haben wir dafür ein einfarbiges Aggro-Deck, das was kann! Gegnerische Kreaturen werden ohne Rücksicht auf Verluste weggebrannt und Control-Decks schmeißt man einfach alles an den Kopf. Die gute Chrome Mox/Slith Firewalker-Combo ist auch dabei. Wer sich fragt, warum Nevinyrral‘s Disk in der Liste ist: Ihr dürft gerne mal gucken, wie viele rote Karten mit N anfangen. Die einige ernstzunehmende Alternative wäre Necrogen Spellbomb zum Cyclen. Es gibt auch Versionen mit Grün, die dann mit Kurt & Co. um die Ecke kommen. In der Theorie müsste eigentlich auch ein gutes Boros möglich sein - ich meine, man müsste eigentlich nur die WW-Liste mit der hier zusammenschmeissen und den Goblin Legionnaire reinquetschen Selbiges gilt für eventuelle Rakdos-Builds. Die roten Karten können's einfach immer, fragt nach bei Craig Jones. Ahja, bevor ihr es versucht: Ein kreaturenloses Burn ist meiner Meinung nach NICHT möglich. Zu viele Burnspells fangen nun mal mit F wie Fire oder Flame bzw. mit L wie Lava oder Lightning an. Wobei man ja bei E den brokenen Ember Shot hätte



Mono G Midrange
MaindeckSideboard
Albino Troll
Boreal Druid
Call of the Herd
Deranged Hermit
Elephant Guide
Fyndhorn Elves
Gaea's Cradle
Hidden Gibbons
Iwamori of the Open Fist
Juggernaut
Kodama of the North Tree
Llanowar Elves
Masticore
Natural Order
Overrun
Priest of Titania
Quirion Ranger
Ravenous Baloth
Sword of Fire and Ice
Thelonite Hermit
Umezawa's Jitte
Viridian Zealot
Wall of Roots
Xantid Swarm
Yavimaya Elder
Zodiac Monkey

14x Forest

 

Das ist natürlich kein reinrassiges Aggro, aber Acceleration legen und dann ab Turn 3 die fetten Schweine ausspammen ist ein bewährtes Prinzip Mono G ist auf jeden Fall eines der besten Decks, die mir bislang unter die Finger gekommen sind, einfach weil man andere Aggro-Decks unendlich fertigmacht. Man kann das Deck mit Removal auf die Acceleratoren natürlich verlangsamen, aber dass die großen Jungs Turn 3 bis 5 den Tisch betreten, ist so gut wie immer unvermeidlich. Don't fuck wit dem big boys! Gegen Control und Combo-Decks sieht das ganze natürlich anders aus. Control braucht nur Removal für den ersten Fattie zu haben und schon ist der Tempoverlust groß. Grundsätzlich ist an Mono Grün aber toll, dass man für jeden Buchstaben eine halbwegs gute Karte hat, Quirion und Yavimaya machen's möglich. Für X kann man dann ja immer noch die Xanthic Statue (ein Staple in diesem Format) oder eben Xantid Swarm zocken. Gesehen hab ich auch schon GB-Varianten, die so ein bisschen Aggro-Rock-mäßig ausgesehen haben. Ihr wisst schon, röhrender Reliops und Konsorten. Es gibt auch RG-Versionen, da kommen dann meistens so Kerle wie der Kumano zum Einsatz - alles ziemlich vorhersehbar (einmal hab ich in einem solchen Deck auch den Arc-Slogger gesehen, und mein Gegner hat ihn sogar zweimal aktiviert! Wurde dann gedeckt). An Mono Green kommen die beiden aus Gründen der Konsistenz aber nicht heran. Btw habe ich auch schon ernsthaft Tarmogoyf in dem Deck versucht - völlig degenerierte Karte, aber leider nicht hier



CONTROL



Mono Blue Control
MaindeckSideboard
Ancestral Vision
Brainstorm
Counterspell
Dismiss
Evacuation
Fact or Fiction
Gilded Drake
Hinder
Impulse
Jushi Apprentice
Keiga, the Tide Star
Liquify
Mana Leak
Nevinyrral's Disk
Oblivion Stone
Polluted Delta
Quicksand
Remove Soul
Sapphire Medallion
Teferi, Mage of Zhalfir
Urza's Factory
Vedalken Shackles
Wayfarer's Bauble
Xanthic Statue
Yavimaya Coast
Zoetic Cavern

14x Island


Gleich mal das Hardcore Control ausgepackt! So muss es sein. Und keine Angst, es wird noch mehrfarbiger Ein Alptraum für jedes andere Control-Deck, weil man einfach mehr von Allem hat: Mehr Counter, mehr Länder, mehr Card-Draw. Das alles geht natürlich zu Lasten des Aggro-Matchups. Da gilt der gute alte Grundsatz "Shackles gelegt, oder direkt eingefolded". Viele Spieler können angesichts dessen der Macht des Zorns nicht widerstehen und spielen dann U/B- oder U/W-Varianten, mit dem Ziel, gegen alles halbwegs gut auszusehen. Geht natürlich wieder einmal zu Lasten der Konsistenz - Manafixing ist in diesem Format nicht so einfach!



YingYang / BW Control
MaindeckSideboard
Angel of Despair
Bloodstained Mire
Castigate
Duress
Exalted Angel
Fellwar Stone
Gerrard's Verdict
Hideous Laughter
Infest
Judge Unworthy
Kokusho, the Evening Star
Last Gasp
Mortify
Night's Whisper
Orzhov Signet
Quicksand
Phyrexian Arena
Rout
Swords to Plowshares
Tainted Field
Urborg, Tomb of Yawgmoth
Vindicate
Wrath of God
Xanthic Statue
Yosei, the Morning Star
Zombify

9x Plains
5x Swamp


Hier haben wir auch schon das andere Extrem. Traditionell richtet BW mit Aggro-Decks ein Blutbad an, aber Control geht nie. Da muss man schon alle Tools auf der Hand haben; zwei Discard-Spells und eine Arena oder so. Wer's mag, kann das aber sicher noch adjustieren, wobei ich dann aber empfehlen würde, einfach zu U/X zu greifen. Andere Varianten des Decks spielen sich einfach mono-schwarz oder mono-weiß. Ersteres packt halt dann noch Hymn to Tourach, Cabal Coffers, Tendrils of Corruption ein, während Letzteres zumeist als Life.dec auftritt. Das ist allerdings sehr inkonsistent, diese Martyrs wollen halt erstmal gefunden werden. Viele BW-Varianten konzentrieren sich ausserdem mehr auf Shenaningans mit den beiden Drachen und Miren, the Moaning Well - ganz im Kamigawa-Block-Style eben.



GBR Control
MaindeckSideboard
Assault // Battery
Bayou
Chainers Edict
Darigaaz, the Igniter
Elves of Deep Shadow
Far Wanderings
Gurzigost
Harrow
Incinerate
Jade Statue
Kokusho, the Evening Star
Llanowar Elves
Masticore
Nevinyrral's Disk
Overgrown Tomb
Pernicious Deed
Quirion Elves
Rampant Growth
Spiritmonger
Terminate
Urza's Rage
Vine Trellis
Wooded Foothills
Visara the Dreadful
Xira Arien
Yavimaya Elder
Zoetic Cavern

10x Forest
2x Swamp
2x Mountain


Sieht aus wie der unendliche Haufen, spielt sich aber sehr gut. Grün spielen ist in diesem Format so ziemlich die einzige Möglichkeit, andere Farben zuverlässig zu supporten. Entstanden ist das Deck vermutlich, weil irgendjemand mal die Xira Arien in den X-Slot drücken wollte Die Dame (das Ding?) ist in der Tat auch nicht zu unterschätzen! Ansonsten ist das Programm das übliche: Mit Grün acceleraten, umnieten, was einem in den Weg kommt, und irgendwie wird man dann schon gewinnen. Die meisten Style Points geben hier natürlich Darigaaz the Igniter oder Visara (die auszuspielen ist die Hauptschwierigkeit). Auch mehr ein Anti-Aggro-Build, aber ein sehr spielstarker und spaßiger.



COMBO



UB Mill
MaindeckSideboard
Ambassador Laquatus
Brain Freeze
Circu, Dimir Lobotomist
Dreamborn Muse
Extract
Flooded Strand
Glimpse the Unthinkable
Howling Mine
Induce Paranoia
Jester's Scepter
Kami of the Crescent Moon
Lore Broker
Mesmeric Orb
Neverending Torment
Oboro, Palace in the Clouds
Psychic Drain
Quicken
Raven Guild Master
Snuff Out
Traumatize
Underground Sea
Vedalken Entrancer
Wheel and Deal
Xiahou Dun, the One-Eyed
Yotian Soldier
Zuran Orb

8x Island
6x Swamp

 

Wer gerne Dimir im Ravnica-Limited gespielt hat, wird sich hier sofort heimisch fühlen. Ob Millen eine Combo-Strategie ist, darüber würde sich in den meisten Fällen streiten lassen. Nicht jedoch in diesem Fall! Die Board-Position des Gegners wird in den meisten Fällen gekonnt ignoriert, während man dem Gegner so schnell die negative Seite der 40 Karten-Regel demonstriert, dass er sich gar nicht mehr über das Threshold freuen kann Keycards sind Dreamborn Muse, Glimpse the Unthinkable, Mesmeric Orb und Wheel and Deal, von denen eine bis zwei unbeantwortet schnell den Sieg bedeuten können. Kami of the Crescent Moon, Lore Broker und der Klassiker Howling Mine mühlen den Gegner und finden oben genannte Karten. Der natürliche Todfeind des Decks ist natürlich Aggro, wobei man mit ein bisschen Glück durchaus gewinnen kann, weil man ja auch ein paar Kreaturen zum Stallen und chumpen hat. Control sieht gegen das Mill.dec jedoch überhaupt keinen Stich, da reicht mitunter eine simple Howling Mine aus. Kleiner Tipp noch: Wenn ihr schon einmal gezwungen seid, den Xiahou Dun rauszuzocken, überseht nicht, dass er Glimpse the Unthinkable wiederholen kann Eine andere lustige Version konzentriert sich auf die Combo aus Junktroller und Tunnel Vision (Karte mit Junktroller unter die Bibliothek legen, dann mit Tunnel Vision bis auf den Grund der Bibliothek mühlen, indem man genau diese Karte benennt). Da spielt man dann im Prinzip nur die Combo-Parts, Tutoren und ein klein wenig Removal oder Disruption. Eine weitere spaßige Variante mühlt sich selbst und reanimiert dann große Kreaturen.



TPSABCS (The Perfect Storm, ABC-Style)
MaindeckSideboard
Ambition's Cost
Brain Freeze
Cabal Ritual
Dark Ritual
Excavation
Feldon's Cane
Goblin Charbelcher
Helm of Awakening
Ill-Gotten Gains
Jet Medallion
Kaervek's Spite
Lotus Petal
Mana Severance
Night's Whisper
Opt
Pain's Reward
Quicken
Rain of Filth
Sapphire Medallion
Tendrils of Agony
Unmask
Vision Skeins
Worn Powerstone
Xiahou Dun, the One-Eyed
Yukora, the Prisoner
Zuran Orb

7x Island
7x Swamp

 

Uiuiui! Das ist Vollprofischeiss, ganz klar. Auf Anhieb hab ich das Deck selbstverständlich nicht verstanden. Erst als ich die ersten paar Male davon vermöbelt wurde, offenbarte es sich: Entweder baut man sich einen hohen Stormcount und garniert das mit Brain Freeze bzw. Tendrils, oder man vertraut auf die gute alte Combo aus Goblin Charbelcher und Mana Severance. Je nachdem halt, was man zuerst hat Auf jeden Fall ist das Deck ein Monster, das ohne Übung unmöglich perfekt zu spielen ist. Wenn man es richtig anstellt, kann man jedoch gegen alles gewinnen; klassisches Gamble.dec also. Nur etwas für leidensfähige Vintage-Spieler, denn wer so was auch noch OHNE P9 zockt, muss ein Masochist sein


Dem aufmerksamen Leser wird natürlich nicht entgangen sein, dass ich des Öfteren angemerkt habe, dass Manafixing in ABC Magic eine Schwierigkeit darstellt. Sogar (nicht-grüne) zweifarbige Decks können in diesem Format oft Probleme mit dem farbigen Mana haben. Woran liegt das? Nun, man kann sich schon mal schlecht gegen die 14 Basic Lands wehren, die einem aufs Auge gedrückt werden. Manafixer und nützliche nonbasic Lands darf man jedoch nur einmal spielen! Sauerei! Schnell ist man da versucht, dann eben umso mehr Manafixer zu spielen, aber irgendwie muss man ja auch noch gewinnen. Zehn Mana haben und dann nochmal ein Coaltion Relic o.ä. spielen, ist nicht so der beeindruckende Move. Sehr schön ersichtlich ist das am BW Knight-Deck, das ich vorhin angesprochen habe: Hat man nicht gleich Turn 2 den Bob, passiert es oft, dass entweder die weißen oder die schwarzen Kreaturen auf der Hand stranden, weil viele Knights eben farbenhungrig sind. Decks wie UW Control haben das selbe Problem - wer Counterspell und Wrath of God im selben Deck spielen will, muss entweder auf eines von beiden verzichten, die Manabase ordentlich verbiegen oder einfach jeden Turn auf die Library klopfen Es ist also nicht nur gutes Ressourcen-Management gefragt, sondern man muss eventuelle Farbenprobleme bereits bei den Nonland-Cards berücksichtigen. Ganz wie im Limited also. Wer sich Tag für Tag mit solchen Problemen auf Magic Online rumschlägt, hat hier folglich wieder einen Vorteil


Wer jetzt immer noch hungrig ist nach ABC, der sollte auf keinen Fall das Invitational vom 18. bis 21. Oktober in Essen verpassen! Dort wird nämlich auch ABC gespielt. Zwar in der 60 Karten-Pussy-Variante, aber die eine oder andere Deckidee lässt sich aus den Auction of the People-Decks sicherlich trotzdem ableiten. Ich bin damit erstmal draussen, über Kritik, Anregungen, und - wer weiss! - vielleicht sogar Lob würde ich mich freuen. Je nachdem, wann dieser Artikel erscheint, bin ich eventuell im Urlaub oder im Umzugsstress. Wenn ich mich also nicht sofort in die Kommentarschlacht stürze, habt ein wenig Geduld mit mir. Haut einfach umso kräftiger in die Tasten

PW


3 Kommentare

 
  #1Mitja Harloff — Props18.10.2007 - 10:00
Sehr feiner Artikel! Vor allem hatte ich bei dir als Einzigem das Gefühl, dass er das Format kennt und spielt und nicht nur von der 'lustigen' Idee, ein ABC-Deck zu bauen motiviert wurde!
Wirklich ein schöner Überblick über verschiedene mögliche Decktypen. Man kann natürlich nur hoffen, dass bald mal ein paar gescheite Xer-Karten rauskommen, denn die Statue ist ja nun wirklich nicht sehr synergetisch...
Auf die Gefaht hin, mich zu wiederholen: Runde Sache!
 
  #2Andreas Pischner — Zeromant.wordpress.com18.10.2007 - 10:22
Xanthic Idol . . 2

Artifact

T: Add (1) to your mana pool.
(2): Xanthic Idol becomes a 2/2 Golem atifact creature until end of turn
(2), Sacrifice Xanthic Idol: Draw a card.



Ja, das wäre dann wohl meine Invitational-Karte...
 
  #3Florian Reiter — mtgblogs.de/swimmingwithdolphins18.10.2007 - 10:34
Kleine Anmerkung noch: Da, wo keine Interpunktion ersichtlich ist, sollten eigentlich Smilies stehen. Slops an den Editor


Aber danke schon mal für das erste Lob
 

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