| Casual Wettbewerb 2 - ABC-Magic |
04.10.2007 |
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Nicht nur die Griechen wussten, dass man sich dem Feind (oder dem "Freund", je nach Grieche und Gesinnung) am Besten von hinten nähert. Entsprechend südeuropäisch gehe ich in den folgenden Zeilen zu Werke und zäume das ABC-Format von hinten auf, wie einst eben jene Griechen das Trojanische Pferd. Der Sinn der Übung ist es, selbst aus den noch so verhasstesten Buchstaben des ABC-Formates (nicht selten wird man sie als Füller zuletzt ins Deck packen; wohl auch, weil sie eben im Alphabet hinten stehen) ein Maximum an Synergie herauszukitzeln, statt nur immer Stumpf die Xanthic Statue ins Deck zu packen, in der Hoffnung sie bitte bitte nur dieses eine Spiel eben nicht zu ziehen.
Doch zuvor Grundsätzliches zum Format selbst. Jeder Spieler bringt ein Deck an den Tisch mit exakt 40 Karten, von denen exakt 14 Standardländer sein müssen. Die restlichen 26 Karten müssen jeweils mit einem anderen Buchstaben des Alphabets beginnen (hierbei macht es Sinn flexibel mit der Sprache zu sein, ich bleibe aber anglophon). Letztlich ist es weniger ein Format, denn mehr eine Suche. Eine Suche nach der richtigen Karte für den jeweiligen Buchstaben zur gewünschten Deckstrategie immer mit dem Hintergedanken: Bloß nicht die Xanthic Statue, weil die nimmt doch jeder. Hier drängt sich ein Vergleich zu "Stadt, Land, Fluß" förmlich auf, wo man eben nicht "Xanten" in die Stadtspalte eintrug, sondern den Mitschülern versuchte mit "Xaverhausen" (irgendwo muss der ja wohnen; "Xi'an" kannte noch niemand) ein Schnippchen zu schlagen - vergebens...
X marks the Slot
Bleiben wir bei unserer Suche nach der passenden Karte für die letzten drei Slots des 40-Karten ABC-Decks doch gleich beim sagenumwobenen X. Im gesamten Magickarten-Universum gibt es sechs Karten, die mit einem X beginnen: (Randnotiz: die griechische Vorsilbe für die Zahl 6 ist "heXa" - ein Zufall??)
Wow, was ein Sch...-Haufen. Kommen wir zum Ypsilon...
Wobei, klar kann man das Experiment wagen und über Xira Arien einiges an Karten aus seinem Deck holen, aber die drei Mana - Rot, Grün und Schwarz - sind schon eine Ansage, die eher zu einer Absage führen sollte, da weder Rot, noch Schwarz, geschweige denn Grün dafür bekannt sind, gemächlich um die Ecke rum zu schlendern.
Zumal sich Schwarz anders aushelfen kann. Die drei schwarzen Genossen (aus der Bronx??) sind überteuerte Knaben. Ein einmaliger +2/+0-Effekt pro Runde, ein Karn auf schwebenden Beinen; einzig den unblockbaren 3/2er, der sich beizeiten als Totengräber versucht, will man im Deck sehen, sollte man aber erst einmal in der Sammlung haben, weil die Karte aus Portal Three Kingdoms (es wird einige Leser geben, die noch nicht mal die Edition kennen) ungefähr so schwer zu bekommen ist wie Qualität im X-Slot eines jeden ABC-Decks.
Der Xantid Swarm - vielen Vintage-Spielern als lästige "Sideboard-Fliege" bekannt - wird im ABC-Deck weniger wegen seiner beruhigenden Wirkung, denn mehr wegen seiner aggressiven Ader berühmt werden. Als grüner Flieger hat er zwar einen schwachen Tritt, aber dem weiß Grün in der Regel zu helfen. Anabolika in Form von standhaften Auren lassen grüßen.
Wenn man weder grün noch schwarz spielt, wird es letztlich wohl darauf hinauslaufen, die sechs Karten (bzw. alle die davon vorhanden sind) verdeckt zu mischen und mit dem Mantra "Bitte, bitte nicht die Statue" sich eine per Zufall ins Deck zu schaufeln.
Zugegeben, so schlecht ist die Xanthic Statue vielleicht gar nicht. Obschon man sie in jedem Deck ins Spiel bringen kann - ironischerweise wäre sie in einem mit dem Xenic Poltergeist praktischer zu gebrauchen, weil billiger zu aktivieren - sorgen die Spruchkosten dafür, dass man sie auf der Hand hat, geduldig bis ungeduldiger auf sein 8tes Land wartet, nur um beim Erreichen dieser Schwelle (beim 8ten Land sollte man im Regelfall die Hälfte seiner Länder aus dem Deck bereits im Spiel haben) feststellen zu müssen, dass der Gegner den "U-Slot" mit Artefakt-Removal besetzt hat und er einem die Statue wegpoppt. Eine letzte Möglichkeit wäre es, die hohen Spruchkosten der Karte zu seinem Vorteil zu nutzen. So kann man in das Buchstaben-Format ohne Punkt und Komma wenigstens ein paar Ausrufezeichen setzen!
An die Y
Statt mich erneut durch die möglichen Optionen zu hangeln, lieber einen Einblick in den Deckbau und dies letztlich ohne einen Schritt auf der Buchstabenleiter auf- oder abwärts zu machen.
Neben der Sache mit den Buchstaben hat der ABC-Deckbau zwei weitere Restriktionen, die in Hinblick auf die Tatsache, dass das Alphabet 26 Buchstaben hat, nicht nur sinnig sind, sondern dazu noch missbraucht werden können. Bevor man sich nämlich hinsetzt und Google bemüht, um die perfekte Land/Spruch-Ratio zu finden, greift der weise Mann, der sonst nichts weiß, auf seine Drafterfahrungen zurück und kann daraus schlussfolgern, dass ein ABC-Deck zwischen 16 und 18 (selten 15, fast nie 19 - sofern man nicht die Xanthic Statue spielt) Länder aufweisen sollte. Mit der Vorgabe von 14 Standardländer, bleiben also noch zwei bis vier (selten eins, fast nie fünf - sofern man nicht...) Plätze, die es mit Nicht-Standardländern zu besetzen gilt, sonst wird es knapp mit der Manakurve und man landet auf dem Trockenen.
Mehr lehrt der Draft nicht - okay, Removal ist sicherlich nicht verkehrt, das mit den Kreaturen ebenfalls keine so schlechte Idee, aber abgesehen davon halt. Bei der Wahl der zu spielenden Strategien sind dem Verstand keine Schranken gesetzt, so dass gilt, es geht was ge- und einfällt. Schaut man sich zum Beispiel die Karten, die mit Ypsilon beginnen (immerhin 37 Karten), genauer an, wie ich das vorbereitend getan habe, stellt man fest, dass da neben zwei Nicht-Standard-Ländern genug Material für einen Ausritt über die ABC-Grenze hinein ins Land der Alliterationen (hierbei besteht ein Deck nur aus Karten die denselben Anfangsbuchstaben haben; bei den Basic Lands herrscht freie Wahl) zur Verfügung steht.
Ich baute (naja, es war mehr ein "mhm, falsche Farbe; doppel-Weiß splashen - vielleicht beim nächsten Mal; oh noch ein Stück Baumkuchen übrig..." als ein tatsächliches Bauen):
Die Manabasis sieht grausig aus, da ich mich an die Sache mit den 14 Standardländern hielt, aber mit dem Granger, der Dryade und dem Alten Mann sollte man schnell über die und an die richtigen vier Mana kommen, um nicht nur die teureren Knaben sondern eben die Exoten in Form des Yawgmoth's Duos und der Embrace spielen zu können. Leider kommt man dafür nicht umhin die weniger schöne weil ziemlich ineffektive Enchantress im Deck zu haben. Aber wie sagt man so schön, im Zweifel spielt der Teufel sogar die Xanthic Statue...
Von der Qualität her lässt sich sagen, dass Ypsilon fast keine Wünsche offen lässst. Rot-basierte Decks finden in Yamabushi's Flame den 23/24sten Burnspell, Schwarz freut sich wahlweise über Yawgmoth's Bargain oder den Will, sofern man nicht zu aggressiv ist und mit Yukora the Prisoner in die Schlacht zieht. Selbst Weiß kann nicht meckern, hat man doch mit dem Kamigawa-Drachen Yosei einiges an Potential in der Hand und auf dem Tisch. Nur Blau schaut erneut in die Röhre und wird entweder auf seine Kooperationspartner oder auf die Yavimaya Küste als 15te schmerzvolle Insel zurückgreifen. Grün spielt Ameisen, Punkt.
Beim Zeus
Kommen wir zum letzten Buchstaben. 56 Karten, nicht mehr und keine weniger hat Zett zu verzeichnen. Schon beachtlich; im Hinblick auf die beiden Vorgänger erquicklich bis verzückend. Da wir in den beiden Präzedenzfällen unwissentlich Karten (beim X) und Grundlegendes für den Deckbau (das Y) abgehakt haben, widme ich mich in diesem Teil den Strategien, die sich alleine aus dem Buchstaben Z ergeben. Selbstredend in einem Gesamtbild gesehen, welches auch die Buchstaben A bis Y im Auge hat. An dieser Stelle und zur Verifizierung und dem Nachvollzug empfiehlt es sich Magiccards.info im Nebentab/Hinterfenster geöffnet zu haben.
Das Format ist noch recht frisch. Nicht das es riecht, aber abgenutzt sieht anders aus, was damit zusammenhängt, dass es so noch nie im Fokus stand (genausowenig wie im Spiegel oder im Stern...). Dementsprechend mangelt es an einem Metagame (von mir aus auch "Enviroment"), so dass erneut gilt, es geht was gefällt. Damit es nicht ziellos in die Nacht und vor den nächsten Baum geht, folgen Sie dem Straßenverlauf bis auf Weiteres.
Tribal
Die wohl einfach- und naheliegenste Kombination aus zwei Casual-Restriktionen. Man mischt das ABC-Gefühl mit einer reinrassigen Einstellung und hat in Zuberi, Golden Feather, Zhalfirin Commander und den Zombies gleich drei Richtungen, die die Sache mit dem Einschlagen übernehmen können. Wer jetzt glaubt, ich hätte ein Greifenei am Wandern, weil ich ernsthaft Zuberi, Golden Feather als Startpunkt vorschlage (diese Ritter und Zombies scheinen ein viel besseres Ansehen zu genießen), der sollte sich die Greifen mal anschauen. Es werden nämlich nicht nur zwölf Buchstaben bedient, mit dem Griffin Canyon hat man ein brauchbares 15tes Land (für die Griffins würde ich zu 17 Ländern im Ganzen greifen) parat, so dass sich der Rest fast schon von selbst baut. Freunde der Berittenen freuen sich neben dem Zhalfirin Commander zusätzlich über Haakon, Stromgald Scourge, so dass auch hier genug Material zur Verfügung steht. Wie passend, dass Haakon zusätzlich als Zombie durch die Friedhöfe kriecht, so dass das Zombie-Deck ebenfalls bedient wird. (Als kleine Randnotiz: So aus dem Kopf sollten Goblins ganz mies abschneiden, weil sie zwar massenhaft in G und M(oggs) existieren, darüber hinaus aber kaum Präsenz zeigen dürften...)
Aggro
Na klar, Genosse Beatdown. Während der Gegner noch versucht sich daran zu erinnern welcher Buchstabe nach dem N kommt, hat man ihm die Antwort bereits abgenommen, weil sein Lebenspunktestand dem Gesuchten nicht unähnlich aussieht. Nur ist das Aggro-Potential des Z nicht weit her. Auf eigene Erfahrung berufend, würde ich den Zodiac Monkey spielen, dieser hat neben dem Rooster das beste Preis-Leistungs-Verhältnis und dürfte dank seiner Präsenz in der 9ten Edition erhältlicher sein, als das Federvieh.
Control
Wer an dieser Stelle an Zorn Gottes dachte, der sollte die Sprachbarriere erst mit den Mitspielern abklärend abbauen. Im strikt englischen Sprachgebrauch wird man entweder zu Zephid oder dem Zuran Orb tendieren. Letzterer um die entscheidenen beiden Züge zu überleben, die die Kreatur aus dem M-Bereich benötigt dem Gegner die Hörner aufzusetzen. Als Alternative wäre noch der quasi unkaputtbare Zodiac Dragon zu erwähnen. Der ist nur leider so teuer, dass man fast schon die Xanthic Statue... (und ihr dachtet, ich hätte sie vergessen 
Combo
Ich kann meine Combo-Erfahrungen als aktiver Spieler an einer Hand abzählen. Einmal hatte ich ein Urza's Saga Academy-Deck in Händen und habe damit (nicht ohne mich viermal zu vertappen, zweimal mit dem Mana zu bescheißen und eine unerlaubte Extrakarte zu ziehen) eine Gruppe Kids, die zu dem Zeitpunkt nicht viel jünger waren, beeindruckt. Das andere Mal wollte der Alex Vintage testen und gab mir ein TPS in die Hand. Das Testen bestand daraus, dass ich ein wenig Karten zog, ein bis zwei Länder spielte und immer dann, wenn ich meinte jetzt wäre es möglich in die Combo zu gehen, meine Hand vorzeigte, damit er schauen konnte, ob er denn jetzt hinüber sei oder nicht. Ergo bin ich hier der falsche Ansprechpartner. Ich würde eventuell und mit viel Liebe Zombie Infestation mit Zombify kreuzen, aber das geht ja gar nicht, von daher...
Land-Destruction
Das hingegen geht immer und beendet den regen Reigen rund ums ABC. Hier kenn ich mich auch aus und wie es der Zufall will, habe ich eine Deckliste am Start, die ich die nächsten Turniere mitschleppen werde, falls also jemand Lust auf eine Partie mit ABC-Decks hat, kann er mich gerne ansprechen. Doch erst und abschließend das Deck:
What a beauty!! Das Deck bildet eine angenehme Balanz zwischen Landzerstörung, Boardkontrolle und der Xanthic Statue. Ich überlegte kurzfristig eine Crucible of Worlds basierte Richtung einzuschlagen, aber dann hätte ich zugunsten Strip Mine den Stone Rain nicht mehr spielen können und das geht mal überhaupt nicht.
Also, jemand Lust auf eine Partie??
LF |
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| 4 Kommentare | |   |
| #1 | Thomas Jungmann — Ja, hat er. | 04.10.2007 - 15:23 |
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Aber nicht gegen das Deck. Damit solltest Du mal zum Vintage in Dülmen antreten, wäre wiklich lustig, die Gesichter der Gegner zu sehen.
Es ist ja erstaunlich, wie wenig die Leute sich zu kommentieren trauen.
Also:
Netter Artikel, Dein wahnsinniger (ja, sowohl als auch! ) Schreibstil gefällt mir immer, ich hatte ihn in den letzten Wochen (ja fast Monaten) etwas vermisst. Warum Du nur auf 3 Buchstaben eingehst, entzieht sich meinem Verständnis, aber alle 26 Buchstaben wären wohl auf "tl;dr" hinausgelaufen. Trotzdem hättest Du etwas mehr auf die Entstehung des Decks eingehen können. Insgesamt ein guter Wettbewerbsbeitrag, mal sehen, ob den jemand toppen kann.
Am Schluss sei aber nochmal die Frage erlaubt: Warum verstehen die Leute von Wizards eigentlich als einzige etwas anderes unter diesem Format, wie die "auction of the people" dieses Jahr zeigt? Da wird nämlich mit 60 Karten gebaut. Komisch. |
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| #2 | Janis Schindler | 04.10.2007 - 17:17 |
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Wer nämlich mit "h" schreibt ist dähmlich! |
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| #3 | Thomas Jungmann — Wer? Ich? | 04.10.2007 - 18:25 |
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Wo?
Kann doch gar nicht sein. |
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| #4 | Volker Olbrich — düüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüü | 05.10.2007 - 11:25 |
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das ABC Highlander wurde jedes Jahr auf den Auenland invitationals geplayt und macht mega bock.
Man sollte mal Auenland, MiMü oder Falk heranholen. die hatten richtig gute Decks.... |
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