| Magic-Antiquariat |
22.03.2008 |
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Fakten zur 4th Edition:
Die Vierte Edition des Magic-Grundsets (nach der Zählung Limited/Unlimited/Revised) erschien im April 1995. Die Karten waren weiterhin weißrandig und ohne Expansion-Symbol. Es gab drei 121er-Druckbögen, so dass 4th Edition mit 121 Commons, 121 Uncommons und 121 Rares 363 Karten plus Standardländer enthielt. Letztere waren zum ersten Mal auf einem eigenen Druckbogen zu finden. 4th Edition wurde in 15-Karten-Boostern mit 11 Commons, 3 Uncommons und 1 Rare, sowie in 60-Karten-Startern mit 22 Standardländern, 26 Commons, 9 Uncommons und 3 Rares verkauft.
Warum schon wieder ein Grundset?
Im Rückblick stellt sich mir die Frage, warum die Vierte Edition eigentlich damals erschienen ist! Revised war gerade erst ein Jahr alt, und der Magic-Markt mit Fallen Empires ge-, genauer: übersättigt. War es da also ein geschickter Schachzug, ein neues Grundset auf den Markt zu werfen?
Nun, zunächst einmal war damals wohl die Planung, das Grundset jährlich rotieren zu lassen. 1994 waren vier kleine Editionen erschienen, und WotC wollte wohl sicher stellen, dass Karten aus ihren Erweiterungen auch denjenigen Spielern zugängig waren, welche bei diesen rasch vergriffenen Sets nicht rechtzeitig hatten zuschlagen können. Vielleicht steckte auch der Gedanke dahinter, dass es einfach schade war, wenn die liebevoll designten Expansions nur einen Bruchteil der Spielerschaft erreichten.
Dieses Prinzip musste jetzt allerdings auf den Prüfstand gestellt werden. Ursprünglich war vorgesehen gewesen, in die 4th Edition Karten aus den mittlerweile erschienenen Sets Legends, The Dark und Fallen Empires aufzunehmen, aber wenn die Vierte Edition, für die WotC sowieso bereits einige unpopuläre Entscheidungen getroffen hatte (gleich mehr dazu), auch noch Fallen Empires Karten enthalten hätte, dann hätten sie sich vermutlich auf Bombenanschläge einstellen müssen. Außerdem sollten ja von nun an Erweiterungen nach Bedarf produziert werden, so dass das Problem, dass viele Spieler keine Gelegenheit hatten, in Kontakt mit den neuen Karten zu kommen, sich entschärfte. Nach der 4th Edition jedenfalls würden Grundsets in jenem 2-Jahres-Rhythmus rotieren, der auch heute noch Gültigkeit besitzt.

Eine andere mögliche Motivation war es vielleicht auch schlicht, auf diese Weise ein "neues" Produkt in die Läden zu bekommen! Magic steckte gerade in einer Bredouille: Um den gerade ins Stocken gekommenen Hype am Leben zu erhalten, mussten Neuigkeiten erscheinen, aber eine neue Erweiterung war dem Handel, der unter Bergen von Fallen-Empires-Displays stöhnte, einfach noch nicht zuzumuten. Das Grundset hingegen musste natürlich überall im Angebot gehalten werden, und mit dessen neuem Anstrich wurde das Gefühl, dass bei Magic nichts mehr passierte, ein wenig zerstreut.
Schließlich war da noch das Phänomen der zunehmenden Internationalisierung von Magic. neben englisch, deutsch, französisch, italienisch, portugiesisch und spanisch sollte das Spiel auch auf japanisch, koreanisch und chinesisch erscheinen. Dafür wurde es überarbeitet, die Regeln verständlicher (naja, ein wenig weniger unverständlich) formuliert und mit dem gebogenen Pfeil ein sprachunabhängiges Tap-Symbol eingeführt. Mit der 4th Edition sollte Magic fit für die Welt gemacht werden.
Sie stieß daher zwangsläufig auf eine hohe Erwartungshaltung. Es gab zahlreiche Gerüchte - würden etwa die Moxe wiederkommen? Nachdem die Szene durch das Fallen-Empires-Desaster ernüchtert worden war, nahm man allgemein an, dass die euphorisch beworbene Vierte Edition etwas ganz Besonderes bieten würde, um die Kunden zu versöhnen.
Enttäuschungen und Entsetzen
Stattdessen jedoch nutzte WotC die Gelegenheit, um bei dieser Rotation den Power Level des Grundsets noch einmal deutlich zurück zu fahren. Zwar war dieser Schritt auf Dauer unumgänglich, aber der Zeitpunkt hätte kaum ungünstiger sein können, und die Durchführung war darüber hinaus sehr mangelhaft.
Als gerade in Amerika die ersten Booster geöffnet wurden, gab es hier in Berlin ein Gerücht, dass der Serra Angel heraus genommen worden sei. Das wurde kontrovers diskutiert: Einerseits galt er damals als die schlichtweg stärkste Kreatur in Magic. Andererseits war er auch die mit Abstand beliebteste.
Das Internet konnte in diesem Punkt rasch Entwarnung geben, wartete aber mit einer noch viel beunruhigenderen Meldung auf: Es waren keine Doppelländer mehr in den Packs! Damit hatte hier einfach niemand gerechnet. Wir hatten gerade erst begriffen, warum diese Dinger eigentlich so gut waren - und jetzt gab es sie nicht mehr?
Wie sehr uns diese Nachricht schockierte, ist aus heutiger Sicht vielleicht schwierig nachzuvollziehen. Macht Euch aber Folgendes klar: Ohne die Doppelländer gab es in praktisch kein brauchbares Manafixing mehr! Da war zwar noch City of Brass, aber diese Arabian-Nights-Karte besaß praktisch niemand. (Außerdem war sie nicht Typ-2-legal, aber in diesen Kategorien dachten wir wohl noch nicht.) Die nächstbeste Wahl war da wohl bereits... Rainbow Vale. Mit anderen Worten, WotC hatte gerade effektiv mehrfarbige Decks beerdigt!
Vielleicht erinnert Ihr Euch noch, dass es einmal eine Extended-Saison gab (diese Saisions dauerten damals drei Jahre), in denen die Original-Doppelländer nach der Rotation eigentlich nicht mehr erlaubt waren, aber eine Ausnahmegenehmigung erhielten, weil sich niemand so Recht vorstellen konnte, wie dieses Format ohne sie aussehen sollte. Das war gar nichts im Vergleich dazu, wie wir uns fühlten! Gerade erst hatten wir uns angewöhnt, Karten displayweise zu kaufen und den Wert eines solchen Displays an der Anzahl der darin befindlichen Doppelländer fest zu machen. Dementsprechend reagierten wir auf die 4th Edition: Da war ja nichts mehr drin!
Außerdem fehlten zum Beispiel noch Basalt Monolith, Juggernaut, Sol Ring, Demonic Tutor, Braingeyser, Copy Artifact, Serendib Efreet, Fastbond, Regrowth, Fork, Sedge Troll, Wheel of Fortune und Kird Ape - ein erheblicher Aderlass für kompetetive Decks. Weiterhin wurden Publikumslieblinge wie Vesuvan Doppelganger, Clone, und Granite Gargoyle vermisst. (Bei Crystalkeep findet man vollständige In-/ Out-Listen.)
Erst Fallen Empires und nun das - die Stimmung in der Szene näherte sich dem Nullpunkt. Die Neuaufnahmen in die Vierte konnten da kaum etwas kompensieren. Einmal waren dies zumeist eher spielschwache Karten, welche ohne den Mythos der schwierigen Erhältlichkeit plötzlich einfach nur langweilig waren (Red Mana Battery und der ganze Zyklus, Urza's Avenger, Elder Land Wurm) oder sogar durch neuen Text jeglicher Gefährlichkeit beraubt worden waren (Relic Bind). Zum anderen waren es teilweise zwar starke Karten, die aber durchaus noch in der Originalversion im Umlauf waren (Ball Lightning, Fellwar Stone) - die Knappheit von The Dark war eben nicht mit jener von Arabian Nights vor einem Jahr zu vergleichen. Und dann war bei einigen Karten einfach noch nicht bekannt, wie gut sie wirklich waren (Strip Mine, Land Tax, Sylvan Library). Alles in allem bot die Vierte Edition nur ganz wenige wirkliche Highlights wie zum Beispiel das beliebte Time Elemental oder die Killer Bees, aber jede Menge Enttäuschungen. Es war ein Set, dessen Wahrnehmung viel stärker durch seine Lücken bestimmt wurde, als durch seine Substanz.
Wie gesagt, es war natürlich notwendig, das Grundset ein wenig zurück zu fahren, aber gelungen ist dies WotC nicht wirklich. Mit Juggernaut, Serendib Efreet oder Kird Ape wurden starke, aber keineswegs überstarke Kreaturen entfernt, während Karten, die sich teilweise längst auf Restricted- oder sogar Banned-Listen befanden (Channel, Balance, Mind Twist, Black Vise, Ivory Tower) merkwürdigerweise weiter mit dabei sein durften, weitere schwierige Kandidaten (Mana Vault, Winter Orb, Stasis) nicht erkannt wurden und man sich mit Land Tax, Strip Mine und (nicht ganz so wild) Mishra's Factory neue Problemkinder ins Haus holte. | Nachdem Revised ja gerade erst vor einem Jahr erschienen und gegenüber dem Originalset schon deutlich abgeschwächt war, nahm die Szene hier sehr deutlich einen Abwärtstrend wahr, welcher das Grundset immer uninteressanter werden ließ. Schlimmer noch, es gab keine Erweiterungssets, die dies ausgleichen konnten - Fallen Empires war bereits vier Monate alt und selbst ein Flop, und die älteren Sets nicht mehr auf dem Markt. In den Läden standen daher nur 4th Edition und Fallen Empires (und Letzteres zu Discountpreisen in gigantischen Mengen). Wer immer heutzutage tönt, dass Magic sterben würde, der sollte sich vor Augen führen, dass es diese Periode überlebt hat. Das sollte die Verhältnisse wieder zurecht rücken!
| Regeltechnisch schwierige Karten wie der Vesuvan Doppelganger wurden trotz ihrer immensen Beliebtheit entfernt, anstatt die dazu gehörigen Regeln verständlicher zu formulieren - eine billige und faule Lösung. (Übrigens waren die Einzelfallregelungen zur Mishra's Factory damals kaum weniger zahlreich!) Dann war WotC aus irgendeinem Grund auch noch der Meinung, sie müssten am unteren Ende der Spielbarkeitsskala massiv aufrüsten. Erosion, Goblin Rock Sled, Visions und Fortified Area waren da nur der... äh... Boden des Eisberges. Weiter oben befanden sich dann zum Beispiel Leviathan, Mana Clash, Elder Land Wurm oder Pit Scorpion. Cursed Rack, Bog Imp oder Piety rangierten unter den Neuzugängen bereits im Mittelfeld. Die sowieso bereits enttäuschte, ja geradezu entsetzte Kundschaft reagierte auf diese massive Invasion von Crap-Karten natürlich doppelt empfindlich. Gekrönt wurde WotC's Instinktlosigkeit noch dadurch, dass sie die nutzlosen Ante-Karten heraus nahmen... und durch neue, nutzlose Ante-Karten ersetzten (Bronze Tablet, Rebirth, Tempest Efreet)...
Die Suche nach Lichtblicken und Empfehlungen
Es war aber nicht alles schlecht. Ein eigenständiger Druckbogen für Standardländer, welcher dafür sorgte, dass man diese nicht mehr an Stelle "richtiger" Karten aus den Boostern zog, war eine längst überfällige Entwicklung. Common-Artefakte im Grundset sind heute in Ungnade gefallen, aber ich bin der Ansicht, dass sie das Flair von Artefakten unterstreichen (wenn jeder Weltenwanderer sie benutzen kann, dann ist es nur logisch, wenn einige davon auch weit verbreitet sind) und die Limited-Spielbarkeit eines Sets verbessern. Daher werte ich Clay Statue, Grapeshot Catapult & Co. als Pluspunkte. Überhaupt gab es in den Commons jetzt ein wenig mehr Kreaturen - zwar immer noch deutlich zu wenig für ein augeglichenes Limited-Spiel, besonders in Weiß und Blau, aber immerhin ein Schritt in die richtige Richtung.
...okay, ich gebe mich geschlagen! Ich versuche zur Zeit verzweifelt, der Vierten Edition positive Aspekte abzugewinnen, aber abgesehen von einigen einzelnen netten Karten, die ich gleich noch aufzählen werde, ist da einfach kaum etwas. Dieses Set war letztlich eine einzige große Enttäuschung, dessen größter Verdienst darin bestand, noch nicht ganz an jenem rekordverdächtigen Tiefpunkt angelangt zu sein, den die 5th Edition später darstellen würde.
Nichtsdestotrotz findet man auch hier einige brauchbare Karten:
| (Obligatorischer Disclaimer: Bitte beachtet, dass es hier nicht mein Anliegen ist, Karten ausführlich zu beschreiben oder zu analysieren, sondern Euch lediglich darauf hinzuweisen, was es Interessantes gegeben hat, und kurz zu sagen, warum ich es für erwähnenswert halte!) | Commons:
Hier beschränke ich mich sinnvollerweise auf Neuzugänge seit Revised - man muss ja nicht alles doppelt schreiben. (Deswegen gibt es hier auch noch einmal Links zu Arabian Nights, Legends und The Dark, damit ich mich nicht geistlos wiederholen muss.)
Tundra Wolves - Legends
Vampire Bats - Legends
Nafs Asp - Arabian Nights
Sandstorm - Arabian Nights
Apprentice Wizard - The Dark (dort aber Rare! Eine blaue Manakreatur, na sowas.)
Energy Tap - Legends
Flood - The Dark (dort Uncommon)
Giant Tortoise - Arabian Nights
Sunken City - The Dark
Twiddle - zurück aus Beta
Blood Lust - Legends (dort Uncommon)
Fissure - The Dark
Giant Strength - Legends
Immolation - Legends
Ironclaw Orcs - zurück aus Beta
Ein paar ausgesuchte Uncommons & Rares:
Mishra's Factory & Strip Mine: Aus der Vierten bekommt man sie am einfachsten.
Black Vise & Ivory Tower: Hier hatten diese Powerkarten ihr letztes Hurra.
Tetravus & Triskelion: Einige der interessantesten Neuzugänge der Vierten.
Balance, Mind Twist & Channel: Mehr Powerkarten feiern ihren Abschied.
Control Magic: Die Vierte ist die letzte Chance, diesen Klassiker zu bekommen.
Water Elemental: Es punktet hauptsächlich durch sein Flair, zugegeben.
Die restlichen Empfehlungen hebe ich mir für die Fünfte Edition auf. Die hat sie noch nötiger.
Fakten zu Chronicles
Wenn ich rein chronologisch vorginge, wäre jetzt Ice Age an der Reihe. Aus gegebenem Anlass ziehe ich jedoch das nur einen Monat später erschienene Chronicles vor - warum, erkläre ich bald.
Chronicles erschien im Juli 1995 und enthielt Karten aus Arabian Nights, Antiquities, Legends und The Dark. Das Set war weißrandig, aber die Karten zeigten ihre ursprünglichen Erweiterungssymbole. Verkauft wurde es in 12-Karten-Boostern, mit 9 Karten vom Common-Druckbogen und 3 vom Uncommon-Druckbogen, die jeweils wieder 121 Karten enthielten.. Die Aufteilung der Karten auf die Druckbögen sah wie folgt aus:
3 C4er (nach Bildern 12 C1er - alle Varianten der Urza-Länder)
30 C3er (5 pro Farbe)
7 C2er (die Common-Artefakte)
5 C1er (alles mehrfarbige Legende, eine für jede Freundfarbenkombination)
25 U3er (5 pro Farbe)
46 U1er
Die C4er, C3er und C2er werden als Commons zusammen gefasst. C1er und U3er sind in Boostern effektiv gleich häufig und bilden die Uncommons des Sets. So erhält man 40 Commons, 30 Uncommons und 46 Rares, also insgesamt 116 namentlich verschiedene Karten.
Chronicles wird heute von vielen Händlern einfach als Erweiterung aufgeführt, und selbst die offizielle WotC-Seite bezeichnet es nur als "Special Set". Tatsächlich jedoch war Chronicles ursprünglich als Extension der 4th Edition deklariert worden, also als Teil des Grundsets! Die zu Grunde liegende Idee war, neueren Spielern die Gelegenheit zu geben, auch an ältere Karten zu gelangen. Zu diesem Zweck sollten Karten aus älteren Sets darin in unlimitierter Auflage nachgedruckt werden. Chronicles war (was der Name auch zeigt) als Reihe konzipiert und sollte ebenso wie das Grundset (und vermutlich gleichzeitig damit) rotieren. Ursprünglich sollten in Chronicles übrigens auch Fallen Empires Karten erscheinen, aber dieser Plan musste aus den unterdessen bekannten Gründen natürlich aufgegeben werden.
Sammler - Spieler 1:0
Chronicles wurde mit sehr gemischten Reaktionen aufgenommen. Spieler waren zunächst größtenteils erfreut bis begeistert, so an Karten zu gelangen, die ansonsten kaum zu beschaffen waren. Einzelkartenhändler und Sammler hingegen schrien Zeter und Mordio, da sie einen Wertverlust der älteren Karten befürchteten, und es gelang ihnen teilweise auch, mit dieser Stimmung die Spieler anzustecken und das Set als überflüssigen Neuaufguss dastehen zu lassen. Vielleicht hätte WotC diesem Druck nicht nachgegeben und den auf lange Sicht durchaus für das Spiel bessere Plan, alte Karten regelmäßig neu aufzulegen weiter umgesetzt, wenn ihre Situation nicht durch das Fallen-Empires-Desaster bereits so prekär gewesen wäre. So aber knickten sie ein und zeigten mit der Reserved-Liste sogar eine Überreaktion. Diese Liste wurde in den letzten Jahren zwar als Fehler anerkannt (und auch bereits leicht modifiziert - ursprünglich befanden sich auch Uncommons wie z.B. Juggernaut darauf), aber von der damals abgegebenen Garantie fühlt sich WotC auch heute noch gebunden.
Damals wurde also eine richtungsweisende Entscheidung getroffen: Zugunsten der Sammler und Händler wurde das Spiel für die Spieler schwieriger zugängig gemacht. (Ich war damals so sauer, dass ich um ein Haar mit Magic aufgehört hätte!) Und das alles war wohl die Schuld von Fallen Empires...
Zum Set selbst: Den Löwenanteil nahmen Karten aus Legends ein, welches nicht nur die bislang größte Erweiterung darstellte (Ice Age kam ja praktisch gleichzeitig mit Chronicles heraus) sondern auch am schlechtesten in Umlauf gelangt war. Dabei war die Rückkehr zahlreicher bunter Legenden - einschließlich aller Elder Dragon Legends! - wohl der beeindruckendste Aspekt von Chronicles.
Eine thematische oder sonstige Struktur war nicht vorhanden, und daher ist Chronicles auch völlig limited-untauglich (wirklich, versucht es erst gar nicht, außer vielleicht als Ergänzungsbooster - ich habe es versucht, und es war furchtbar!). Letztlich ist es eben nur eine Sammlung von Karten. Diese Karten wurden aber danach ausgesucht, ob sie beim Publikum auf Interesse gestoßen waren, und auch wenn das Publikum generell und noch mehr damals sich in der Spielstärke von Karten zu täuschen pflegt, garantierte dies, dass einen Chronicles-Booster zu öffnen in der Regel eine weit angenehmere Erfahrung war, als einen 4th-Edition-Booster aufzureißen.
Ich will daher hier kurz einige Karten aufzählen, mit denen Chronicles damals das Typ-2-Format erheblich bereicherte: Urza's Mine und Co., City of Brass, Tormod's Crypt, Erhnam Djinn, Ghazbán Ogre, Boomerang, Recall, Blood Moon. Die Spielumgebung profitierte enorm von diesem frischen (oder von mir aus wieder aufgewärmten - pfui Spinne!) Blut.
Empfehlungen:
Meine Empfehlungen halte ich diesmal besonders kurz - es ist ja noch nicht so lange her, dass ich die Quellsets von Chronicles besprochen habe.
Commons:
Urza's Mine, Urza's Power Plant & Urza's Tower.
Ashnod's Altar. (Gute Kombokarte), Ashnod's Transmogrant (Trick mit vielfältiger Anwendbarkeit), Feldon's Cane (Gut gegen Millstone und generell), Fountain of Youth (Unkomlizierter Lifegain), Tormod's Crypt.
Divine Offering, Repentant Blacksmith (Schutz vor Rot eben).
Cuombajj Witches, Hasran Ogress.
Argothian Pixies, Ghazbán Ogre, Metamorphosis, Scavenger Folk.
Boomerang, Dandân, Flash Flood, Remove Soul.
Active Volcano, Goblin Digging Team und Goblins of the Flarg, Goblin Shrine, Mountain Yeti.
Ein paar Uncommons & Rares:
Fallen Angel. (Ja, der war eine Uncommon!), Hell's Caretaker.
Concordant Crossroads, Erhnam Djinn (Uncommon), Storm Seeker (Uncommon)
Dance of Many, Recall. (Uncommon!)
Blood Moon, Land's Edge.
Rubinia Soulsinger, Sol'kanar the Swamp King, Xira Arien.
Nächste Woche gehen wir dann wieder einen Monat zurück und sehen uns Ice Age näher an!
MM |
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| 8 Kommentare | |   |
| #1 | Martin Fuchs | 22.03.2008 - 10:34 |
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wieder ein gelungener artikel der reihe.
weiter so! |
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| #2 | EvilBernd | 22.03.2008 - 10:54 |
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Wer 4te Edition sagt, muss auch Renaissance sagen!! |
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| #3 | Andreas Pischner — zeromant.wordpress.com | 22.03.2008 - 11:05 |
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Aus dem Gesamtüberblick im einleitenden Artikel dieser Reihe:
"Zumindest erwähnen sollte ich aber, dass es in Italien, Frankreich und Deutschland ein Set namens "Renaissance" gab, welches kein englisches Gegenstück besaß. Dessen Herkunft will ich kurz erklären: Vor langer, langer Zeit gab es eine WotC-Policy, dass es zu jeder weißrandigen Karte IN JEDER SPRACHE auch ein schwarzrandiges Pendant geben müsse. Das warf ein Problem auf, wenn ein Grundset rotierte und darin plötzlich Karten aus älteren Sets, welches in der Sprache eines bestimmten Landes nie veröffentlicht worden war, auftauchten. "Renaissance" löste dieses Problem, indem es diese Karten mit schwarzem Rand (und Original-Erweiterungssymbol) anbot. Das deutsche "Renaissance"-Set gehörte dementsprechend zur deutschen Vierten Edition und enthielt die dort hinein rotierten Karten aus Arabian Nights, Antiquities, Legends und The Dark."
Zugegeben, da fehlt ein Zusatz "...sowie ein paar Karten des Originalsets, die in Revised pausiert hatten und in der Vierten zurück kehrten". (Vielleicht kann die Redaktion das ja nachtragen?)
Abgesehen davon sollte damit alles Wichtige gesagt sein, denke ich. |
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| #4 | Magnus Garbrecht — Produktverfügbarkeit | 22.03.2008 - 19:45 |
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Wie immer schöner Nostalgie-Überblick.
"In den Läden standen daher nur 4th Edition und Fallen Empires (und Letzteres zu Discountpreisen in gigantischen Mengen)."
Hmm, wenn das in Berlin so war, ist das natürlich für eine so große Hauptstadt tatsächlich krass. Das muß dann aber regional sehr, sehr stark unterschiedlich gewesen sein: In Kiel zumindest waren The Dark, Revised und die deutsch-limitierte noch bis Monate nach Erscheinen von Ice Age erhältlich, und das war immerhin die Zeit, wo die Spieler hier bereits angefangen hatten Displayweise zu kaufen (und zwar im Laden!!!). Die vierte Edition hat da natürlich niemand haben wollen.
Auch im Jahr zuvor hat man beispielsweise bestimmt über einen Zeitraum von 3-4 Monaten Arabian Nights Booster kaufen können, übrigens für etwa 3,50 DM! Und so wenige Spieler waren hier nun wieder auch nicht unterwegs.
Fallen Empires wurde als spielbare Edition hier übrigens nicht als so ganz negativ empfunden, die Token und Counter Mechanik war sicher noch nicht perfekt umgesetzt, aber Hymne, Pumpknights etc. waren stark und das Flair war stimmig (außerdem war es ja die mit Abstand billigste Edition , ich erinnere mich an Preise von 2 DM und weniger).
Über Chronicles haben sich eigentlich die meisten gefreut, vorher mußte man ja für einen Nicol Bolas locker zwei Doppelländer rausrücken...
Dass von FE bis zu Mirage nur sehr wenige Editionen in einem großen Zeitraum erschienen sind, kann übrigens auch als Grund dafür gewertet werden, warum in dem Zeitraum DIE große Magic Welle überhaupt durchbrach und vor allem sich auch erstmal hielt: man konnte sich das Spiel auch auf Turnier Niveau schlichtweg auch als Schüler & Student locker leisten!! Wenn ich heutzutage alle Karten für Typ2 verfügbar haben (und sie auch besitzen!) möchte, komme ich kaum unter 1000 Euro pro Jahr weg! Damals reichten -nach einer größeren Anfangsinvestition- 10 Booster im Monat locker, um überall mitspielen zu können. Und Limited setzte sich erst ab Ice Age so nach und nach durch.
Da kann Herr Rosewater noch so sehr das Jahr 2008 als "Super-Duper-Spieler-Neuanwerbungs-Jahr-Schwerpunkt-Des-Jahrzehntes" oder was auch immer deklarieren: solange der ernsthafte Neueinstieg in ein Kartenspiel nicht unter dem Gegenwert eines Gebrauchtwagens zu haben ist, wird Magic auch nie die gewünschten, gigantischen neuen Käuferschichten erreichen können.
So wird es immer höchstens für einige hundert Turnier Spieler (PTQ Aufwärts) in Deutschland reichen, der Rest spielt "nur aus Spaß" unter sich zu Hause. Und das ist übrigens auch schön. |
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| #5 | Marcus Malden — Neuanwerbungen | 22.03.2008 - 19:54 |
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Denke, dass mit den Neuanwerbungen aber auch ganz neue Käuferschichten angesprochen werden müssten. Je breiter Magic bekannt wird, desto besser wäre es theoretisch auch für den Hersteller - und dieser könnte die Vorteile wiederum an die Kunden weitergeben und die Booster günstiger anbieten. Das das nie im Leben Realität ist, ist aber das traurige daran. |
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| #6 | Thomas Jungmann — Naja, | 23.03.2008 - 17:54 |
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Das mit den Boostern wäre ja, zumindest für Deutschland, schon mal kein Problem, wenn Wizards Deutschland die Preise ein wenig an den Dollar anlehnen würde, zumindest für Englische Karten. Hier kann man Displays halt für 65 Euro über die Ladentheke kaufen, Booster für 3.5 Dollar sind auch nur 2.80 Euro. Es kann halt nicht sein, dass Booster in manchen Städten 4.50 kosten, wenn sie hier so viel nicht mal in Dollar haben wollen.
Ich weiß nicht, woran das leigt, aber Wizards sollte doch etwas daran gelegen sein, dass nicht so viel Geld in den Vertriebswegen versickert! |
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| #7 | Andreas Pischner — zeromant.wordpress.com | 23.03.2008 - 18:32 |
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Das Geld bleibt nicht in irgendwelchen Vertriebswegen, das geht schon an WotC. Die legen eben für unterschiedliche Märkte unterschiedliche Preise fest. Und sie sind halt der Meinung, dass Europäer mehr für Booster zahlen sollen als Amerikaner. (Das ist keine Gehässigkeit - sie schätzen uns einfach als kaufkräftiger und zahlungswilliger ein. Tja.) |
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| #8 | Bastian Grimberg — Kartenempfehlungen | 26.03.2008 - 14:41 |
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Guter Artikel wie die anderen davor auch,
ich hätte nur eigentlich bei Legends, spätestens jetzt bei Chronicles als Empfehlung noch Dakkon Blackblade angesprochen - super Zeichnung, zugegebenermaßen sehr bekünstelt cooler flavor text, und hat immerhin einen Nachfolger gebären können! |
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