Limited 11.12.2007  
Limited XXL: GPT Stuttgart and more!
von Andreas Pischner
6,95 Punkte  
15 Kommentare  
Wisst Ihr, ich hatte mich ja schon gefragt, ob ich das Magic-Spielen verlernt hätte. Dabei hatte ich noch vor wenigen Monaten einen richtig guten Run gehabt, hatte mich zur DM qualifiziert, bei ein paar FNMs konstant gut genug abgeschnitten, um Rating-Punkte zu gewinnen, und dann einen Grand Prix Trial für Krakau gewonnen - und das alles in Standard, einem Constructed-Format, meinem Schwachpunkt! Immerhin bildete ich mir damals zu keinem Zeitpunkt ein, dass ich jetzt ein wirklich guter Spieler geworden wäre, aber zumindest für einen ordentlichen hielt ich mich.

Dann schwang das Pendel zurück. Mein Auftritt in Krakau schrammte knapp an einer Katastrophe vorbei, und auch beim dortigen Grand Prix Trial in Stuttgart - der ja endlich wieder Limited war - konnte ich mit meinem Abschneiden nicht zufrieden sein. Den Tiefpunkt setzte dann ein gewisses FNM, bei dem ich nur gegen meine Freundin mit dem Deck, welches ich ihr geliehen hatte, nicht verlor und insgesamt trotzdem schlechter abschnitt, als sie!. Meine Ratings schossen nach unten und meine Selbsteinschätzung mit.

Von Constructed konnte ich mich ja nun erst einmal verabschieden, aber meine Lieblingsdisziplin, das Limited funktionierte auch nicht besser. Abgesehen von jenem GPT in Krakau hatten wir ja auch im Team ein wenig getestet. Bei zwei Sealeds war ich der festen Überzeugung gewesen, jeweils einen klar unterdurchschnittlichen Pool bekommen zu haben, und hatte damit 1 zu 2 und glücklich 2 zu 1 gespielt, und der Draft, von dem Euch ja bereits aus drei Perspektiven berichtet wurde bescherte mir ein spektakuläres 0 zu 2.

Hatte ich also auch noch meine Limited-Fähigkeiten verlernt? Ich wollte meine Erfolglosigkeit gerne auf Pech schieben, und es sprach auch einiges dafür, aber natürlich musste ich mich fragen, ob ich nicht einfach mein eigenes Unvermögen schönfärbte. Der nächste Schritt war dann jedoch, die Fehler zu identifizieren, die ich machte, und da kam ich nicht weiter. Wenn ich Draftwalkthroughs las, schüttelte ich immer wieder den Kopf. Da wurden Firstpicks wie Wort gegen Perfect abgewogen, während ich mich in meinen Drafts zwischen Dreamspoiler Witches und Pestermite entscheiden durfte. Da wurden Fourth Pick Silvergill Douser oder Drowner of Secrets diskutiert, ob sie ein Signal wären, auf den starken Merfolk-Archetyp zu wechseln, während ich diese Karten noch nie in einem Draftbooster zu Gesicht bekommen hatte. Da wurden experimentelle Deck-Konzepte mit späten Changelings aufgefüllt, während ich Changelings über gute Removal-Sprüche hätte picken müssen, um sie zu bekommen. Ach ja, und andere Leute öffneten gelegentlich auch einmal gute Uncommons (Shriekmaw, Briarhorn, Final Revels, Merrow Reejerey, Changeling Hero...) Ich bemühte mich ernsthaft um Selbstkritik, gelangte aber immer wieder zu dem Punkt, an dem ich keine Alternativen sah. Also, was blieb mir übrig, als fortzufahren wie bisher und zu hoffen, dass das Glück wieder auf meiner Seite sein würde?

Dann draftete ich zuletzt bei einem FNM folgendes Deck:

Maindeck
9 Mountain
9 Plains
2 Kinsbaile Skirmisher
2 Adder-Staff Boggart
1 Soulbright Flamekin
1 Wispmare
1 Kithkin Healer
2 Lowland Oaf
2 Hillcomber Giant
1 Cloudgoat Ranger
1 Giant Harbinger
1 Plover Knights
1 Lash Out
1 Triclopean Sight
1 Moonglove Extract
1 Ajani Goldmane
3 Consuming Bonfire
1 Incendiary Command



Nettes Sealed Deck, nicht? Ich hatte im ersten Booster einen Lash Out über... ja, es war wohl ein Avian Changeling... genommen, und dann mit einem Weed Strangle aus einem ansonsten schlicht leeren Pack weitergemacht. Ich glaube, der dritte Pick war ein mutiges Fodder Launch, das allerdings auch ohne besondere Alternativen war (vielleicht war ein Stonybrook Angler oder Leaf Gilder oder so etwas noch drin gewesen) - ich wollte versuchen, Goblins zu draften. Ich bekam noch einen Hornet Harasser und zwei Spiderwig Boggart, die ich keineswegs über bessere Karten in anderen Farben nahm - ich bin kein Drafter, der Signale ignoriert - vor allem aber noch ein recht spätes (sechster, siebenter Pick) Consuming Bonfire. Ansonsten erinnere ich mich, einen Lowland Oaf einem Stinkdrinker Daredevil vorgezogen zu haben, für die Boggarts ein- oder zwei Mal einen Kithkin Greatheart gepasst zu haben und schließlich zwei Hillcomber Giant, welche getablet waren, eingesammelt zu haben - hauptsächlich als Hatepicks, aber auch mit dem Auge darauf, dass Weiß underdraftet schien.

Dann kam der nächste Booster, und Ajani starrte mich an.

Wisst Ihr, das war das erste Mal überhaupt für mich im Lorwyn-Draft, dass sich mir die Gelegenheit bot, als First Pick etwas anderes als eine Common zu nehmen. Erstaunlicherweise überlegte ich gerade deswegen zumindest für einen Augenblick, ob ich diesen Planeswalker verschmähen sollte - ich befürchtete, dass ich mich von der Möglichkeit eines spektakulären Picks blenden ließ. Ich sondierte die Alternativen: Mudbutton Torchrunner und Weed Strangle. (Der korrekte Pick, wenn man Ajani außen vor lässt, wäre natürlich der Goblin). Hmm. Konnte ich es riskieren, Weiß anzudraften? Der Torchrunner würde auf jeden Fall in meinem Deck landen, denn Rot stand eindeutig fest. Schwarz hingegen stand noch auf tönernen Füßen, und Weiß schien ja frei zu sein. Einen Versuch war es auf jeden Fall wert: Ich war (und bin) der Überzeugung, dass Lorwyn Limited im Wesentlichen ein Spoilerformat ist, und dann kann ich mir einen Spoiler eigentlich nicht entgehen lassen. Naja, und außerdem brauchte ich noch einen Ajani für meinen Constructed-Pool...

Wie ging es weiter? Ich sammelte noch ein Bonfire ein, nahm dann, als in meinen Farben ansonsten nichts Überzeugendes zu finden war, Plover Knights und wurde dann mit einem Fourth Pick Cloudgoat Ranger belohnt. Dann gabe es noch einmal einen Hornet Harasser aus einem Booster ohne große Auswahl, und danach sah ich eigentlich nie wieder eine in Frage kommende schwarze Karte. Stattdessen griff ich ungläubig staunend nach einem Sixth Pick roten Command und einem Seventh Pick Bonfire. Ansonsten bot der zweite Booster nicht viel.

Dann kam Booster drei, und mein First Pick war das gute Extract. Danach wurden die Packs immer leerer. Ich denke, als nächstes nahm ich den Giant Harbinger und darauf einen Arbiter of Knollridge. Ich hatte mich damit abgefunden, ohne es wirklich zu wollen, in R/W Giants gerutscht zu sein - die anderen Farben waren einfach nicht für mich frei beziehungsweise zu dünn besetzt gewesen, und gute Kithkin kamen schlicht nicht vorbei. Leider sah ich keinen Daredevil mehr. Eigentlich sah ich überhaupt nichts Besonderes mehr und verbrachte die letzten Picks damit, meine Manakurve aufzufüllen - ich glaube, sämtliche 2- und 3-Mana-Kreaturen in meinem Deck stammten aus dem letzten Draftbooster!

Das Endresultat war das meiner Ansicht nach bislang schlechteste Deck, welches ich in diesem Format gedraftet hatte. Gut, ich hatte ein Giant-Thema, aber abgesehen von dem einen Harbinger machte ich nichts daraus. Es war ein klobiges Deck, mit klobigen Kreaturen und noch klobigerem Removal (Consuming Bonfire ist, wenn man es recht bedenkt, lediglich ein deulich schlechteres Weed Strangle).

Aber natürlich würde ich Euch nicht dermaßen ausführlich davon berichten, wenn ich so sang- und klanglos damit untergegangen wäre, wie ich es erwartete! Tatsächlich stand ich ganz kurz davor, den Draft zu gewinnen, führte im Finale bereits 1 zu 0 und wurde in den anderen beiden Spielen jeweils nur durch ein Incremental Growth weggeschossen (lasst Euch nicht einreden, diese Karte sei kein Top-Pick, weil man dafür Kreaturen braucht - mit dieser Logik könnte man auch Overrun schlecht reden!) Dass mein Gegner allerdings in allen drei Spielen erste Runde seinen einzigen Elvish Handservant gegen mich legte, sollte auch nicht unerwähnt bleiben!

Bemerkenswert daran ist, dass dieser Achtungserfolg mein Gefühl, mit dem Lorwyn-Format einfach nicht zurechtzukommen, nur noch verstärkte. Ich meine, schaut Euch diese Liste doch einmal an! Keine Synergien, kein Tempo abgesehen von der guten Anzahl 2-Drops und jede Menge mittelprächtige Karten. Wie habe ich damit eigentlich gewonnen?

Karten mit Goldsymbolen, und Manaprobleme beim Gegner, das ist die Antwort! Sowohl das Command als auch der Planeswalker haben je zwei Mal ein Spiel zu meinen Gunsten entschieden (auch wenn Ajani einmal nichts anderes gemacht hat, als meinen Mountainwalk-Giant zwei Mal zu pumpen). Natürlich hat es auch geholfen, dass ich eine gute Anzahl Removal im Deck hatte, und dass ein Bonfire einen Changeling Titan wegbrennen konnte, aber diesem Deck fehlte jegliche Finesse und Subtilität - und es schien sie auch nicht zu benötigen. Wie soll man in einem solchen Format einigermaßen konstant gewinnen?

Mit diesen Zweifeln begab ich mich dann zum zweiten Berliner Grand Prix Trial für Stuttgart (den ersten hatte ich aus RL-Gründen nicht mitspielen können). Am gleichen Tag fand auch ein PTQ für Kuala Lumpur in Leipzig statt, aber einmal hatte ich irgendwie erst am Tag zuvor davon erfahren, und zum anderen wollte ich auf jeden Fall in Stuttgart spielen, hatte aber eh nicht vor, nach Kuala Lumpur zu fliegen.

Der Besuch dieses Turniers war erstaunlich gut; wir waren 29 Teilnehmer. Einige Namen, die ich schon des längeren aus der Szene kannte: Yannick Osterburg, Oliver Lange, Patrick Dierbach, Dennis Baris, Dennis Jenkel, Robert Sakrowski, Antonio Rosada und natürlich Christopher Eucken. Aus dem MU-Team-Umfeld war noch Matthis Klemm anwesend.

Bei lokalen Turnieren wird die Regel, dass man beim Registrieren und Deckbauen still sein soll, ja bekanntlich nicht eingehalten, und so unterhielten wir uns munter über unsere Pools. Die Turnierpackung, die ich öffnete, enthielt unglaublicherweise bei den Commons Tarfire, Lash Out, Nameless Inversion, Hornet Harasser UND Moonglove Extract! Mein Gegenüber legte wortlos... äh, Wort auf den Tisch, und dann Doran daneben. Um uns herum regnete es Planeswalker. Es gab mindestens drei Garruk im Turnier, sowie zwei Jace, und mindestens zwei Pools mit Doppel-Planeswalkern!

Ich nahm den starken Common-Run, den ich gerade vor mir sah zum Anlass, Überlegungen darüber anzustellen, was besser war - einige spektakuläre Rares zu öffnen, oder eine große Anzahl starker Commons. Ich war mir nicht ganz sicher. In jedem Fall war ich früh mit dem Registrieren fertig und nahm mir die Zeit, die Karten noch einmal durchzublättern und im Kopf ein Deck daraus zu bauen. Ich war mir ziemlich sicher, dass ich bei G/B/r landen würde, und ein rasches Durchzählen ergab auch 24 Karten (einschließlich zweier Fertile Ground und eines Elvish Harbinger) - das passte ja!

Dann wurden sämtliche Decks eingesammelt und neu verteilt. Ich liste Euch Deck und Pool auf:

Maindeck
8 Forest
6 Swamp
2 Mountain
2 Fertile Ground
1 Elvish Handservant
1 Wren's Run Vanquisher
1 Spiderwig Boggart
1 Ghostly Changeling
1 Elvish Harbinger
1 Gilt-Leaf Seer
1 Hornet Harasser
2 Moonglove Winnower
1 Cloudcrown Oak
1 Briarhorn
1 Nath of the Gilt-Leaf
1 Giant Harbinger
1 Thorntooth Witch
1 Oakgnarl Warrior
2 Tarfire
2 Nameless Inversion
1 Fistful of Force
1 Lash Out
1 Moonglove Extract


Pool
1 Spinerock Knoll
1 Vivid Creek
1 Herbal Poultice
1 Goldmeadow Harrier
1 Kithkin Greatheart
1 Judge of Currents
1 Knight of Meadowgrain
1 Dawnfluke
1 Thoughtweft Trio
1 Oaken Brawler
1 Plover Knights
1 Lairwatch Giant
1 Pollen Lullaby
1 Surge of Thoughtweft
1 Hoofprints of the Stag
1 Battle Mastery
1 Scarred Vinebreeder
1 Nath's Buffoon
1 Lys Alana Scarblade
1 Quill-Slinger Boggart
1 Bog Hoodlums
1 Warren-Scourge Elf
1 Spring Cleaning
1 Woodland Guidance
1 Rootgrapple
1 Amoeboid Changeling
2 Deeptread Merrow
1 Ringskipper
2 Stonybrook Angler
1 Drowner of Secrets
1 Ethereal Whiskergill
1 Inkfathom Divers
2 Æthersnipe
1 Wanderwine Prophets
1 Broken Ambitions
2 Zephyr Net
1 Captivating Glance
1 Protective Bubble
1 Boggart Forager
1 Flamekin Bladewhirl
2 Smokebraider
1 Boggart Sprite-Chaser
1 Ingot Chewer
1 Faultgrinder
1 Needle Drop
1 Blades of Velis Vel

Fällt Euch etwas auf? Genau - das ist der selbe Pool, den ich geöffnet hatte! Witzigerweise hatte ich ihn zurückbekommen. Ich musste ziemlich lachen und nutzte die Zeit, die ich dadurch gewonnen hatte, dass ich nicht überprüfen musste, ob die Karten korrekt registriert waren, und dass ich bereits eine Variante des Decks entworfen hatte, um in Ruhe nach Alternativen zu suchen. Ich ging sorgfältig alles durch: Weiß war trotz einiger starker Karten keine Option als Hauptfarbe. Blau sah mit Doppel-Angler und Doppel-Æthersnipe erst einmal interessant aus, bot aber weder ein ausgeprägtes Merfolk-Thema, noch Flieger, noch Card Draw. Grün hingegen war als Hauptfarbe praktisch gesetzt, nicht nur wegen seiner starken Kreaturen, sondern vor allem auch, weil es beinahe mein gesamtes Manafixing lieferte. Schwarz bot Removal und einige starke Karten (Nath, Witch, Changeling) sowie zwei weitere Elfen für meinen Vanquisher. Rot war als Hauptfarbe ein Totalausfall, glänzte aber im Splash.

Im Vergleich Blau gegen Schwarz unterlag Blau dann klar, denn ihm fehlte all das, was mir geholfen hätte: Evasion, Synergie und vor allem Card Draw, während Schwarz mit seinem Removal die Tapper trumpfte, mit den Elfen synergierte und seine Kreaturen auch nicht schlechter als Æthersnipe waren. Im Splash schließlich waren die Angler kein Thema, und gesplashte Æthersnipe waren einfach nicht ganz so interessant wie drei gute, effiziente Removal-Sprüche.

Die letzte Frage, die sich mir stellte, war ob ich die beiden Æthersnipe zusätzlich splashen sollte, als vierte Farbe! Im Sealed Deck kommt es ja schließlich auf Power an, auch wenn die Konstanz ein wenig darunter leidet. Ich entschied mich nach langem Überlegen dagegen: Zunächst einmal hatte ich das Glück, mein zweieinhalbfarbiges Deck ziemlich manakonstant spielen zu können, dank der Manafixer, und das würde bei Hinzunahme einer weiteren Farbe leiden (das Vivid Creek war leider das falsche Land; ein Grove oder Marsh hätte es sein müssen). Das mehr an Power, welches die Æthersnipe gegenüber Oakgnarl Warrior/Thorntooth Witch/Elvish Handservant/Giant Harbinger/Spiderwig Boggart (zwei davon würden dann gecuttet werden) boten, war mir diesen Verlust an Konstanz nicht wert, zumal ich auch noch Synergie verlieren würde, egal wie ich mich beim Umbau entscheide. Zum anderen behoben die blauen Elementals einfach nicht die Schwächen des Decks (keine Evasion, keine großen Spoiler und kaum Kartenvorteil). Für 2 Mulldrifter hätte ich den Splash gemacht, denn die hätten Wesentliches beigesteuert! So aber siegte die Konstanz.

Die G/B/r-Variante schließlich baute sich eigentlich von selbst. Woodland Guidance war mir mit vier Mana zu teuer, wenn ich keine echten Spoiler damit wiederholen konnte, und Rootgrapple verbannte ich trotz der Omnipräsenz von Planeswalkern im Turnier erst einmal ins Sideboard (hier kam mangelnde Flexibilität UND Klobigkeit zusammen - einen Oblivion Ring hätte ich gesplasht!) Zugegebenermaßen habe ich ihn dann beinahe jede Runde gegen Spiderwig Boggart (der mir keine Tribal-Synergien ermöglichte) eingewechselt, aber er hat nie wirklich etwas gemacht. So landete ich am Ende exakt bei dem Deck, welches ich bei der Registration bereits im Kopf vorgebaut hatte!

Da ich hier die ganze Zeit von Synergien erzähle, will ich diese noch rasch aufzählen:

Beide Harbinger können zwei Nameless Inversion und den starken Ghostly Changeling suchen, der Elf darüberhinaus mehrere gute Elfen, insbesondere Nath, den er auch gleich in Runde vier auszuspielen erlauben kann.

Der Elvish Handservant war selten kleiner als 2/2, oft sogar noch größer. 3 Changeling-Sprüche pumpen ihn und indirekt auch die beiden Harbinger (der rote natürlich doppelt), die ja fast immer eine Inversion suchen. Außerdem ist er ein früher Drop und ein wichtiger Elf für die Vanquisher (deswegen ging auch immer der Boggart heraus und nicht der eigentlich schlechtere Gilt-Leaf Seer, der in einem von zehn Spielen auch einmal einen Clash mit Lash Out oder Fistful of Force vorbereiten kann).

Auch die Witch lässt sich entsprechend recht zuverlässig mindestens einmal triggern (und es sind zusätzlich noch zwei echte Treefolks im Deck).

Schließlich sorgen die drei grünen Manabeschleuniger noch dafür, dass der Nath eine Runde früher kommt, was bei dieser Karte einen besonderen Unterschied macht.

Habt Ihr jenes Feature gelesen, in welchem einige Pros gefragt wurden, welches die stärkste Lorwyn-Common sei? Die meisten Stimmen gingen an Mulldrifter und Nameless Inversion. Nun: 2 Mulldrifter können jedes Deck enorm verstärken. 2 Nameless Inversion hingegen machen ein Deck!

Mit diesem Pool ging ich gemäßigt optimistisch (angesichts der vielen Planeswalker im Turnier, der fehlenden Spoiler und Kartenzieher in meinem Deck, aber vor allem auf Grund meiner bislang schlechten Erfahrungen mit Lorwyn) in die erste Runde. (Fünf wurden gespielt werden, bevor es den Cut auf die Top 8 gab.)

Mein Gegner hieß Mike Klein. Ich hatte ihn vorher schon ein wenig spielen sehen und zuschauen dürfen, wie sein Deck den äußerst beeindruckenden dritte Runde Perfect, vierte Runde Garruk Start hingelegt hatte. Gegen mich zog er allerdings in beiden Spielen zwar jeweils den Perfect, für den ich dann doch immer ein passendes Removal hatte, aber nie seinen Planeswalker. Ich gewann beide Spiele, weil ich mit Hilfe von Fertile Ground in der vierten Runde Nath auspackte, der jeweils mindestens drei Karten abwarf und drei Elfen produzierte. Im ersten Spiel half ihm da auch sein Shriekmaw nicht, und mit Hilfe von Inversion und Co fräste ich mich im zweiten auch durch eine Serie von Lys Alana Huntmaster. Merke: Gegen bessere Decks gewinnt man, indem man besser zieht!

Mike schaffte es irgendwie, mit diesem Pool mit 6 Punkten den 20. Platz zu belegen.

In der zweiten Runde wartete Randy Nagel auf mich, der gerade Matthis besiegt hatte - wenn ich mich recht entsinne, mit der Macht von Shriekmaw und Sower of Temptation. Wieder zog ich genügend Removal und einmal tauchte erneut der vierte Runde Nath auf. Ich glaube, im anderen Spiel startete ich mit einem zweite Runde Vanquisher, aber meine Erinnerung an dieses Match ist leider nicht die beste. Aus meinem zweiten Tiebreaker kann ich aber errechnen, dass ich auch hier 2:0 gewonnen haben muss.

Randy würde es mit 10 Punkten auf den achten Platz schaffen. Witzigerweise spielte Matthis in dieser Runde gegen Mike Klein und besiegte ihn.

In der dritten Runde setzte sich mir Patrick Dierbach gegenüber. Die beiden Spiele fasse ich am besten so zusammen: Im ersten spielte er in drei Runden hintereinander Doran, the Siege Tower, Garruk, Wildspeaker und Dountless Dourbark. Im zweiten "nur" Garruk und Doran - aber das dafür mit Hilfe von Fertile Ground in der selben Runde! Trotz allen Removals der Welt wurde ich chancenlos weggespoilert.

Patrick belegte dann mit 10 Punkten den 5. Platz.

Gleb Gobzem (vermutlich ein Pole, oder?) war dann mein Gegner in der vierten Runde. Er hatte sich ein blau-weißes, tempo-orientiertes Deck gebastelt, welches meinem Removal-Arsenal einfach komplett unterlegen war. Allgemein schien es mir nicht allzu viel Power zu haben; ich sah nichts Gefährlicheres als einen Sower of Temptation. Er hielt zwar mit Hilfe von Tricks wie Wings of Velis Vel deutlich länger, als ich es für möglich gehalten hätte, dagegen, gelangte aber in keiner der beiden Partien wirklich ins Spiel. Er gab auf, als ich gerade den vierten Counter auf meinen Elvish Handservant legen wollte...

Eine Spielsituation möchte ich erwähnen, in der er mich vermutlich für den größten Scrub gehalten hat: Sein Æthersnipe hatte gerade meinen Vanquisher gebouncet. Mit 5 Ländern spielte ich stattdessen erst einmal einen Moonglove Winnower und in der Runde danach tappte ich mich für den 5-Mana-Vanquisher aus. Das sah zwar doof aus, hatte aber gute Gründe: Einmal wollte ich mit meinen Deathtouch-Viechern gegen sein Æthersnipe anrennen und da lieber den Winnower abtauschen bzw. so 2 Schaden mehr durchbringen. Zum anderen aber wollte ich mein Mana besser ausnutzen: Meine Hand bestand nämlich aus dem Vanquisher und ZWEI Moonglove Winnower, und hätte ich ein Land nachgezogen, hätte ich auf diese Art in zwei Runden alle drei legen können! Ich zog das Land aber nicht, und da ich mit meinem restlichen Mana eh nichts anfangen konnte (seine Hand war auch leer, also musste ich keine Angst vor Broken Ambitions haben), beschloss ich dann, ihm den zweiten Winnower noch nicht zu zeigen.

Ich führe das jetzt nicht an, weil ich es für das Play des Jahres hielte, sondern um zu verdeutlichen, dass man als "casual observer" einer Partie ganz schnell Spielfehler eines vermeintlichen Scrubs zu erkennen vermeinen kann, die in Wirklichkeit gar keine sind! Wie oft beobachten wir nebenher eine Partie Magic und denken uns, eindeutige dumme Fehler gesehen zu haben. Deswegen habe ich mir abgewöhnt Dinge zu sagen wie "Mann, da hättest Du doch... machen müssen!" und stattdessen - natürlich nicht in Turnierpartien! - nachzufragen? "Wieso hast Du jetzt nicht... gemacht?" Manchmal ist es ein Fehler, aber manchmal hat man auch nur etwas übersehen!

Gleb erreichte mit 9 Punkten Platz 12.

In der fünften Runde konnten die Spieler mit 11 Punkten (es gab niemanden mit 12, da die 3:0er gedrawt hatten) sich dann mit einem ID sicher in die Top 8 bugsieren, und für diejenigen mit 9 Punkten schien sich das Risiko (maximal zwei von sieben Spielern würden den Cut nicht schaffen) auch zu lohnen. Ich war allerdings derjenige, der zu einem 8-Punkte-Spieler hinuntergepaart wurde und musste spielen.

Dieser Spieler war übrigens das Ex-MU-Team-Mitglied Florian Wroblewski, welcher UW/b an den Start brachte. Ich legte einen guten Start (ich glaube, Fertile Ground + Cloudcrown Oak) hin und begann, mit Viechern auf ihn einzurennen. Er evokete einen Æthersnipe auf eine meiner Kreaturen und ich dachte mir, das wäre ja wohl irgendwie suboptimal! Etwas später brachte er dann jedoch das blaue Elemental mit Makeshift Mannequin ins Spiel. Hm. Durch den überraschenden Block hatte er zwar den Kartennachteil wieder heraus, aber ich denke, es wäre trotzdem sinnvoller gewesen, das Elemental erst einmal zu spielen, es abzutauschen und danach dann diesen Trick zu machen - gar so sehr war er noch nicht unter Druck gewesen. In jedem Fall leistete er sich noch einen dicken Klops, als er mit dem Snipe in meinen Hornet Harrasser rannte und diesen dann mit seinem Harpoon Sniper abschoss, nur um festzustellen, dass er dann natürlich trotzdem mit der Mannequin-Kreatur abtauschte! Ich erwiderte dieses Bad Play aber eine Runde später, indem ich meinen Spiderwig Boggart gegen sein Board von getapptem Sniper und ungetapptem Stonybrook Angler angreifen ließ. Au Backe!

Im zweiten Spiel dann musste er on the Play auf 5 mulliganen und ich bekämpfte mit nur mäßigem Erfolg die Versuchung, diese Runde im Geist bereits als gewonnen zu verbuchen. Gegen meinen langsamen Draw (den ich gegen 5 Karten natürlich behielt) legte er dann Angler und Veteran. Zum zweiten Mal in diesem Match entschlüpfte das Tapdance-Merfolk irgendwie meiner Aufmerksamkeit, und anstatt es sofort zu entsorgen, legte ich lieber Kreaturen, welche aber völlig überraschender Weise nicht zum Blocken kamen... Ich pflasterte das Board mit Viechern voll, während Flo seinen Veteranen wachsen ließ. Mit Nath plus Briarhorn konnte ich diesen dann doch noch abrüsten und gewann auch dieses Match trotz haarsträubender Spielfehler meinerseits 2:0.

Flo wurde Dreizehnter.

Nach Beendigung des Swiss wurden die Boosterpreise verteilt, und ich stellte zu meiner Überraschung fest, dass ich der Erstplatzierte war! Alle anderen hatten tatsächlich gedrawt, und so war ich der einzige Spieler mit 12 Punkten. Im Nachhinein hatte es sich also gelohnt, spielen zu müssen...

Zur Preisverteilung möchte ich anmerken, dass die Ausschüttung mir zwar insgesamt sehr großzügig erschien, und dass ich natürlich keinerlei Grund hatte, mich über meinen Anteil zu beklagen, dass ich aber das System ziemlich blöd finde: Erst einmal bekam JEDER Teilnehmer einen Booster - das ist kein "Preis", das ist Ware, welche man mit seinem Turniereintritt mitbezahlt hat! Zum anderen war die Verteilung extrem toplastig: Von dem Display, welches an die Top 8 ausgegeben wurde, erhielt ich 18 Booster! Der achte bekam dann gerade noch zwei; der neunte (obwohl punktgleich) nur noch den Pflichtbooster.

Ich bevorzuge ganz klar eine flachere Verteilung, die aber nicht über maximal die Hälfte des Feldes hinausgeht! Um auch den weniger starken Spielern einen Anreiz teilzunehmen zu geben, kann man ja ein paar Zufallspreise verlosen.

Die ersten acht Plätze sahen dann wie folgt aus:

Andreas Pischner 12
Yannick Osterburg 11
Oliver Lange 11
Oliver Wieske 11
Patrick Dierbach 10
Dennis Baris 10
Dennis Jenkel 10
Randy Nagel 10

Fabricio Gouveia und Stefan Rentzsch hatten sich mit 10 Punkten auf die Plätze 9 und 10 gedrawt. Matthis wurde mit 9 Punkten Elfter, Christopher Eucken mit 0 Punkten Letzter.

Damit ergab sich folgende Sitzordnung für die Top 8:

Pischner - Baris - Wieske - Osterburg - Nagel - Lange - Dierbach - Jenkel

Es spielte also der 1. gegen den 8., der 2. gegen den 7. und so weiter, und die Viertelfinalkontrahenten saßen einander gegenüber.

Ich öffnete mal wieder einen Booster ohne nennenswerte Uncommons. Die Rare waren Wanderwine Prophets (ich hatte zwar im Swiss beobachten können, wie tatsächlich einmal ein Spieler ins Prophet-Lock gelangt war, aber essenziell halte ich die Propheten für unspielbar). Daher entschied ich mich für Lash Out über Weed Strangle.

Im zweiten Booster befanden sich wieder nur zwei erwähnenswerte Karten, nämlich Changeling Berserker und Woodland Changeling. So sehr ich den kleinen grünen Changeling schätze, wollte ich ihn doch nicht über seinen starken roten Bruder nehmen, der außerdem noch meinen ersten Pick ergänzte.

Dann war der dritte Booster wieder weitgehend leer und ich musste mich zwischen einem weiteren Woodland Changeling, Caterwauling Boggart und - ich glaube - Lowland Oaf entscheiden. Hier ist der Changeling vermutlich bereits die beste Karte, aber ich wollte gerne erst einmal in Rot bleiben und Grün passen, um Signale zu geben, und der Boggart ist eine zentrale Karte in aggressiven roten Decks.

Dann aber kam ein Wren's Run Vanquisher ohne nennenswerte Konkurrenz vorbei, und ich dachte mir, diesen Zug darf ich nicht verpassen! Als es gleich hinterher noch einen zweiten gab, fühlte ich mich natürlich bestätigt und trauerte ein wenig den Woodland Changeling hinterher. Ich blieb jetzt konsequent in Grün und schöpfte mit Fistful of Force, Incremental Growth, zwei Lignify und einem Kithkin Daggerdare aus dem vollen. Einen Fertile Ground schnappte ich auch noch auf. Das war ein äußerst ergiebiger erster Booster gewesen!

Im zweiten Booster grinste mich dann Dread an. Hm! Meine roten Picks beliefen sich bislang auf Lash Out, Changeling Berserker und Caterwauling Boggart. Der Boggart stand jetzt vermutlich eh nicht mehr zur Debatte und der Lash Out war gut splashbar. Da lohnte es sich doch wohl die zweite Elfenfarbe, Schwarz, anzudraften?

Ich sammelte noch Weed Strangle, Cloudcrown Oak, einen weiteren Daggerdare sowie eine Ansammlung mittelprächtiger Elfen und ein drittes Lignify ein, außerdem ein Shimmering Grotto. Meine Tendenz zu Schwarz verstärkte sich enorm. Einmal nahm ich einen Kithkin Mourncaller über einen dritten Daggerdare (der mir zu viel gewesen wäre) und einen Leaf Gilder, welcher zwar generell die bessere Karte ist, aber in mein Deckkonzept weniger gut passte. (Ich weiß gar nicht, warum der Mourncaller in so vielen Reviews schlechtgeredet wird - wenn er den Text hätte "When this comes into play, draw a card" wäre er sehr solide, und er macht selten weniger und häufig weit mehr!)

Dann lachte mich in Booster 3 eine Imperious Perfect an! (Na gut, die Frau lacht natürlich nicht, dazu ist sie zu erhaben.) Einem Moonglove Extract folgten ein unglaublicher dritter Vanquisher und ein Nath. Ein zweites Growth, ein zweites Fistful und ein zweiter Ground gesellten sich auch noch hinzu. Noch zwei, drei uninteressante Elfen und ein Rootgrapple für mein Sideboard rundeten die Geschichte ab.

Maindeck
9 Forest
6 Swamp
2 Fertile Ground
3 Wren's Run Vanquisher
2 Kithkin Daggerdare
1 Scarred Vinebreeder
2 Elvish Branchbender
1 Imperious Perfect
1 Lys Alana Scarblade
1 Kithkin Mourncaller
1 Cloudcrown Oak
1 Nath's Elite
1 Nath of the Gilt-Leaf
1 Dread
2 Fistful of Force
2 Lignify
1 Moonglove Extract
2 Incremental Growth
1 Weed Strangle


Pool
1 Shimmering Grotto
1 Cenn's Heir
1 Kinsbaile Balloonist
1 Sentry Oak
1 Nath's Buffoon
2 Faerie Tauntings
2 Warren-Scourge Elf
1 Battlewand Oak
1 Lignify
1 Spring Cleaning
1 Lace with Moonglove
1 Heal the Scars
1 Rootgrapple
1 Zephyr Net
1 Flamekin Bladewhirl
1 Caterwauling Boggart
1 Changeling Berserker
1 Lash Out


Zum Deckbau: Im Wesentlichen stellte sich die Frage: Lash Out splashen oder nicht? Mit zwei Ground und einer Grotto konnte man ihn bereits einigermaßen zuverlässig spielen. Aber hatte ich ihn nötig, und war er die zusätzliche Unkonstanz wert?

Mit drei Vanquisher und der Perfect benötigte ich zunächst einmal Elfen, und mit 2 Growth überhaupt Kreaturen. Die beiden Daggerdare sind absolut bombig in einem aggressiven Deck (lasst Euch da bloß nichts anderes erzählen!), und der Mourncaller ist eine Art flexibleres Dolmen Gate. Dread und Oak waren einfach zu gut, um außen vor zu bleiben. Dementsprechend war mein Platz für Nichtkreaturen im Deck eh bereits eingeschränkt.

Nachdem mir klar war, dass ich selbst ohne den Lash Out eines meiner Lignify nicht spielen würde, legte ich den Splash-Plan ad acta. Die Grotto wäre in einem zweifarbigen Deck dann auch nicht mehr nützlich gewesen.

Zu den Lignify: Ja, sie sind nicht gerade dasjenige Removal, welches sich ein aggressives Deck wünscht. Aber in diesem Deck schalteten sie Problemkreaturen ab, ohne meine Offensive um mehr als eine Runde zu verzögern! 3 Elfen mit Deathtouch, 2 Daggerdare und 2 Incremental Growth, dazu dreieinhalb (Vinebreeder) - Kreaturen mit einer natürlichen Power von 4 - nein, so eine 0/4 Baummauer hielt mich gewiss nicht lange auf!

Zu den schwarzen Elfen (nicht Nath): Sie sind beide nicht gut (und die Scarblade sogar noch schlechter), aber sie sind Elfen, und das genügt. Vielleicht hätte ich die dumme Scarblade tatsächlich gegen einen Warren-Scourge Elf tauschen sollen, nur wegen der Manakosten (ach ja, wenn ich doch die beiden Woodland Changeling gehabt hätte!)

Zu den Elvish Branchbender: Sie sind 2/2 Elfen für 3 Mana. Basta.

Zu Dread: Hm. Ich halte ihn ja für superstark, aber ich habe ihn nur in zwei Spielen gezogen. In einem gewann ich, bevor ich ihn ausspielte mit Vanquisher-Beatdown, im anderen war er nach Mulligan meine erste Kreatur und hatte es dann alleine auch nicht mehr herausgerissen.

Im Viertelfinale traf ich auf Randy Nagel, der ein BRW-Deck gedraftet hatte, bei dem ich keinen wirklichen Fokus erkennen konnte. Leider kann ich mich wieder nicht an Details erinnern, aber ich gewann 2 zu 1 mit der Stärke von Vanquisher und Fistful.

Die anderen Viertelfinalspiele gingen wie folgt aus:
Dierbach / Wieske 2:0
Lange / Baris 2:0
Jenkel / Osterburg 2:1

Im Halbfinale konnte ich dann Revanche an Patrick nehmen. Erst einmal aber knallte mir dieser einen Dritte-Runde Jace vor den Latz, ließ uns beide Karten ziehen, tappte mir dann mit Pestermite einen Angreifer, ließ uns wieder beide Karten ziehen, flashte dann in meinem Upkeep Mistbind Clique (was sehr mutig war, denn ich hätte nur ein Removal für seinen Pestermite gebraucht, um diese zu annullieren - das ich so etwas nicht hatte, konnte er nicht wissen) und timewalkte mich, ließ uns dann beide Karten ziehen, spielte ein paar Chumpblocker hinterher, während ich keinen meiner Vanquisher sah und den Tisch einfach nicht voll bekam, bouncete mir etwas und millte mir schließlich die Bibliothek weg.

Planeswalker. Man muss sie lieben (wenn man sie hat) oder hassen (wenn der andere sie hat)!

In den folgenden beiden Spielen aber haute ich ihm mit schnellen 3/3ern mit Perfect-Backup, sowie Fistful und Growth die Hucke voll. Revanche geglückt!

Das andere Halbfinale:
Lange / Osterburg 2:1

Im Finale ging es dann gegen Oliver um die Kekse. Gleich im ersten Spiel prügelte er mich mir mit einer Mischung aus Blind-Spot Giant, Caterwauling Boggart und Fodder Launch, die durch Fire-Belly Changeling zusammengehalten wurde, beinahe aus dem Spiel, aber ich konnte gerade noch stabilisieren und ihn mit Doppel-Daggerdare dann rasch zum Chumpen zwingen.

Im zweiten musste ich dann nach Mulligan auf 6 eine sehr lahme Hand behalten. Auf 6 Leben ist Dread gegen einen Axegrinder Giant auch nicht wirklich ein Trumpf...

Schließlich dann nach beinahe zehn Stunden Turnier das alles entscheidende Spiel: Wir tauschten ein paar Karten ab. Dann platzierte ich mit 5 Mana die Perfect auf den Tisch, welche mit Fistful-Backup sein Removal überlebte. Sobald die Frau ihr ersten Kindlein geboren hatte, brachte ich sie mit Incremental Growth außer Removal-Reichweite, auch wenn ich Olivers Oaf ebenfalls ein Counterchen abgeben musste. In der darauf folgenden Runde reichte mein Mana, um einen weiteren Elfen zu produzieren und den zweiten Growth ausschließlich auf meine eigenen Kreaturen zu legen, und damit hatte ich dann die Byes!

(Bemerkenswert ist übrigens, dass im Swiss alle meine Spiele 2:0 ausgingen, und im Draft alle 2:1.)

So hat mein Glück also nach einer längeren Durststrecke nicht gekleckert, sondern geklotzt. Wäre doch nett, wenn dieser Zustand in Stuttgart noch anhalten würde, oder?

15 Kommentare

 
  #1Mathias Passin — schöner Bericht!11.12.2007 - 13:47
war super zu lesen wie immer. Ich feature dich dann mal in Runde 7, wenn du 6-0 stehst
 
  #2TMM — mtgblogs.de/tmm11.12.2007 - 13:48
"und die Scarblade sogar noch schlechter"... "die dumme Scarblade"... hahahahahaha
 
  #3Stephan Sorta — manno .... o.O11.12.2007 - 14:12
also DAS war wirklich der erste mtg artikel, bei dem mir echt nichts anderes übrig geblieben ist als runterzuscrollen .... um dann das kitschige ende für genauso schlecht wie den anfang zu befinden ....

zuerst heulst du herum wegen irgendwelchen fnms - nein, warte - zuerst stilisierst du dich als vorbild, der seine fehler und schwachpunkte ausmerzt und angeblich beachtliche 'erfolge' zu verbuchen hat (dm quali, gpt, fnm ) - wie schon erwähnt zerfließt du dann in selbstmitleid - anschließend muss ich gestehen hat mein scrollen nach der draftliste seine opfer gefordert - bis ich dann schließlich am ende noch mitbekommen hab, dass du einen gpt gewonnen hast ....

was du sogleich mit 'Glück also nach einer längeren Durststrecke nicht gekleckert, sondern geklotzt' kommentierst .... da musste ich wiedermal hochscrollen, um herauszufinden, wie stark dieser denn besucht war ....

bei 'Der Besuch dieses Turniers war erstaunlich gut; wir waren 29 Teilnehmer.' musste ich anschließend - nicht wegen 29 leute für einen gpt - sondern wiedermal über das obrige zitat lachen

baoh - du hast es geschafft - du hast den gpt (aka größeres fnm) gewonnen und mit diesem 'erfolg' an deine, am anfang erwähnten, 'erfolge' anknüpfen können .... ich bin echt stolz auf dich - darf ich dein freund sein?


sorry, dass ich vielleicht so manches überspitzt formuliert hab - was vielleicht auch daher kommt, dass ich normal nicht random mtg artikel kommentiere - aber ich hoffe dieser verbale wink dir klar macht, dass man so etwas lesern nicht zumuten sollte/dürfte


lg Stephan
 
  #4TMM — mtgblogs.de/tmm11.12.2007 - 14:34
ey, ich hab das nicht geschafft!!! hab nur 6-1-1 gespielt beim trial, das war dann nicht genug für die byes, so sind es nur 2

und ein fnm hab ich auch schon lang nicht mehr gewonnen
 
  #5Achim Faulhaber — achso....11.12.2007 - 17:55
Und ich habe mich schon gewundert, warum der Teamchef des magic-universe Teams immer nur abkackt.

Unser Meister der Magic Theorie hatte nur Pech, das reicht mir als Erklärung. Schliesslich hat er jetzt endlich einen Trial gewonnen, was nicht einmal der grosse TMM geschafft hat.
 
  #6TMM — mtgblogs.de/tmm11.12.2007 - 18:01
puh, ich hab mir jetzt mal das draftdeck angeschaut, 15 land ist natürlich nicht so stark, vor allem wenn dann noch stars wie der vinebreeder im deck sind :D und ja, ich hab die 2 fertile ground gesehen...
 
  #7Andy Lusser11.12.2007 - 20:40
Ich finde es klasse, dass nach deiner etwas längeren Durststrecke, endlich mal wieder Turniererfolge kommen. Aber ja, ausser Merfolk und ein paar wenigen Synergie-Karten bei den anderen Tribes (und natürlich Vanquisher-Elfen) gewinnen fast ausschliesslich die Top Uncommons und Rares die Drafts und Sealeds. Ein Format mit weniger Bomben wäre auch aus meiner Sicht besser.
 
  #8Jan Wolff — ehehr11.12.2007 - 22:42
naja wenn halt KEINER Elfen am Tisch draftet kriegt man so cards alle in den A**** geschoben. Ansonsten sind halt so Späße wie 3 Vanquisher garnicht möglich.
 
  #9Ashraf Abou Omar — Hmmmm11.12.2007 - 23:15
zun Pischner ist folgendes zu sagen:

Solange es dann nicht wie in Krakau läuft,ist es ja in Ordnung. Ich habe gelesen, du wärest so ein Limied Ass. Nun ich bin gespannt wo du in Stuttgart landest, vielleicht sieht man sich ja dann in Runde 4 ;) , dann spiele ich meinen Stomphowler .

@Jan

Oh doch man muss bloß lucky sein, indem man 2 Firstpicked und den 3 als second Pick bekommt. Hat aufm Fnm trotzdem nur zum 3-1 gereicht (Lash Out hatte ich natürlich auch 3).
 
  #10Rudi Himmelauer11.12.2007 - 23:35
Also dass der Pischner ein Limited Ass wäre, habe ich bisher nur dann gelesen, wenn ers selbst geschrieben hat...
 
  #11Tobias Fiedler — Kindergarten oder was?12.12.2007 - 09:26
Random rumgedisse ist alles was ich hier in der Hälfte der comments sehe. Sicher ist AP für viele ein rotes Tuch, aber er ist definitiv kein Grund, sich selbst ein Armutszeugnis auszustellen. Gebt was Konstruktives von euch oder haltet die Finger still.

Tja was soll man zu 'nem Turnierbericht schon gross sagen? Das einzige was da auftauchen kann, sind interessante Spielsituationen, mit daraus resultierendem Lerneffekt. Sowas fehlt aber fast völlig.
Dazu noch ein Sealed Pool und dürftiger Draftdurchlauf mit einem streitbaren Deck als Endergebnis.
Da les ich dann doch lieber die Deckbaugeschichte auf dem Planeten.

MfG
 
  #12Marcus Malden — Rucksack is a nice word12.12.2007 - 10:13
Da stehen aber auch keine Spielsituationen und der Lerneffekt der Decklisten ("61 Karten") ist umstritten.
 
  #13Tobias Fiedler — Das...12.12.2007 - 12:30
...sind aber auch keine Turnierberichte, sondern ein Rückblicke und als historischer Abrisse nicht uninteressant. Man kann so schön in Nostalgie schwelgen

Wohingegen Turnierberichte eigentlich ziemlich wurscht sind. Die meisten werden schonmal ein Turnier gespielt haben, also was, ausser den kniffeligen Situationen, soll an so einem Bericht schon interessant sein? Maximal ein Pool der mehrere Optionen offen lässt. Hab mir früher hin und wieder den Spass gemacht und zwei Decks gebaut, sofern der Pool es hergab, ist echt witzig die verdutzten Gesichter der Gegner zu sehen. Im Spoiler@form.at klappt das leider nicht so gut .
 
  #14Christopher Eucken — Naja....13.12.2007 - 20:38
ich bin halt nach 0-2 gedropt, da ich am Abend zu meiner Firmenweihnachtsfeier gegangen bin.
Weil's daher egal war, wie ich abschnitt, hab ich dann auch die 91 Karten (!) gespielt....

Übrigens...ist bei 44 Ländern im deck schonmal einer von euch Screwed gegnangen? Mir ist das bei den 4 Matches 3 Mal passiert O-o

Ihr habt''s noch nicht probiert? Na dann macht das doch in Stuttgart^^
Wir sehn uns dort...aber nicht erst nach Runde 3, Freilose hab ich eh maximal eines
 
  #15Tobias Wels — Disse?14.12.2007 - 16:59
Sinn machen die Diss Kommentare nicht wirklich, im Prinzip versteh ich die Aufregung auch nicht warum AP sich so in den Himmel loben soll (?), oder es sind einige einfach zu empfindlich.

 

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