Grand Prix 01.06.2008  
Decktech Grand Prix Birmingham
von Ashraf Abou
8,54 Punkte  
6 Kommentare  
Die Pro Tour Hollywood ist zu Ende und der strahlende Sieger heißt leider Charles Gindy und nicht Jan Ruess. An dieser Stelle noch einmal Gratulation zum zweiten Platz und den damit verbundenen 20.000 Dollar. Die Pro Tour Hollywood wird das Standardformat für die nächsten Turniere, a la National Qualifier, sehr prägen. Die Decks to Beat werden die Top Decks aus Hollywood sein. Während ich zu Beginn des Jahres noch überzeugt war via Composite Rating für die deutsche Meisterschaft in Hannover Qualifiziert zu sein, weiß ich nun nach der PTQ Season für Hollywood und den beiden bisherigen Grand Prix, dass dies nicht mehr der Fall ist und ich mir auch für das Standardformat noch etwas einfallen lassen muss.

In den folgenden Zeilen wird es jedoch um Lorwyn-Shadowmoor Block Constructed gehen, ein Format was für die Turnierspieler nicht minder interessant sein dürfte, als das Standardformat. Schließlich finden in den nächsten Monaten die Pro Tour Qualifier für unsere heimische Pro Tour in Berlin statt - leider alle nur mit einem Slot, man muss sich also mit dem Format anfreunden, auch wenn vielen das Block Format nicht so ganz gefällt. Da es zu dem bisherigen Block Format noch kein größeres Event gab, ist dies die große Chance für Rogue-Decks einen für die PTQ Season bleibenden Eindruck zu hinterlassen und auch auf dem Grand Prix irgendetwas zu gewinnen.

Es dürfte gerade Sonntagmorgen sein und der erste Tag des GP Birmingham hat vor wenigen Stunden sein Ende gefunden, die besten 64 Spieler, oder auch 128 wenn sich mehr als 800 Leute nach Birmingham verirren, haben sich mehr oder weniger erfolgreich in den zweiten Tag gespielt. Ich bin gespannt, ob auch ich es diesmal geschafft habe oder aber ob ich mir den zweiten Tag wieder nur aus Zuschauerperspektive anschauen darf. Die Frage ist nun natürlich, welches Deck gespielt wird und mich am besten in den zweiten Tag und von dort aus vielleicht auch noch ein Stücken weiter als auf den 128 Platz bringt.


Command Control

Seitdem ich aus Brüssel wieder zurück bin, habe ich für dieses Format getestet und denke einen ganz guten Überblick gewonnen zu haben. Wie genau das Meta jetzt hier in Birmingham aussieht, kann ich an dieser Stelle natürlich noch nicht prognostizieren. Kithkin und Faeries werden aber prozentual sicherlich die am stärksten vertretenden Decktypen sein. Ich bin der Meinung, eines der besten Decks gefunden zu haben, nicht in dem Sinne das es wirklich gegen alles gewinnt und nur gute Match-Ups hat, sondern das es vom Decktyp zu mir passt und man durch eine Reihe von Optionen ziemlich flexibel ist und somit viel Einfluss auf das gesamte Spiel hat.

Um das Deck wirklich perfekt zu spielen benötigt man einiges an Skill, ich hoffe diesen dann einfach durch mein Glück wieder auszugleichen. Man muss sich bei den verschiedenen Match-Ups wirklich an die goldenen Regeln halten. Dies hat einige Spielzüge zur Folge, die vielleicht für die Umstehenden etwas merkwürdig anzuschauen sind, wir möchten das Spiel durch unsere Gier nach dem Sieg allerdings nicht noch verlieren.

Command Control
MaindeckVorschauSideboard
4 Mystic Gate
4 Island
2 Wooded Bastion
2 Reflecting Pool
2 Plains
5 Forest
3 Vivid Creek
4 Vivid Grove
3 Cloudthresher
4 Garruk Wildspeaker
4 Mulldrifter
1 Oona, Queen of the Fae
3 Cryptic Command
4 Firespout
4 Fertile Ground
4 Primal Command
3 Austere Command
4 Crib Swap
4 Raking Canopy
3 Oversoul of Dusk
4 Kitchen Finks
2 Counterbore
1 Arbiter of Knollridge
1 Mind Shatter



Dies ist das Grundgerüst des Decks, wir haben unmittelbar nach dem Grand Prix Brüssel angefangen verschiedene Versionen zu testen, die immer andere Kreaturen als Winoption hatten, von Purity über Arbiter of Knollridge und Oversoul of Dusk. Leider hat eine Liste die dieser ziemlich ähnlich sieht, beim Pro Tour Qualifier in Hollywood für Berlin Top 8 gemacht. Leider, denn dadurch hat das Deck bereits eine Woche vor dem Grand Prix einiges an Aufmerksamkeit erhalten. Für die Top 8 musste der Amerikaner immerhin neun Swiss Runden überstehen, eine anständige Leistung möchte man meinen.


Warum ausgerechnet diese Karten?

Manabase
Die Manabase scheint auf den ersten Blick ein Grauen zu sein, in Wahrheit lassen sich die Sprüche alle relativ gut ausspielen. Die Reflecting Pools können beliebiges Mana erstellen, wenn wir Vivid Länder im Spiel haben, auch in Kombination mit den Filterländern hat man immer farbiges Mana. Die Vivid Länder können mit jeweils zwei Marken die auf jedem Land liegen auch beliebiges produzieren, einzige Probleme könnte man bekommen, wenn die Starthand lediglich aus Filterländern besteht. Zum Schluss verfügen wir mit Fertile Ground ja auch noch über Manafixing, leider funktioniert er nicht in Kombination mit Reflecting Pool. Das Deck kann man (fast) mühelos vier-, wenn nicht sogar fünffarbig spielen.

Cloudthresher
In einem von Feen versuchten Format ist er erste Wahl für dieses Deck. Die Feen können wir dank seiner Evoke-Fähigkeit eventuell ausbremsen, um die nötige Zeit die wir zum Gewinnen brauchen zu erhalten. Vom Hardcast kann ich hier nur abraten, sonst reicht schon ein kleines Broken Ambitions aus, um den Cloudthresher zu countern. Gegen andere Decks ist er ein 7/7 Koloss, der häufig nur mit Hardremoval gehandelt werden kann, ansonsten benötigt der Gegner Zug für Zug eine Kreatur zum chumpen.

Oona, Queen of the Fae
Ich hatte zuvor schon einige andere Kreaturen getestet, aber Oona übertrifft sie alle. Ist sie erst einmal gelegt, kann man Runde für Runde sein gesamtes Mana ausnutzen. Je nachdem wie viele Lebenspunkte man gegen das Aggro Deck noch hat, kann Oona angreifen oder aber die eigenen Lebenspunkte beschützen. Sie wäre aber nicht Königin der Feen, wenn sie nicht noch treue Gefolgsleute rufen könnte, die sich einfach den Angreifern in den Weg stellen. Das man den Gegner auch noch in die Nähe des Decktodes befördert ist natürlich ein netter Nebeneffekt.

Garruk Wildspeaker
Garruk ist dank seiner ersten beiden Fähigkeiten relativ flexibel, entweder wir schalten in den Aggro-Mode und versuchen den Gegner mit den 3/3 Beasts unter Druck zu setzen oder aber wir spielen schneller unsere teuren Sprüche schon einige Runden früher aus. Je nachdem ob wir gegen ein Aggro-Deck spielen können die 3/3 Beasts Token natürlich auch mit den gegnerischen Kreaturen abtauschen.

Crib Swap oder Oblivion Ring?
Crib Swap oder doch lieber den guten Oblivion Ring? Eine gute Frage und ich selbst überlege auch noch, welche von beiden denn wirklich besser ist. Der Oblivion Ring ist eine Verzauberung die wirklich alles beim Gegner vom Board nehmen kann, nervig sind hier sicherlich Verzauberungen wie Bitterblossom oder gegnerische Planeswalker. Allerdings habe ich die Erfahrung machen müssen, dass der Ring sich auch oft in den Friedhof verabschiedet und der Gegner dann erneut über seine gute Karte verfügen kann. Crib Swap beschränkt sich zwar nur auf Kreaturen, diese bleiben dann in der Regel aber auch weg. Leider bekommt der Gegner einen 1/1 Changeling was gerade in Spielen gegen Kithkin oder Faeries entscheidend sein kann. Ich denke die Entscheidung werde ich erst kurz vor dem Grand Prix fällen, ihr werdet ja sehen, ob die Wahl gut oder schlecht war.

10 Commands
Der weiße ist der Wrath of God für sechs Mana, der Optional auch noch Verzauberungen vom Feld räumen kann. Ich vermute fast, er ist etwas zu teuer für das Format, es ist allerdings ein Fakt das man irgendetwas braucht, um wirklich alles vom Board zu bekommen. Der grüne Command ist der flexibelste, gegen Aggro mache ich mir sieben Lebenspunkte und suche mir eine Oona oder lege ihm ein Land auf seine Bibliothek zurück. Häufig spielen die Control Decks Fertile Ground - wird das Land auf die Bibliothek gelegt, hat der Gegner einen enormen Temponachteil erlitten, den er erst einmal wieder ausgleichen muss, während man sich selbst den Mulldrifter für noch mehr Karten geholt hat. Der Blaue kauft uns gegen aggressive Decks einen weiteren Zug und fungiert gleichzeitig als Cantrip. So nehmen wir nicht zu viel Schaden, bevor wir unser rettendes Massremoval spielen können. Gleichzeitig können wir zu dem besten Spruch des Gegners auch einfach mal nein sagen und ihm so den vielleicht gut durchdachten Plan vereiteln.

Firespout
Eine der Schlüsselkarten dieses Decks, ansonsten würde das Deck im derzeitigen Meta überhaupt nicht bestehen können. Firespout ist eine Art Wrath of God, nicht ganz so zuverlässig wie eben genannter Command, gegen die Aggro-Decks räumt er aber häufig alles vom Tisch. In einem Punkt ist er sogar besser als der Wrath of God, ich kann nämlich entscheiden, ob ich alle fliegenden oder alle nichtfliegenden in den Friedhof befördere, habe ich eine Oona mit vielen Token auf dem Board und der Gegner spielt Kithkin, spiele ich natürlich lieber das zweite, ganz zu schweigen von der Tatsache das man dieses Spiel wahrscheinlich eh gewinnt.


Der Sideboard Plan

Raking Canopy
Eine überwiegende Mehrheit der Spieler findet die Sideboard Karte gegen Feen schlecht. Ich kann diese Meinung leider nicht teilen, Turn 3 gelegt hält sie den Gegner erst einmal auf, dass ist alles was ich will. Das Faerie-Deck gewinnt nicht, weil es unendlich Counter hat und irgendwann eine dicke Kreatur legt, es gewinnt durch sein hohes Tempo, indem es möglichst gewinnt, bevor sich der andere Spieler richtig aufgebaut hat. Die Priorität hiernach ist es die Raking Canopy zu beschützen, danach stören uns nur noch Mutavaults, Mistbind Cliquen mit einem Scion of Oona oder ein Mirrorweave auf eben jenen. Da die guten Listen jetzt häufig Mirrorweave spielen, muss man sich gegen Feen an eiserne Regeln halten. Cloudthresher wird nur noch in der eigenen Runde gespielt, ansonsten sieht man sich diversen Cloudthresher gegenüber, die uns das bereits gewonnen geglaubte Spiel verlieren lassen. Auch Garruk produziert keinen einzigen Token mehr, man benutzt ihn ausschließlich um die Länder zu enttappen.

Oversoul of Dusk
Gegen gegnerische Decks, die nur Removal in den Farben Blau, Rot und Schwarz haben, ist der Oversoul of Dusk die ideale Antwort. Sowohl gegen Mono Rot als auch gegen Feen kommt er zum Einsatz, während ihn Mono Rot gar nicht handeln kann und zusehen muss, wie er ziemlich schnell an den Lebenspunkten nagt, können Feen ihn immerhin noch mit dem Cryptic Command tappen. Da Mirrorweave zum Glück auch Blau ist, kann der Oversoul of Dusk nicht zu einem legalen Ziel werden.

Kitchen Finks
Es kommt vor, dass das aggressive Deck einfach schneller ist als wir. So klobig wie all unsere Sprüche sind, dürfte das auch keinen wundern. Außerdem können wir ja auch nicht immer ein Firespout zum richtigen Augenblick haben. Um uns die nötige Zeit gegen Aggro zu erkaufen, werden die Kitchen Finks geboardet. Sie geben uns im Idealfall vier Lebenspunkte und verhindern zwei gegnerische Schadensquellen auf uns - im besten Fall wird auch noch mit den gegnerischen Kreaturen getauscht.


Counterbore
Zum Glück ist die Karte verlinkt, sonst müsste sie einige von euch wahrscheinlich noch nachschlagen. Counterbore dürfte gegen die gegnerischen Kontroll-Decks eine Erste-Wahl-Karte sein, wir countern ihm einen guten Spruch und entfernen ihm gleichzeitig alle Kopien, die sich davon noch im Deck, auf seiner Hand und im Friedhof befinden. Je nach Wichtigkeit des Spruches kann das Spiel hierdurch schnell entschieden sein. Gegen das Faerie Match-Up ist es wichtig die Raking Canopy zu beschützen, schafft man es Cryptic Command ganz aus dem Spiel zu entfernen, haben sie keinen Bounce mehr, den sie darauf EOT spielen könnten.

Arbiter of Knollridge
Seine Manakosten sind zwar gewaltig, schaffen wir es jedoch ihn auf den Tisch zu legen, sind die letzten Runden des Aggro/Burn-Spielers nahezu umsonst gewesen. Da wir in der bedrängten Situation sind, ist es höchst unwahrscheinlich, dass wir dem Gegner erheblichen Schaden zugefügt haben, was bedeutet, dass der Arbiter uns fast immer wieder auf 20 bringt, zudem haben wir einen 5/5 Vigilance Riesen, der ab dann jede Runde angreifen und blocken kann. Mich wundert es häufig, dass der Gegner sich keinen Manaburn macht, wenn er zuvor sehen konnte, dass ich mir den Arbiter mit dem grünen Command gesucht habe.

Mind Shatter
Die Karte ist klasse gegen Control, im Midgame versucht man sie auf die gesamte Hand des Gegners zu spielen, wird sie nicht gecountert, bringt das den Control Magier in Schwierigkeiten. Ist er es doch sonst immer gewohnt eine volle Hand zu haben, ist er von nun an auf seine Top-Deck-Fähigkeiten angewiesen. Man darf nach einem resoluten Mind Shatter nicht sofort glauben, man hätte gewonnen - hat man es dann doch wirklich, kann man sich am Ende immer noch auf die Schulter klopfen. Das Format bietet in Form von Mulldrifter, grünen Command genug Card Draw Möglichkeiten. Derzeit findet sich für Mind Shatter leider nur ein Platz im Board - hier muss man beim entsprechenden Kontroll-Meta auf andere Karten verzichten und sie zwei bis dreimal an Board nehmen


Sonstiges

Eine Überlegung war noch die Karte Pollen Lullaby, gegen Kithkin soll sie einfach versuchen Zeit zu schinden. Besonders nach einem gespielten Mirrorweave ist die Karte toll, gewinnt man auch noch den Clash, hat man einen Timewalk bekommen. Der Gegner kann es einfach nicht riskieren, noch mehr auf den Tisch zu legen, denn nach einem unserer Mass-Removals findet er sicherlich nur noch sehr, sehr schwer wieder ins Spiel zurück.

Plumeveil stellt auch einen durchaus soliden Blocker gegen Aggro da, im Gegensatz zu Kitchen Finks gibt es uns zwar keine Leben, wir können ihn aber im gegnerischen Angriff spielen und haben einen 4/4 fliegenden Blocker, der die meisten Kithkins, Fearies oder roten Hastekreaturen in den Friedhof befördert, ohne selbst diesen Weg antreten zu müssen. Außerdem stirbt er nicht an einem Firesprout und gerade die aggressiven roten Decks schlagen nach dem Massremoval mit Hastekreaturen zurück.
Der vierte Cloudthresher im Board wäre wahrscheinlich wichtig gegen Feen, da sie aber über eine Menge Counter verfügen, benötigt man einfach soviel “Massremoval” wie man kriegen kann. Bis zum GP werde ich mir noch überlegen, was ich für ihn aus dem Sideboard verbanne.

Ich denke viele andere Control-Decks werden für das Mirror Fulminator Mages im Sideboard haben, um einen unfertigen Landzerstörungsplan zu verfolgen. Die Idee ist zwar plausibel, meiner Meinung nach aber nicht sonderlich sinnvoll, auch wenn man Unmengen an Nichtstandardländern spielt. Da man nicht über so viele Basic Länder verfügt, spielt man den Fertile Ground im Mirror häufig auf ein Nonbasic Land - ein unverzeihlicher Fehler, denn dadurch tauscht der Fulminator Mage noch besser. Ich denke, ich werde sie nicht spielen und im Gegenzug einfach die Fertile Grounds rausnehmen, so zieht man im Lategame nicht mehr soviel “Unnützes” und den Temponachteil, den man durch Primal Command und Fulminator Mage zugefügt bekommt, ist nicht ganz so schlimm, als wenn ein Fertile Ground darauf gelegen hätte.

Es ist sehr wichtig das man diese Art von Deck ausgiebig testet bevor man es in die Hand nimmt und auf einem Event wie dem Grand Prix Birmingham zu spielen. Ich meine damit nicht nur die einzelnen Match-Ups, man muss sich auch einen Plan zurechtlegen, wie man gegen die verschiedenen Decks spielt. Häufig verliert man ein Spiel weil man an einer bestimmten Stelle eine falsche Entscheidung getroffen hat. Die Folge ist, man verliert das Spiel und muss nun zwei weitere gewinnen. Dies setzt jemanden eventuell unter Druck und dadurch macht er noch mehr Spielfehler. Daher ist es wichtig, Spielfehler jeglicher Art bereits beim Testen zu finden und sie auf dem Grand Prix dann einfach nicht mehr machen. Viele meiner Gegner wussten auch nicht, dass man Primal Command niemals auf Mutavault spielen sollte, man kann es in Response einfach aktivieren und dann fizzled häufig der gesamte Command.

Spielt man das Deck ruhig und konzentriert, lässt seinen Blick lieber erst einmal noch über das Board schweifen, kann man schon einige Spielerfehler vermeiden. Ich denke das Deck ist in den Händen eines fähigen Spielers durchaus kompetitiv, eine kleine Portion Glück, dass man nicht dauernd flooded ist und man kann durchaus respektable Ergebnisse erzielen. Das Deck hat das Potenzial gegen die bisherigen “Decks to Beat” zu gewinnen, gerade gegen Kithkins und Mono Rot sollte man bestehen können. Man hat einiges an Lifegain und Massremoval, die es dem Gegner schwer machen allzu schnell zu gewinnen. Je weiter wir ins Lategame kommen, desto eher wird es zu unserem Spiel. Nichtsdestotrotz haben die Decks hin und wieder einfach explosive Starts, die, wenn man kein Firespout zu Hand hat, relativ schnell entschieden sind. Die Kitchen Finks und der Arbiter, die aus dem Board kommen dürften das Match-Up um einiges verbessern.

Das Match-Up gegen Faeries ist sehr unausgeglichen, es hängt davon ab, wie viele Counter er im Early-Game hat und wie viele Cliquen in unserem Upkeep resolven konnten. Crib Swap ist hier besser als Oblivion Ring, denn beim Oblivion Ring ist die Wahrscheinlichkeit durch einen Scion gecountert zu werden viel höher als beim Crib Swap, da wir bei diesem einfach auf einen seiner End of Turn Sprüche reagieren können. Es ist wichtig, bereits früh einiges an Feen vom Board zu räumen, gerade durch die Bitterblossom werden die Spellstutter Sprite schnell zu richtigen Hard-Countern. Ich würde aber generell nicht sagen, dass das Match-Up gegen Feen schlecht ist und man auf jeden Fall verliert. Die Elementals sind entweder zart besaitet oder unglaublich fett, umso schneller wir die Smokebraider vom Tisch räumen können, umso mehr Zeit haben wir Massremoval für die Dicken zu finden. Sollte trotzdem einmal Turn 3 eine Horde of Notions ins Spiel finden, brauchen wir den Crib Swap, der zudem noch verhindert, dass sie durch eine andere wiedergeholt werden kann.


Das neue Command Control

Bis jetzt hat mir das Deck relativ gut gefallen, mein einziger Störfaktor ist und bleibt, dass das Deck ein relativ unausgeglichenes Match-Up gegen Feen hat und man sicherlich noch irgendetwas daran ändern könnte. Ich weiß von Alexander Fanghänel und Alex Wechsel, mit denen ich gelegentlich getestet habe, dass sie über das Deck in Bezug auf Faeries eine ganz andere Meinung haben, wobei ich nicht genau weiß, ob sie wirklich die gleiche Liste spielen wie ich.

Eine Möglichkeit wäre es einfach mehr Cloudthresher zu spielen - ach ja richtig, das würde ja zu einem illegalen Deck führen. Also benötige ich eine Möglichkeit Cloudthresher häufiger zu spielen, spontan fiel mir Makeshift Mannequin ein, die es jemanden quasi erlaubt seinen Cloudthresher noch einmal zu spielen. Jedoch müssen wir auch hier darauf achten, es in der eigenen Phase zu tun - Mirrorweave ist nun einmal allgegenwärtig. Nichtsdestotrotz erwarte ich damit, ein Massremoval mehr gegen Faeries zu haben, denn schließlich müssen sie so einen weiteren relevanten Spruch countern.

Damit sich das Makeshift Mannequin auch lohnt, sollte man mehr Kreaturen mit einer come-into-play Fähigkeit spielen. Das Match-Up gegen Aggro sollte zwar relativ positiv sein, ich denke aber vier Kitchen Finks im Main Deck sollten es noch ein klein wenig verbessern können. Wer die Pro Tour Hollywood mit verfolgt hat, wird feststellen, dass das folgende Deck dem Standard Deck des schweizerischen Team Champion Manuel Bucher sehr ähnlich sieht - tatsächlich habe ich einfach versucht, die Liste auf das Block Format zu übertragen. Natürlich funktioniert so etwas nie. Meine Vermutung war jedoch, dass das neue Block-Meta dem alten Standard-Meta sicherlich sehr ähnlich sein wird, jedenfalls was Kithkins und Feen betrifft.

Command Control.dec update by Ashraf Abou Omar
MaindeckVorschauSideboard
4 Reflecting Pool
3 Sunken Ruins
4 Vivid Creek
4 Vivid Grove
2 Mystic Gate
2 Forest
2 Fire-Lit Thicket
1 Graven Cairns
3 Island
1 Oona, Queen of the Fae
3 Cloudthresher
4 Mulldrifter
4 Kitchen Finks
2 Mind Shatter
2 Primal Command
2 Austere Command
4 Cryptic Command
4 Fertile Ground
4 Firespout
3 Makeshift Mannequin
2 Mind Spring
4 Raking Canopy
2 Counterbore
1 Arbiter of Knollridge
1 Austere Command
1 Cloudthresher
1 Primal Command
1 Oona, Queen of the Fae
2 Oversoul of Dusk
2 Crib Swap



Das Deck ähnelt dem anderen nur noch im Ansatz, man könnte auch sagen, dass es ein komplett neues geworden ist - was vermutlich gar nicht so falsch wäre. Die Manabase musste ein bisschen angepasst werden und spielt nun noch einige wenige Non Basic Lands mehr. Der Garruk hat es leider nicht in die Liste geschafft, spätestens nach dem Boarden möchte man die Kitchen Finks gegen Aggro haben und für diese wäre im Board leider nicht genügend Platz gewesen. Ich denke, dass die Crib Swap fehlen, wird man sehr schnell gegen andere Control Listen und Elemental Decks zu spüren bekommen, eine Horde of Notionss, Oversoul of Dusk oder Chameleon Colossus bekomme ich nun nicht mehr so schnell gehandelt.

Mind Spring & Mind Shatter
Die Karte erscheint euch sicherlich recht fragwürdig, ich gebe auch zu, man möchte sie nie auf der Starthand haben, denn in den ersten Turns ist sie nur eine tote Karte auf der Hand. Ich habe das Deck nun seit letzter Woche angefangen zu testen und konnte mit dieser Karte fast immer gute Erfahrungen machen. Es gibt häufig mal Situationen in Spielen, in denen man seine Hand schon fast verbraucht hat, ebenso wie der Gegner. Spielt man dann ein Mind Spring für vier bis sieben und hat plötzlich die volle Hand, ist man dem Sieg schon deutlich näher als zuvor. Man selbst hat dann häufig für die Optionen des Gegners die nötige Solution, um dann schließlich mit der eigenen Winoption das Spiel für sich zu entscheiden. Gegen Feen ist die Karte natürlich zu langsam und muss für Karten aus dem Sideboard weichen. Ich denke zwei Mind Shatter und zwei Mind Spring sind deutlich zuviel für das Maindeck, ich werde mich noch entscheiden müssen beide auf eins runterzusetzen oder einen komplett aus dem Maindeck zu verbannen.


Optionen für das Sideboard

Shriekmaw wäre in Zusammenhang mit Mannequin sicherlich ganz gut, erst benutzt man das evoken um ihn anschließend zurückzuholen, die Folge: der Gegner dürfte zwei gute Kreaturen weniger haben.

Puppeteer Clique ist für das Mirror und gegen andere Decks, die das Mannequin auch spielen ganz gut. Er kostet zwar fünf Mana, aber seine Fähigkeit macht dies wieder weg, da auch der Gegner nur starke Kreaturen im Friedhof haben wird. So “leihen” wir sie uns für eine Runde aus, um den Come into Play Trigger zu benutzen und noch ein bisschen Schaden zu verursachen. Hat der Gegner einen Cloudthresher im Friedhof, kann man sich gleich zwei Kreaturen zurückholen, im Zusammenspiel mit dem Mannequin, kann man sich so den ganzen Friedhof des Gegners zunutze machen.


Das Feen Match-Up sollte von nun an ein kleines bisschen besser sein als zuvor, schließlich spielt man die gleiche Anzahl an Anti Faerie-Karten im Maindeck wie zuvor auch, bloß das man sich jetzt überraschenderweise noch den Cloudthresher mit dem Mannequin zurückholen kann. Beim Testen mit dem Deck kam ich allerdings auch nicht über ein 50 % Match-Up hinaus, es kommt sehr darauf an was für eine Liste gespielt wird und wie gut der Spieler ist, der sie spielt.

Ich bin mir noch im Unklaren, welche dieser beiden Versionen ich nun spielen soll oder ob es überhaupt eine von beiden wird. Fest steht auf jeden Fall schon einmal, dass das Deck den beiden hier aufgeführten Decks ähneln wird, ich habe die Decks einfach schon zu lange getestet, um jetzt noch auf ein neues Ross umzusatteln.

Zum Schluss möchte ich mich bei euch bedanken, dass ihr den Artikel zu Ende gelesen habt oder einfach nach unten gescrollt habt wenn es zu langweilig wurde. Ich hoffe ich konnte euch einen kleinen Eindruck auf das Command Deck geben, es ist nicht so schlecht wie es auf den ersten Blick ausschaut. Recht herzlich bedanken möchte ich mich an dieser Stelle noch einmal bei allen Personen die mir Karten für den Grand Prix geliehen haben, insbesondere dem Raoul Zimmermann aus Kiel, dem wohl mehr als 50 % der Karten gehören die in dem Deck enthalten sind.

Nun bleibt mir noch zu hoffen, dass ich es in den zweiten Tag geschafft habe, der in wenigen Stunden beginnt, ansonsten werde ich mir das Geld mit Moneydrafts wieder zurückholen müssen. Drückt mir die Daumen!


Gruß,

Ashraf

PW


6 Kommentare

 
  #1TMM — tmmblog.de01.06.2008 - 01:11
hab das mehr oder weniger überflogen, an zwei stellen habe ich aber kurz gestockt:

"Sollte trotzdem einmal Turn 3 eine Horde of Notions ins Spiel finden, brauchen wir den Crib Swap, der zudem noch verhindert, dass sie durch eine andere wiedergeholt werden kann."

ob das so ein cleverer move wäre?

"...Makeshift Mannequin ein, die es jemanden quasi erlaubt seinen Cloudthresher noch einmal zu spielen. Jedoch müssen wir auch hier darauf achten, es in der eigenen Phase zu tun - Mirrorweave ist nun einmal allgegenwärtig."

auch über mirrorweave auf einen mannequinten cloudthresher mache ich mir wenig sorgen...

doch nicht so super getestet, ashraf?
 
  #2Martin Fuchs01.06.2008 - 10:20
also ich wuerde mal sagen liste 1 >>liste2.
die groessen probleme des decks sind, dass es ziemlich langsam hat und die manabase nicht die beste ist. das wird sicher ned besser, indem man spottremovel cuttet und dafuer xUU/xBB sprueche reinbastelt.
das deck hat mit kitchen finks zwar eine gute aggrobremse -aber dafuer alle garruks rausnehmen?
also meiner meinung nach macht der das deck erst moeglich.
 
  #3Florian Reiter01.06.2008 - 13:45
Naja. Manuel Bucher hat ja selber in der Wizards-Coverage gesagt, dass Fertile Ground und Garruk ein schlechterer Plan sind als einfach mehr Turn 3-Drops zu spielen. Fertile Ground ist sehr anfällig gegen Fulminator Mage und die Commands, während Garruk gegen die Feen einfach nicht so viel macht, ebenso wenig wie gegen Mulldrifter oder Shriekmaw. Kitchen Finks hingegen will man in ungefähr jedem Matchup haben, obv. gegen Aggro, aber auch gegen Feen sind sie ganz gut, weil das tatsächlich eher ein Race-Matchup ist. Buchers Liste spielt außerdem noch Broken Ambitions, die ebenfalls eine hervorragende Karte für das frühe Spiel sind und mit Plumeveil einen weiteren Dreier-Drop im Main. Also nicht falsch verstehen, ich will den Ashraf jetzt nicht dissen, weil seine Liste nicht so gut ist wie die vom Schweizer Pro, ich will damit nur sagen, dass es meiner Meinung nach die richtige Idee ist, Garruk rauszunehmen.

Achja: Und ändert mal bitte dieses Foto! Ashraf ist doch so ein lieber Kerl
 
  #4Andreas Pischner — zeromant.wordpress.com01.06.2008 - 13:56
Der "Destroyer of Beds" ein lieber Kerl?

Ihr habt Ashraf den Schrecklichen eben nur noch nicht richtig in Aktion gesehen!
 
  #5erwin schronz — blub01.06.2008 - 14:37
das ist fast so schön wie das Solar Flare aus dem letzten Standard. di besten sprüche des Formats gekreuzt mit eiuner rampigen manabase und einem unglaublichen topdeckanspruch.


wenn man halt im midgame nicht durchfloodwed dann hat man halt durch die ganzen flexiblen commands gute karten.
 
  #6Martin Fuchs01.06.2008 - 14:57
ka ob es sinvoll ist land destruction eine liste mit 26 laendern besiegen zu wollten. ein fertile ground land zu bouncen/terstoehren machthalt unglaublich tempo.
shriekmaw ist genau die karte, die dem deck noch abgegangen ist.
die bucher liste verzichtet auch auf die gruenen commands, die ich in meinem ramp immer recht geschaetzt hab, mal schau ob die kitchen finks genuegend lifegain bringen, da man manekin spielt duerfte das eigendlich reichen.

 

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