Casual 27.05.2008  
Budget-Decks handgefertigt
von André Frenzer
5,00 Punkte  
22 Kommentare  
Hallo und herzlich willkommen zu meinem nächsten Artikel auf MagicUniverse.de. Nachdem mein letzter Artikel ja ungewollt hohe Wellen schlug, ich mich aber auch nicht als lernresistent erweisen möchte, hoffe ich, viele der letzten Kritikpunkte ausmerzen zu können.

Meiner persönlichen Erfahrung nach bedeutet „Casual“ nicht nur völlig verschiedene Arten das Spiel Magic zu spielen (vom abendlichen Küchentisch-Zaubern über abnorm große Multiplayerrunden bis hin zum selbstgeschaffenen Fun-Format), nein, Casual versammelt auch enorm viele verschiedene Spieler und Spielertypen unter einem Begriff. Natürlich gibt es auch am heimischen Küchentisch die Netdecker, es gibt die blutigen Anfänger (denen die Zahlen unten rechts bei Kreaturen noch alles bedeuten), es gibt die Spieler, die sich weiterentwickeln und es gibt die, die alle paar Monate mal ihr altes Goblindeck auspacken und einfach mal wieder mitzocken. All diese verschiedenen Vorlieben unter einen Hut zu bringen ist wahrlich kein leichtes Unterfangen!

Was jedoch den meisten Casualspielern zugeschrieben werden kann, ist die Tatsache, dass sie oft das Beste aus Ihren vorhandenem Kartenpool zaubern müssen – und der beinhaltet in den seltensten Fällen ein Playset Mutavault, Garruk Wildspeaker und Tarmogoyf! Stattdessen müssen Alternativen gesucht werden, um gute Deckkonzepte auf den Küchentisch zu übertragen. Heute soll es also darum gehen, gute Deckkonzepte mit günstigeren Karten nachzubauen. Natürlich ist das ein schwieriges Unterfangen: wenn ein Deck, das für ein Extended-Turnier getunt ist, Chrome Mox zur Manabeschleunigung verwendet, hat das schon seinen Grund, denn der Mox ist nun mal einer der Besten seiner Art. Solche Karten zu ersetzen, nimmt oft Tempo aus einem Deck und macht es dadurch anfälliger. Die später vorgestellten Konzepte machen ein Deck also nicht besser oder gefährlicher. Nichtsdestotrotz werden Eure Gegner mit ähnlichen Verfügbarkeitsproblemen zu kämpfen haben wie Ihr – und das gleicht die Chancen immerhin wieder aus!

Als erstes werde ich einige grundlegende Dinge wie Manafixing, Carddraw und ähnliches ansprechen, bevor ich mich daran begeben werde, Decklisten mit Budgetgrundsätzen vorzustellen.

Manafixing


Als erstes Thema habe ich mich direkt für das Schwierigste entschieden. Sobald ein Magicdeck aus mehr als einer Farbe bestehen soll – und oft und gerne werden die Vorteile verschiedener Farben miteinander gemischt – ist es natürlich wichtig, von jeder Farbe auch genügend Länder auf dem Tisch zu haben. Manascrew ist ein gängiger Begriff, um das Fehlen des richtigen Manas zu beschreiben. Und um das zu vermeiden, ist es eine gute Alternative Länder zu spielen, die verschiedene Manafarben produzieren können.

Die besten Länder dieser Art sind natürlich die, die ohne große Temponachteile ins Spiel kommen. Die legendären Doppelländer (wie z.B. Badlands), die Painlands (wie z.B. Adarkar Wastes) oder die Doppelländer aus dem Ravnica-Block (wie z.B. Breeding Pool) sind also diese "Besten ihrer Art". Auch die tribal-orientierten Länder aus dem Lorwyn-Block (wie z. B. Wanderwine Hub) gehören – in den richtigen Decks gespielt – in diese Kategorie. Was jedoch all diesen Karten gemein ist, ist ihr Rare-Status und der damit verbundene recht hohe monetäre Aufwand, wenn man sie in seinen Decks unterbringen möchte.

Doch auch in Budgetdecks muß auf Manafixing nicht zwangsweise verzichtet werden. Im Uncommon-Slot finden sich viele Länder, die ebenfalls zwei verschiedenfarbige Mana produzieren können. Leider bringen viele dieser Länder Temponachteil mit sich, da sie getappt ins Spiel kommen. Am ehesten sind noch die Fix-Länder aus dem Kamigawa-Block einen Blick wert – Lantern-Lit Graveyard beispielsweise kommt nicht getappt ins Spiel und kann direkt eingesetzt werden. Dafür sorgt er – farbig benutzt – für einen Tempoverlust in der nächsten Runde, in der wir vielleicht bereits die nächste Manaquelle nutzen können.

Für tempoorientierte Beatdowndecks ist es schwierig, diesen Tempoverlust wieder zu kompensieren, so dass es fast mehr Sinn macht, auf das Manafixing komplett zu verzichten. Für Control- oder Kombo-orientierte Küchentischdecks, für die die richtige Farbverteilung wichtiger ist und die nicht auf's Höchsttempo angewiesen sind, kann dank der verschieden „Comes-into-Play-tapped“-Länder auf teure Investitionen verzichtet werden.

Ein paar Worte noch zu den Bounceländern (wie Izzet Boilerworks) aus dem Ravnica-Block: Sie sind zwar Common-Karten, und damit entsprechend günstig. Diese Länder solltet Ihr aber trotzdem wirklich nur dann verwenden, wenn Ihr ohne Manafixing überhaupt nicht auskommt. Der Temponachteil, der durch diese Länder generiert wird (in Turn 2 macht man dank dieser Länder nämlich eigentlich sehr wenig) ist enorm.

Manabeschleunigung


So gut wie jedes Deck nimmt gerne Manabeschleunigung mit, wenn es Platz dafür findet. Einen 4 Mana teuren 4/4-Critter bereits in Runde 3 ausspielen zu können, ist eine Option, die sich wenige tempoorientierte Decks gerne entgehen lassen. Doch auch das Combodeck freut sich natürlich, wenn es bereits einen oder zwei Züge früher in die Kombo gehen kann.

Auch hier gibt es wieder gute Manabeschleuniger und solche, die echte Nachteile mit sich bringen. Einer der besten Manabeschleuniger überhaupt ist der Chrome Mox, der jederzeit gespielt werden kann und sofort Mana zuschießt. Auch die anderen Moxe (wie Mox Ruby) fallen selbstverständlich in diese Kategorie. Doch eben alle diese guten Karten erheben auch einen hohen Anspruch an den Geldbeutel – wenn man sie überhaupt noch kaufen kann. Doch auch dem findigen Budgetspieler stehen einige gute Alternativen zur Verfügung, um zusätzliches Mana zu generieren.

Allen voran möchte ich hier die Talismane aus dem Mirrodin-Block (wie z.B. Talisman of Unity) nennen. Diese Artefakte für zwei Mana finden sich im wesentlich preiswerteren Uncommon-Slot wieder und bringen keinen echten Temponachteil mit sich, da sie im gleichen Zug, in dem sie ausgespielt wurden, bereits Mana beisteuern können. Durch ihre Vielfarbigkeit tragen sie darüber hinaus zum Manafixing bei – wenn man auf den ein oder anderen Lebenspunkt verzichten kann. Die Signets aus dem Ravnica-Block (wie z.B. Golgari Signet) sind da schon eine Spur langsamer. Da man ein Mana bezahlen muß, um sie zu aktivieren, sind sie – früh ausgespielt – im ersten Zug ihres Daseins oft nutzlos. Ab dann beschleunigen sie aber und fixen darüber hinaus Manaprobleme. Beide Artefakttypen haben ihre Vor- und Nachteile – wessen Deck nicht auf eine extrem steile Manakurve angewiesen ist, ist mit den Signets aufgrund des sicheren Manafixings vielleicht besser bedient, während die aggressiveren Spieler unter uns auf die Talismane zurückgreifen sollten.

Manaintensivere Artefakte wie z.B. Darksteel Ingot sind da schon eher ein zweischneidiges Schwert – wenn man drei oder mehr Mana bereits zur Verfügung hat, kann man meist schon etwas cooleres anstellen, als das Beschwören einer zusätzlichen Manaquelle. Und später – also, wenn man beispielsweise eine Kreatur und das Manaartefakt spielen könnte, hat man meist ohnehin schon genug Mana zur Verfügung. Das gilt nun mal auch für den Küchentisch.

Ebenfalls in diese Kategorie fallen natürlich Kreaturen, die für Mana getappt werden können. Hier finden sich im Common-Slot gleich ein ganzer Haufen Alternativen zun den allgegenwärtigen Birds of Paradise. Man denke zum Beispiel an die Mana-Myr aus Mirrodin (wie Iron Myr), Llanowar Elves oder den Boreal Druid. Der Vorteil von Mana-Kreaturen liegt natürlich auf der Hand, denn außer sie als Manaquelle zu benutzen, kann man noch viele andere tolle Dinge mit ihnen anstellen – z. B. den Gegner oder seine Kreaturen verprügeln. Dafür muß man eine Runde warten, bis ihr Mana zur Verfügung steht. Ausserdem erwähnenswert sind hier natürlich die Bannerets aus Morningtide (wie z. B. Bosk Banneret), die – das richtige Deck vorausgesetzt – ebenfalls als Manabeschleuniger fungieren.

Zu guter Letzt gehören in diese Kategorie Zaubersprüche, die Länder aus der eigenen Bibliothek heraussuchen. Rampant Growth ist wohl hier eines der gängigeren Beispiele. Ähnlich wie bei manaintensiven Artefakten gilt es hier abzuwägen, ob man für das investierte Mana nicht bereits Besseres aus der Hand spielen könnte. Wenn die Länder getappt ins Spiel kommen (wie eben bei Rampant Growth) gewinnt man vielleicht nicht einmal zusätzliches Tempo. Als Gratiseffekt auf einer Kreatur (wie z. B. bei Wood Elves oder dem Sakura-Tribe Elder) ist diese Art der Manabeschleunigung aber auf jeden Fall einen Blick wert.

Carddraw


Zusätzliche Karten zu ziehen ist so gut wie immer gleichzusetzen mit „zusätzliche Vorteile generieren“. Wer mehr Karten ziehen kann, kann immer besser auf den Gegner reagieren. Auch hier haben Wizards of the Coast im Rare-Slot einige sehr gute Karten kreiert, die oft Verwendung in Turnierdecks finden. Ein aktuelles Beispiel ist Ancestral Vision, das für nur ein blaues Mana das Ziehen von drei Karten erlaubt.

Auch hier finden sich Alternativen, auch wenn die Common-Versionen oft ziemlich abgespeckt sind. Als Faustregel solltet Ihr Euch merken, dass Ihr höchstens ein Mana mehr bezahlen solltet, als Ihr Karten zieht. Das heißt, ein drei Mana teurer Spruch sollte Euch zumindest zwei Karten ziehen lassen. Counsel of the Soratami ist also durchaus spielbar. Bei Rush of Knowledge müsst Ihr da schon wesentlich vorsichtiger abwägen, ob sich die Karte lohnt oder nicht.

Insgesamt ist reiner Carddraw in der preisgünstigeren Kategorie oft nicht besonders spielstark. Dafür gibt es sehr viele Cantrips – also Zaubersprüche, die Euch zusätzlich zu ihrem eigentlichen Effekt eine Karte ziehen lassen – im Commonslot. So finden sich in der aktuellen 10. Edition z. B. Smash, Afflict oder Aggressive Urge. Diese Karten sind meist ein Mana teurer als ihre Äquivalente ohne Carddraw, steuern dafür aber zusätzlichen Kartenvorteil bei. Im aktuellen Lorwyn-Umfeld finden sich einige günstigere Cantrips wieder (wie Aquitect's Will), die Euch dafür belohnen, dass Ihr bestimmte Kreaturentypen spielt. Wenn Ihr ohnehin Decks mit diesen Kreaturen plant, lohnen sich Cantrips so gut wie immer – denn mehr Karten bedeuten mehr Vorteile!

Die Suche nach Alternativen


Das waren nur einige Beispiele, um durchdachte Konzepte auf einen preiswerten Küchentisch zu übertragen. Für fast jede Magickarte findet sich auch eine preisgünstigere Alternative. Counterspell beispielsweise ist in fast jedem blauen Kontrolldeck einer Internetdatenbank zu finden. Spielt ihr meist gegen kreaturenbasierte Decks, so kann Remove Soul eine Alternative darstellen. Muß es nicht ganz so schnell gehen, ist Cancel ebenfalls eine Alternative. Beide Karten kosten nur einen kleinen Teil des Counterspell-Preises und können in Eurem Metagame den gleichen Effekt erzielen. Ihr sucht einen Finisher für Euer blaues Control-Deck? Natürlich gibt es da einige hervorragende Beispiele für teures Geld. Gerade die Farbe Blau bietet aber im Common- oder Uncommenslot einige fliegende Fatties an, die den Gegner in wenigen Runden verprügeln können.

Auch für viele andere Decktypen gibt es meistens preisgünstige Alternativen. Ein klassisches Mono-Red-Burn lässt sich auch ohne die Verwendung teurer Karten wie Mana Barbs hervorragend zusammenstellen – nicht einmal Mogg Fanatic (so gut er auch sein mag) ist zwingend erforderlich. Dank Shock, Shard Volley, Incinerate, Rift Bolt, Lash Out und Keldon Marauders ist man fast schon bei Pauper-Magic angelangt.

Was nicht geht


Einige Dinge lassen sich nicht ersetzen, wie etwa wichtige Kombo-Bestandteile. So funktioniert beispielsweise die Kombo aus Body Double und Reveillark nicht,
Wichtig ist es, das Deck zu verstehen!
wenn die Beiden nicht in Eurem Deck sind. Auch Decks wie das „Enduring Ideal“-Deck, das auf der gleichnamigen Hexerei basiert lässt sich ohne Enduring Ideal und die zahlreichen guten Verzauberungen, die das Spiel gewinnen, nicht verwirklichen.

Außerdem solltet Ihr immer beherzigen, dass das Ersetzen von Karten oft Nachteile mit sich bringt. Entweder das Deck verliert Tempo, Kontroll-Optionen oder beides. Wenn Euch ein Deck gut gefällt und Ihr gerne damit spielen würdet, versucht es möglichst detailgetreu nachzustellen.

Ein Budgetdeck aus der Praxis


Zum Abschluß des Artikels möchte ich die oben erwähnten Alternativ-Vorgänge an einem praktischen Beispiel veranschaulichen. Ich habe mich für eine Merfolk-Liste entschieden, da die Meervölker bereits im Commonslot einige sehr gute Synergien aufbieten. Als Ausgangspunkt soll uns folgende Liste von Luke Goodwin dienen, der damit den ersten Platz der City Champs in Kansas City belegte:

Luke Goodwin - City Champs Kansas - 1st
MaindeckVorschau
Länder
4 Adarkar Wastes
10 Island
4 Mutavault
4 Wanderwine Hub

Kreaturen
3 Judge of Currents
4 Lord of Atlantis
4 Merrow Reejerey
4 Mothdust Changeling
4 Silvergill Adept
4 Stonybrook Banneret
2 Tideshaper Mystic

Sprüche
4 Cryptic Command
3 Sage's Dousing
3 Ancestral Vision
3 Ponder



Gemessen an den gängigen Preisen in einem beliebigen Webshop würde uns diese Liste – ohne Standardländer – ungefähr 170,00 EUR kosten. Den größten Batzen hierbei machen die Länder aus (alleine knappe 90 EUR!), aber auch einige der verwendeten Sprüche – allen voran Cryptic Command und Ancestral Vision – schlagen ordentlich zu Buche. Natürlich hat jede dieser Karten ihre Berechtigung in dem Deck – dennoch ist es natürlich reizvoll, ein funktionierendes Merfolk-Deck auch am Küchentisch zu spielen, ohne große Summen investieren zu müssen.

Machen wir uns also auf die Suche nach Alternativen. Als Manafixer könnte uns z.B. auch der Cloudcrest Lake aus Champions of Kamigawa genügen. Viele weiße Karten sind ohnehin nicht enthalten und die Manakurve ist auch überschaubar, so dass uns der Temponachteil nicht zu hart treffen wird. Wir packen erstmal vier davon ein und sind damit in einem wesentlich bescheideneren Budgetrahmen. Wer im Standard-Format bleiben möchte, könnte einen Blick auf Boreal Shelf werfen, für ein aggressives Kreaturendeck könnte es aber zu langsam sein. Für das Mutavault gibt es leider keinen adäquaten Ersatz, so dass wir hier wohl in den sauren Apfel des Verzichts beißen müssen.

Sehen wir uns als nächstes die Kreaturen an. Lord of Atlantis und Merrow Reejerey sind hierbei die teuersten. Beide werten die Kampfwerte Eurer doch recht schwach auf der Brust erscheinenden Meervölker deutlich auf. Einen ähnlichen Effekt kann in diesem Deck jedoch auch der Sage of Fables (zumeist für ca. 0,50 EUR) erzielen, da ohnehin jede weitere Kreatur in dem Deck ein Wizard ist. Darüber hinaus generiert der Sage auch noch einen Carddraw-Effekt, so dass das teure Ancestral Vision nicht unbedingt notwendig wird. Die übrigen Kreaturen liegen in einem sehr erschwinglichen Preisrahmen. Einzig für die Tideshaper Mystic können wir uns nun auch eine Alternative überlegen, da ohne Lord of Atlantis auch kein Islandwalk mehr im Deck vorhanden ist. Da wir uns nun nicht mehr hinter Inseln verstecken können, habe ich mich für den Stonybrook Angler entschieden, um gegnerische Blocke umgehen zu können.

Schwerer wird es wieder bei den Zaubersprüchen. Cryptic Command ist ohne Zweifel eine sehr gute Karte und es gibt im preiswerteren Bereich einfach keine richtige Alternative. Um ein wenig flexibel zu bleiben könnten wir uns beispielsweise für eine Mischung aus Boomerang und Cancel entscheiden, um sowohl countern zu können, als auch gefährliche Kreaturen des Gegners vom Tisch verbannen zu können. Da unsere Sage of Fables bereits für reichlich Kartenvorteil sorgen, verzichten wir auf das Ancestral Vision und integrieren Summon the School, um weitere Zauberer zum Aufpumpen und Kartenziehen zu kreieren.

Die fertige Deckliste könnte nun so aussehen:
Eine fertige Deckliste
MaindeckVorschau
Länder
4 Cloudcrest Lake
14 Island
4 Plains

Kreaturen
3 Judge of Currents
4 Sage of Fables
4 Mothdust Changeling
4 Silvergill Adept
4 Stonybrook Banneret
2 Stonybrook Angler

Sprüche
4 Boomerang
4 Cancel
3 Summon the School
3 Sage's Dousing
3 Ponder



Ohne Standardländer kostet dieses Deck nun noch knapp 18 €, also einen Bruchteil der ursprünglichen Liste. Natürlich verliert es während dieses Vorgangs einiges an Qualität – die Manabasis steht nicht mehr auf so sicheren Füßen, durch das Fehlen der klassischen Lords geht Aggressivität verloren und dank des Wegfalls von Cryptic Command verlieren wir Flexibilität. Nichtsdestotrotz funktioniert auch diese Deckliste, und für ein paar gepflegte Partien Magic in heimeliger Atmosphäre ist sie hinreichend ausgerüstet.

Zum Abschluß


Für heute soll es das mal wieder gewesen sein. Bei einem derart großen Thema ist es natürlich nicht möglich, alle Aspekte und Alternativen in nur einem Artikel abzudecken. Ich hoffe aber dennoch, ich habe den budgetbewußten Spieler unter Euch die ein oder andere Anregung liefern können. Für Kritik, Ergänzungen und Kommentare wie immer dankbar

Seanchui

MM

22 Kommentare

 
  #1Simon Ritter27.05.2008 - 06:23
Ich versteh nicht warum die Bounceländer einen großen Temponachteil bringen sollten, du verlierst einmal ein einziges Mana, außerdem hat man später ein Landdrop mehr, es gibt also genug Gründe die zu spielen, die wurden nicht umsonst im Typ 2 rauf und runter gespielt. Die Kamigawaländer hingegen finde ich einfach nur schlecht.
Ancestral Recall für ein aktuelles Beispiel an turnierfähigem Carddraw zu geben halte ich auch für sehr grenzwertig, die Karte kann nur in einem einzigen Format als one of gespielt werden. Da wäre mir ein Beispiel wie Brainstorm, Ancestral Vision lieber. Außerdem ist ein recht großer Anteil an turnierfähigem Carddraw Common oder Uncommon.
Warum man Alternativen für Counterspell suchen muss verstehe ich nicht ganz man zahlt für einen meistens keinen Euro da der immernoch nur Common ist.
Warum wurde der Merrow Rejeery im Merfolkdeck gecuttet? Doch nicht weil der teuer ist, der kostet hal niemals mehr als 50 Cent und ich einfach stark im Merfolkdeck.
Und zu zeigen dass man aus einem Typ 2 Deck mit ein bisschen umbauen ein günstiges Casualdeck basteln kann finde ich auch recht unbeeindruckend, also ich glaub den meisten Spielern ist es durchaus klar, dass man mit ein paar Commons und Uncommons, der richtigen Manakurve ein recht potentes Deck bauen kann.
 
  #2Martin Fuchs27.05.2008 - 08:24
wenn du mit den kamigawalaendern das deck nicht mehr t2 legal machst, warum soll ich nomal cancel ueber counterspell spielen?
mkit dem Merrow Rejeery kann ich mich simon nur anschliessen.
 
  #3F R — Kritik27.05.2008 - 10:16
im wesentlichen zum Deck:

1. Zum Merrow Rejeerey wurde ja schon alles gesagt (Schlüsselkarte und Uncommon!), aber auch der Lord of Atlantis sollte in 4. oder 5. Editions-Varianten günstig zu kriegen sein.

2. Eine der (meines Erachten nach) wichtigsten Regeln für Budget-Spieler: Einfarbige Beatdown-Decks sind dein Freund! - Hier muss man sich nicht für fehlende Doppelländer schämen
Deshalb keine Ahnung, warum Du unbedingt Weiss splashen willst...

3. Die Lakes sind ja wohl ein absoluter Griff daneben, oder?
Das Deck mit dem schlechtmöglichsten Doppelland nicht mehr Standardlegal zu machen ist der größte Fehler, den ich mir vorstellen kann.
Abgesehen davon, die meines Erachten nach zweitwichtigste Regel für Budgetspieler: Die Painländer sind, zusammen mit anderen Evergreens wie BoP oder Wrath, Anschaffungen für's Leben...

4. Ich denke Mutavaults sind keine Option, aber Faerie Conclaves? (v. a. in einer monoblauen Variante)
 
  #4Marcus Malden27.05.2008 - 10:41
Statt Mutavault geht auch Urza's Factory ganz gut. Wie bei den Conclaven gibt man den Bonus der Lords auf, aber die Funktion als Man-Land bleibt erhalten. Leider ist die Aktivierung nur eigentlich zu teuer für das Deck.
 
  #5Thomas Jungmann — Probleme mit dieser Art Artikel27.05.2008 - 10:53
gibt es ja jedesmal. Die einen sagen: "Offensichtlich, deshalb unnütz.". Die anderen sagen: "Schlechtes Deck, alles blöd!".
Ich sage: Die Ideen sind nicht so verkehrt, die oben genannten Argumente sind allerdings richtig.
Der Reejerey darf nie aus dem Deck fliegen, und es gibt wahrlich viele Varianten, mit denen man das Deck sowohl billig auf 2 Farben halten kann, als es auch noch in T2 spielen zu können: Die Storage-Länder, die Terramorphic Expanse etc. Alles nicht ideal, aber immerhin machbar.

Das ein billiges Budgetdeck irgendwie niemals so gut sein kann, wie die entsprechende Vollpreisvariante, ist ja wohl allen klar.

Ich denke immer noch, das gerade neue Spieler die Tipps, die man in solchen Artikeln erhält, für die eigenen Erfahrungen nutzen können, zum einen, wie man es nicht macht (die Kommentare helfen da ungemein), zum anderen, wo man Karten herbekommt und womit man ersetzen kann, wenn man das original nicht hat.

Ich sage nur: Garruk und Mwonwuli-Acid Moss!!

P.S.: Nur so nebenbei: Der Aufbau des Artikels ist gut, die Begründungen sind schlüssig, und der Schreibstil ist ansprechend. Also NIEMALS einfach 1 Punkt, nur weil einem die Deckliste nicht gefällt!
 
  #6Florian Reiter27.05.2008 - 11:14
Painlands aus Ice Age: Ab 2,50
Mogg Fanatic: Ab 0,90
Counterspell: Ab 0,10
Manabarbs (SB-Karte btw!): Ab 0,14
Wanderwine Hub: Ab 2,60
Merrow Rejeerey: Ab 0,20

Quelle: Eine ungenannt bleiben wollende Auktionsseite

Man kann's auch übertreiben mit dem Sparzwang...
 
  #7Andreas Pischner — zeromant.wordpress.com27.05.2008 - 11:30
Voraussetzungen zum Schreiben eines guten Artikels über Magic-Budget-Decks:

1. Schreiben können

2. Ahnung vom Deckbau haben

3. Vorstellungen von Kartenwerten besitzen

Vielleicht mag der Autor dieses Artikels sich selbstkritisch fragen, welche dieser Voraussetzungen er erfüllt und welche nicht.
 
  #8EvilBernd27.05.2008 - 12:52
Aber aber Herr Pischner, sie wissen doch, dass es nicht gut ist die persönliche Wunschliste der letzten Jahre an den Weihnachtsmann zu veröffentlichen.

Sonst geht das nie in Erfüllung!!

 
  #9F R — noch was zu Budget-Decks im allgemeinen27.05.2008 - 13:24
Ich find die Herangehensweise "Wie mache ich ein teures Deck billiger?" falsch.
Richtiger ist glaube ich "Welche Decks kann ich mit kleinem Budget ohne Probleme spielen?"

In diesem Fall halt U/w-Merfolk gg. Mono-U-Merfolk, oder ganz konkret: Die Land-Frage.
Sicher kann man U/w auch mit Boreal Shelf oder Terramorphic Expanse spielen, aber mich würde das Gefühl, nur mindere Ware zu spielen, (da A. Wastes und Wanderwine Hub besser sind) in den Wahnsinn treiben.
Die letztgenannten kosten ja nun auch nicht die Welt (wie oben erwähnt), aber in einer Rare-Freien Version würde ich Mono-Blau immer vorziehen, da ich hier nicht das Gefühl hätte was zu verpassen. Davon abgesehen würde in einer solchen Version die erwähnte Conclave spielbarer ein, da in der Rare-freien Version des U/w-Decks einfach zu viel getappt ins Spiel kommt.
 
  #10frank ohlhof — uiuiui die berwertungs funktion geht ja doch27.05.2008 - 14:09
endlich mal ein artikel, den sich niemand schön redet, es ist einfach nur mist sowas zuveröffentlichen etc, weil wie bereits gesagt wurde, ein haufen von einem deck hilft niemanden weiter.
Ich interessiere mich null für casual artike, ich finds einfach unnötig, über soetwas einen artikel schreiben zu müssen, da ich casual immer als marke eigenbau fun format verstanden hab, aber genug davon, darum geht es ja nicht.
Zum Beispiel die Artikel vom Pirschner fand ich dennoch ganz lesens wert, weil sie durchdacht sind und die deck listen sinn ergeben, nicht wie hier. Btw der Artikel name müsste heißen, ich bin Arm und habe 0 Lifetime wins, da mein deck keine 50 cent karten spielt etc.
 
  #11Daniel Pies — kritk27.05.2008 - 14:51
Für wen ist dieser artikel überhaupt? Casual-spielern mit fundiertem Magicverständniss bietet er einfach zu wenig neue informationen. Für Anfänger ist er allerdings auch nicht geignet weil er einfach schlechte Tips gibt. Kamigawa Länder sind einfach immer das schlechteste was man benutzen kann und erst recht in Kontrolldecks. Von diesen sehr fragwürdigen ratschlägen gibt es noch einpaar Signets? Counterspell? Sage of fables statt lord of atlantis? Im Endeffekt ist es nur ein schlechter artikel.
 
  #12Philipp Summereder27.05.2008 - 15:49
Thumbs Up für die gute und flüssige Formulierung.
Inhaltlich kenn ich mich bei Budget-Decks nicht so aus.

Lass den Kopf nicht hängen - vielen ist nicht bewusst, wieviel Arbeit ein solcher Artikel ist.

lg Phips
 
  #13Florian Reiter27.05.2008 - 16:29
Seanchui, hat dein Blog eigentlich Harakiri begangen?
 
  #14erwin schronz — blub27.05.2008 - 17:52
der kommentar vom Frank O ist halt das überflüssigste was es gibt. da er ja nicht den ersten tag hier ist wusste er ja was ihn erwartet.

wer ein bun deck spielt, der spart schon. und da sichger nicht am mogg fanatic. geh in den shop und lass dir welche schenken.
 
  #15Christian Seyboldt27.05.2008 - 19:56
Wer aus BUDGETGRÜNDEN einen Lord of Atlantis (~2€) aus einem Casual Merfolk Deck schmeißt sollte sich vielleicht ein finanziell weniger anspruchsvolles Hobby suchen, wie z.B Bierdeckel sammeln.
 
  #16Andreas Pischner — zeromant.wordpress.com27.05.2008 - 20:40
Ein Budget-Merfolk-Deck:

60 Island

Kostenpunkt bei Magic Universe:

6 Euro

Mehr muss man nicht für so ein komisches Spiel ausgeben, oder?

Und man verliert auch nicht mehr so oft wegen Mana Screw.
 
  #17Florian Kirchbacher — Bewertung27.05.2008 - 21:30
3x10 WTF?
 
  #18Markus Magera — @florian kirchbacher27.05.2008 - 21:56
das nennt sich stützbewertungen ;)
 
  #19André Frenzer — Feedback27.05.2008 - 23:44
Vielen Dank für das ausführliche Feedback.
#1: früh gespielt werfen die Bounceländer dich einfach um einen kompletten Zug zurück. In Turn 2 spiele ich lieber einen 2-Mana-Critter von meiner Hand anstatt das Bounceland. Das passiert mir mit den Kamigawaländern eher weniger.
#2: die Formatlegalität war mir in Bezug auf die Liste furchtbar egal. Die Intention war nicht: baue ein billiges FNM-Deck sondern baue ein billiges Küchentischdeck. Wer an seinem Küchentisch T2 bevorzugt, findet Hinweise im Text.
#3: Mir persönlich stehen zwar ein paar Faerie-Conclaves zur Verfügung; im Einzelkauf würde ich sie aber nicht mehr als Budgetkarte bezeichnen.
#6: Das Problem mit Auktionsseiten ist die unsichere Verfügbarkeit. Vielleicht kriege ich grade einen günstigen Wanderwine Hub, vielleicht nicht. Im Webshop/Laden sind die Karten konstant verfügbar und meist über dem hier aufgezeigten Level.
#7: 1. Kann ich
2. Meinst Du "wissen wie ein gutes Deck aussieht" oder "Karten nehmen und ein Deck bauen"? Ersteres kann jeder, der es schafft "www.deckcheck.net" in seine Browserzeile zu tippen.
3. Meine Angaben im Artikel bezogen sich auf empirische Feldstudien in verschiedenen Läden rund durchs Bundesgebiet sowie zwei Webshops. Sicherlich genügt das nicht, richtig.
#9: Der Ansatz ist interessant und hätte sicherlich zu einem anderen Ergebnis geführt.
#10: Ich drafte nicht, darum interessiere ich mich null für Draftartikel, es ist Mist sowas zu veröffentlichen... *sarkasmusknopfaus*
#11: Der Artikel richtet sich eher an den "Bier-und-Brezel"-Magicspieler.
#12: Sicherlich ist es Aufwand einen Artikel zu verfassen - auch einen schlechten. Mit einem Artikel, der niemandem gefällt, hilft man aber natürlich niemandem weiter und der Aufwand war ganz einfach für die Katz´.
#13: Nein, der ist gelöscht. Hast Du ihn als Startseite hinterlegt, oder warum hast Du das so schnell bemerkt?
#16: Ohne Kreaturen, Spontanzauber, Hexereien, Verzauberungen und Artefakte wird so ein Deck aber sehr langweilig zu spielen und Du hast keine Winoptions im Deck. Lies Dir doch mal meinen Artikel durch, vielleicht hilft Dir das weiter.
#17+18: Keine Ahnung wo die 10er herkommen, meine Casualrunde liest keine Internetartikel .
 
  #20Florian Reiter28.05.2008 - 14:25
Das mit dem Blog hab ich durch Zufall gemerkt... ich sollte nicht immer jeden Link anklicken

Was die Auktionsseiten angeht: Ich will jetzt auf dieser Seite nicht explizit andere Verkaufspages verlinken, aber: Such einfach mal ein bisschen rum im Internet und du wirst merken, dass das mit der begrenzten Verfügbarkeit Quatsch ist (nein, ich meine nicht Ebay.)

Und was #10 angeht: Er meinte, er mag keine Casual-Artikel, weil Casual ja eigentlich ein experimentelles Format ist, in dem Spieler ihre eigenen Decks und Strategien entwickeln und ausprobieren und eben nicht Decks aus dem Internet beziehen. Von daher ist dein Argument nichtig.
 
  #21Matthias Langner28.05.2008 - 15:24
#1: früh gespielt werfen die Bounceländer dich einfach um einen kompletten Zug zurück. In Turn 2 spiele ich lieber einen 2-Mana-Critter von meiner Hand anstatt das Bounceland. Das passiert mir mit den Kamigawaländern eher weniger.

Früh gespielt wirst du aus dem Kamigawa-Land farbiges Mana ziehen müssen, das wirft dich auch um einen kompletten Turn zurück. Außerdem verlangt doch niemand, das Bounceland in Turn 2 auf den Tisch zu knallen, nachdem du nichts gemacht hast.
Gerade im Meerfolk hat man, wenn gewünscht eine beliebige Anzahl 2-Drops zur Verfügung, da kann man in Runde 3 auch einen weiteren legen + Bounceland und hat echten Kartenvorteil.

In Decks mit Peaks in der Manakurve sind die Bounceländer echte Stars.

Dass die Kamigawaländer die schlechtesten Manafixer sind wurde schon von anderen erwähnt und ich würde immer ein Tapland über denen spielen.

Zum Deck:
Das Merfolk ist deshalb gut, weil es 8 Lords spielen kann. Ohne selbige ist das Aggro-Merfolk völlig sinnlos.

Zitat: Wichtig ist es, das Deck zu verstehen!

Dass das Deckkonzept von Aggro mit nur wenig Disruption auf Control-Aggro geändert wurde ist nicht schlimm, sondern der einzige Weg, das Deck ohne Lords spielen zu können. Aber es hätte ruhig erwähnt werden dürfen.

Das Konzept hätt man auch weiter verfolgen können, mit Stonybrook Schoolmaster, Drwoner of Secrets und Silvergill Douser.
Das ist zwar auch nicht so stark wie ein ordentlicher Merfolk-Aggro-Build, wirkt dafür aber nicht so, als hätte man eine Deckliste genommen und die guten mit schlechten Karten ersetzt.

Schreibstil war OK, nichts besonderes, aber flüssig zu lesen.

PS: Das Cryptic Command hab ich hauptsächlich zum Tappen benutzt und damit den Alphstrike vorbereitet und nicht zum Bouncen.
 
  #22Andreas Pischner — zeromant.wordpress.com28.05.2008 - 16:11
Also, dass die Kamigawa-Länder Sondermüll sind, darin sind sich ja alle (außer dem Autor) einig.

Bei den Bounce-Ländern muss ich ihm aber teilweise Recht geben; die sollte man nach Möglichkeit eigentlich vermeiden, wenn man nicht ganz tolle Gründe hat, aus einem Land 2 Mana ziehen zu wollen (Winter Orb etc...), oder für sehr, sehr lange Spiele planen kann (Kontrollmeta). Die tun nämlich zunächst einmal NICHTS, was man von Ländern will:

Man kann sie nicht in Runde 1 spielen.

Man will sie nicht in Runde 2 spielen, da man diese Runde benötigt, um Boardpräsenz zu entwickeln (Bären etc...) oder Mana zu beschleuingen (Signet und so).

Man will sie, wie mein Vorposter schon richtig anmerkt, eigentlich erst "oberhalb der Manakurve" spielen, sprich: Dann wenn man in einer Runde keinen Land-Drop mehr braucht - sprich: Wenn man sie nicht mehr braucht!

Nur, wenn man sich in einem Kontrollmatchup befindet, in dem Tempo bedeutungslos ist, und in dem die Entscheidung letztlich durch das zur Verfügung stehende Mana fällt, dann bringen diese Länder etwas. Ansonsten würde ich auch dem Großteil aller Casual-Decks empfehlen, lieber Terramorphic Expanse oder so zu benutzen - das kann man wenigstens in Runde 1 spielen, wo es nicht stört, und das Manafixing somit nutzen, BEVOR man seine Sprüche spielt!
 

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