Limited 02.04.2009  
Draften mit Charly
von Thomas Preyer
9,55 Punkte  
8 Kommentare  
Wer Magic Online spielt der kann etwas erleben...



Hier sieht man, wie ich gerade ziemlich eindeutig gewinne. Soll passieren.
Interessant ist das „Gespräch“ welches dieser Typ mit mir führt. Zugegeben, solche Dinge passieren nicht oft, dafür ist es dann jedes Mal umso schöner.

Jetzt aber zum Thema, und dass ist heute alles Mögliche. Gedanken zum aktuellen Draftformat in der Hauptsache.

5-Color



Beginnen wir mit meinem Lieblingsarchetyp, dem ich ja in meinen bisherigen Artikeln schon einiges an Raum gewidmet habe.

Heute geht's um einzelne Karten und Kombinationen die mir in jüngerer Vergangenheit auffielen, angenehm und unangenehm, und die meiner Meinung nach behandelnswert sind.

Telemin Performance

Diese Karte ist nicht etwa eine geheime Bombe fürs 5-Color Control, nein, sie ist eine wirklich nervige Sideboard Karte dagegen.
Zweimal hatte ich schon das zweifelhafte Vergnügen gegen die Performance anzutreten. Wenn man 14 Karten gemühlt bekommt und obendrein noch ein Tier zum Gegner überläuft, kann dass sehr böse enden. Ich hatte Glück und mein Paragon of the Amesha wurde einfach mitsamt seinen anderen Leuten vom Jund Charm entsorgt.
Ich war nur froh, dass der Inkwell Leviathan schon in meiner Hand war, denn den hätte ich nicht unter Kontrolle bekommen. Nicht nur ein Rare Draft, sondern auch eine gute Karte gegen 5-Color Decks, die ja meist wenige und vor allem gute Kreaturen spielen. Und a pro pos...

Inkwell Leviathan

Für die anderen Draftarchetypen nicht wirklich interessant, für uns hingegen eine günstige Variante an potente Finisher zu kommen. Günstig im Sinne von eine nicht als First Pick zu nehmende Karte, die länger rumgeht.

Die Highlights:

Ich: Turn 6 Magister Sphinx (dank Obelix)
Er: Path to Exile
Ich: Turn 7 Leviathan

Oder:

Er: Courier's Capsule, Sharuum the Hegemon.
Ich: Jund Charm und Branching Bolt
Er: Sanctum Gargoyle, Sharuum, Capsule
Ich: Oblivion Ring auf die Mythic Rare
Er: Sedraxis Alchemist auf Oblivion Ring, Sharuum auf Capsule.
Ich: Magister Sphinx
Er: Skullmulcher (Devour 2). 9 Handkarten, 9 Karten in der Library.
Ich: Inkwell Leviathan, Wretched Banquet, Oblivion Ring
Er: Angriff mit 4 Kollegen, einer der Fatestitcher, Gleam of Resistance.
Ich: Path to Exile auf den Unearther
Ich: Leviathan reitet zum Sieg.

Trotzdem mein Gegner zehn Extrakarten gezogen hat, konnte er nicht gewinnen. Außer dem Leviathan glaube ich, hätte es keine andere Kreatur gegeben, die ihm hätte gefährlich werden können.

Also: Dieser Bursche ist zwar wahnsinnig teuer, aber mit der richtigen Unterstützung (Shard Convergence, Armillary Sphere, Obelisken) ein super Finisher!

Wretched Banquet

Spitzen Removal für 5-Color. Picke ich relativ hoch, sehr gerne und auch gerne mehrmals.
Bietet das was wir brauchen, nämlich Gegenwehr im anfänglichen Angriffswirbel unserer Gegner.

Path to Exile

Ein absoluter First Pick in diesem Deck und auch sonst ein sehr hoher und guter Pick. Der Nachteil ist spielerisch fast immer leicht zu umschiffen und die Möglichkeit beinahe jedes Tier des Gegners, egal welche Ausstattung es hat, entsorgen zu können, ist Gold wert.

Brackwater Elemental

Landet in meinen bunten Kontrolldecks, häufiger als nicht, in den ersten 40, und das zu Recht.
Hält einem Dicke Leute vom Hals (von Karten, die das bieten, kann man kaum genug haben!) und schenkt uns obendrein noch vier Schaden im Lategame. In guten Decks muss es nicht im Maindeck sein, aber zumindest ein Exemplar fürs Sideboard nehme ich gerne.

Matca Rioters

Das dieses Vieh gut für uns „Buntstifte“ ist, liegt auf der Hand.
4/4 sollte er eigentlich immer sein, und das ist, siehe Brackwater Elemental, gut genug.
Später kann er den Gegner auch ziemlich flott abrüsten, folglich ein hoher Pick. (Meist aber hinter Removal und Manafix gereiht, je nachdem was man noch dringend benötigt.)

Falls ihr euch jetzt denkt, der immer mit seinem 5-Color, bla bla bla, dann seht euch mal den Archetyp bei der Arbeit an.



(Lösung: Resounding Wave auf Visionary und Oblivion Ring, im Upkeep dann das Scourglass gezündet)

Nachdem wir das jetzt auch geklärt haben geht's weiter mit der Einzelkartenbetrachtung.

Resounding Scream

Kann, wenn man Pech und viele Obelisken hat, auch im Maindeck landen, sollte aber besser gezielt aus dem Sideboard kommen. Besonders im Mirror oder gegen andere langsame Decks wirkt diese Karte wahre Wunder.
Letztens gegen Naya mit massig Removal: Einfach mal kein Tier ausgespielt und dann zwei Removal (Branching Bolt war dabei) aus seiner Hand gezogen. Ach ja, es handelt sich hier um den mittlerweile selten gewordenen „discard at random“ Effekt.

Resounding Wave

Will ich eigentlich, wie auch die anderen, besseren Resoundings, immer im Deck haben. Ermöglicht uns einfach das spielen von mehr Manasourcen und obendrein berechtigen sie die Existenz von mehreren Obelisken im Deck.

Resounding Silence

Nur als kleine Wiederholung. Diese Karte ist nur in 5-Color wirklich gut, überall sonst ist sie maximal Durchschnitt. Für Bant in Ordnung, da dieser Archetyp wirklich wenig Zugang zu Kreaturenvernichtung hat, für Naya aber unter jeder Sau.

Obelisk of Jund

Stellvertretend für seine Kollegen dient er mir hier als Anschauungsobjekt.
Diese Manasteine sind nicht schlecht, höchstens das Deck, welchem sie angehören, passt nicht dazu.
Ich versuche möglichst viele Karten zu draften, welche die Obelisken im Deck rechtfertigen. Das bedeutet, dass ich sie nicht nur als Manafixer verwende, sondern auch zur Beschleunigung, beziehungsweise zum Erreichen von acht Mana, um meine teureren Karten auch zocken zu können.  Sie spielen Hand in Hand mit den Resounding Spells.
Removalspells der Converted Mana Cost eins verbessern die Steine noch zusätzlich. Damit man den dritten Zug nicht einfach nur zum Manaaufbau verwenden muss.

Kederekt Leviathan

Ein Satz nur: Stark im 5-Color, überall anders nicht gut!
Nehmt ihn einfach nicht. (Eventuell noch wenn ihr schon Corpse Connoisseur habt, aber immer noch nicht hoch picken!) Klar gilt das nur, wenn ihr Alternativen vorfindet.

Cruel Ultimatum

First Pick, First Pack nehme ich es immer. Denn dann ist die Devise: „ Never look back“.
Mit diesem First Pick drafte ich in weiterer Folge zu 95% den bunten Kontrollhaufen.
Es kann dabei auch nicht wirklich etwas schief gehen, da das Ultimatum Obelisken liebt und umgekehrt, zudem für sich selbst schon ein Plan ist und ausgespielt auch beinahe jedes Mal für den Sieg sorgt.
(Tipp: Nehmt Obelisken, wenn ihr es habt! Ich weiß, der obige Satz implizierte das schon, aber ich wiederhole die wichtigen Dinge gerne mal.)
Bekommt man mittlerweile auch schon mal Pick 3 im ersten Booster, dass sollte zwar meiner Meinung nach nicht sein, aber nicht jeder traut sich anscheinend über diesen Archetyp drüber, bzw. kann die Power dieser Karte in diesem richtig einschätzen.
Um es noch mal festzuhalten, das Ding ist eine 5-Color und keine Grixis Karte, egal was euch die Manakosten hier erzählen wollen, sie lügen.

Conflux

Nicht nur der Name der ersten Expansion im Alara-Zyklus, sondern auch eine interessante Karte für diesen Archetyp. Verblüffend einfach auszuspielen und sollte man danach enttappen dürfen, steht dem Sieg eigentlich nichts mehr im Wege.
Übrigens ein angenehmes Gefühl, sich da ein Cruel Ultimatum zu suchen.

Worldly Counsil

A pro pos suchen. Mit ausreichend blauem Mana im Deck nicht nur ein Removal und Bombensucher, sondern auch ein das Mana fixender Helfer.
Kommt spät und muss daher nur aufgelesen werden. Kann man auch gerne mal mehrere Exemplare zocken und steigt mit der Anzahl eurer Bomben im Wert.

Shard Convergence

Hilft euch gesichert die teuren Cycling-Karten auch wirklich so anzuwenden.
Fixt das Mana perfekt, klar, nur für die teureren Spells, macht unendlichen Kartenvorteil und dünnt die Bibliothek aus. Letztgenannter Faktor ist bei der durchschnittlichen Dauer von Spielen dieses Decks nicht unrelevant!
Kommt auch spät rum und muss daher nicht forciert werden.

Wandering Goblins

Never, ever play this card.
Selbst wenn ihr 10 verschiedene Basicland-Types haben solltet, schaut diesen Gesellen nicht einmal an. Sprecht versuchsweise einmal laut aus was dieses Tier eigentlich macht.

Er ist zu Beginn eine 0/3 Wall für 2R.
Später kann man Mana zahlen und er wird zum „Mosstodon“ (Ja, eigentlich schlechter, ich weiß.).
Noch später erledigt wirklich jedes andere halbwegs dicke Tier seinen Job, den Gegner umzuschneiden, genauso gut, wenn nicht besser.

Klingt das für euch gut?
(Klar werden jetzt einige sagen, das ist ja sowieso klar. Doch würde ich es hier nicht erwähnen, wenn ich es nicht schon öfter gesehen hätte.)

Ignite Disorder

Spiele ich im 5-Color eigentlich meist im Maindeck. Find ich auch gut so.
Wenn es mal wirklich schlecht sein sollte, zieht es einfach nicht () und verbannt es dann auf die Ersatzbank. Auch für andere Archetypen, bzw. Decks, besonders jene die an Removal Spells nicht so gesegnet sind, eine geeignete Maindeck Karte.

Celestial Purge

Noch mal eine Spur besser als das rote Pendant, daher noch eher im Maindeck.

Unstable Frontier

Je mehr Domain und Charms ihr habt, desto besser. Ich finde vier Mana für die Charms immer noch sehr fair.
Gefällt mir in den anderen Archetypen nicht so gut, da diese aggressiver eingestellt sind und daher die Kurve besser „treffen“ müssen.

Traumatic Visions

Will man eigentlich auch fast immer im Deck haben, das gilt auch für Bant und Esper.
Für 5-Color ist es Removal und Bombenentschärfer in Einem, für die anderen genannten Archetypen sichert es das Spiel ab. Das man damit auch sein Mana fixen kann sollte klar sein.

Controlled Instincts

Gute Karte für Spiel 2 und 3, und auch ein günstiges Removal, welches man in Runde 3 zusätzlich zum Obelisken auszocken kann.

Worldheart Phoenix

Hier möchte ich darauf hinweisen, dass dieser Vogel ein gutes Duo mit Corpse Connoisseur abgibt. Sollte euch also wenn ihr „Bunt“ draftet einer dieser Graveyard Männer unterkommen, dann nehmt ihn euch, vorausgesetzt er lässt sich günstig (also ohne was Besseres im Booster) erwerben.

Man glaubt es kaum, ich bin die 5-Color Karten durch. Diese machen hier im Artikel den Löwenanteil aus.

Eine Korrelation mit der Komplexität des Archetyps ist nicht von der Hand zu weisen.
Da ihr euch so brav durchgearbeitet habt, bekommt ihr jetzt eure Belohnung in Form weiterer Screenshots.



Dieses war das erste Spiel. Da hatte er, man sieht es, nicht viel mitzureden.



In Spiel 2 rächt es sich dann, dass ich nicht ausschließlich Shroud-Kreaturen gedraftet habe.
(Man beachte meine vom Spiel entfernten Karten.)

Wenden wir uns nun noch anderen möglichen Archetypen zu.

B/R Aggro

Auch bekannt als das bessere Grixis, bzw. das bessere Jund.

Bleibt solange wie möglich auf diesen zwei Farben, vielleicht auch bis zum Ende des Draftes.
Normalerweise startet man in diesen Archetyp mit Zerstörungszaubern, verteilt über die ersten paar Picks des Draftes.

Auch für diesen Decktyp gibt es ein paar spezielle Karten, die sonst keiner wirklich will und die je nach Ausrichtung, richtig glänzen können.

Die möglichen Tendenzen sind:

  • Schnelle Kreaturen gepaart mit Removal
  • Schnelle Kreaturen gepaart mit Burn
  • Unearth
  • Eine Hybrid aus den obigen


Je nach Ausrichtung müsst ihr die zu draftenden Karten unterschiedlich gewichten.
Ein weiterer Tipp, der besonders bei diesem Archetyp hilfreich ist:
Schaut, was sich in den Boostern befindet und überlegt euch, was zu euch zurückkommen kann.
Da gibt es nämlich eine ganze Menge an Karten, die ihr gut gebrauchen könnt, die aber noch spät zu bekommen sind.
Beispiele: Quenchable Fire, Onyx Goblet, Maniacal Rage, Lightning Talons, Rotting Rats, Infectious Horror (für die Ich-habe-massig-Removal-Variante), Yoke of the Damned.

Ein Beispiel wie das Deck in der Unearth Variante aussehen kann (zugegeben, ein krasses).

BR-Deck
MaindeckVorschauSideboard
1 Goblin Deathraiders
2 Corpse Connoisseur
1 Dregscape Zombie
9 Swamp
1 Blister Beetle
1 Lightning Talons
1 Ignite Disorder
8 Mountain
1 Absorb Vis
1 Shambling Remains
2 Goblin Outlander
1 Magma Spray
1 Grixis Slavedriver
1 Blood Cultist
2 Viscera Dragger
1 Hell's Thunder
2 Undead Leotau
1 Predator Dragon
2 Rotting Rats
1 Scourge Devil

1 Resounding Scream
1 Agony Warp
1 Swamp
1 Outrider of Jhess
1 Mountain
1 Onyx Goblet
1 Kranioceros
1 Scornful Aether-Lich
1 Relic of Progenitus
2 Godtoucher
1 Bloodthorn Taunter
1 Glaze Fiend
1 Absorb Vis
1 Soul's Grace
1 Sighted-Caste Sorcerer
1 Steelclad Serpent
1 Forest
1 Forest
1 Bone Saw
1 Brackwater Elemental
1 Archdemon of Unx
1 Salvage Slasher




Leider kaum Removal, dafür eine außerirdische Unearth Engine und ein paar gute Beispiele was in diesem Archetyp gut sein kann.

Goblin Outlander

Einer eurer höchsten Picks in Conflux (Removal mal außen vor gelassen). Ist einfach sehr, sehr wichtig, da er der einzige gute, aggressive Common 2-Drop in Conflux ist.
Pickt ihn rechtzeitig und schaut, dass ihr euch schon in Alara mit Kreaturen dieser Kurvenposition ausstattet.

Shambling Remains

„Der“ First Pick für dieses Deck. Eigentlich gibt es keine Non-Rare die ich höher picken würde, selbst Dark Temper muss sich im Vergleich meist hintan stellen.
Im dritten Zug gelegt ist dieser Zombie einfach nur unwiderstehlich.

Maniacal Rage und Lightning Talons

Mit genügend Kreaturen absolut gern von mir gespielt. Goblin Deathraiders sind das zu bevorzugende Ziel dieser Auren.
Dieses Play gewinnt sehr schnell, ausser, das Removal funkt euch dazwischen.
Eine interessante Anwendung für die Maniacal Rage ist auch in anderen Archetypen zu finden, speziell, aber stark gegen Grixis Slavedriver.
Wenn ich den weitergeben muss halte ich verstärkt nach der Rage Ausschau.
Als Antwort zwar kein Oblivion Ring, aber besser als gar keine, denn immerhin bekommt er nicht einmal einen Token. Funktioniert natürlich nur, wenn man noch Druck auf den Gegner ausüben kann, denn in der Defensive mag man gegen ein schwarzes 6/6 Monster nicht sein.

Rotting Rats

Im Unearth-Archetyp richtig gut (seht euch noch mal die Deckliste an und stellt es euch vor) sind Synergien mit vielen anderen Karten, wie zum Beispiel Undead Leotau.
Daher ist der untoten Katze schon in Alara verstärkte Aufmerksamkeit zu widmen. Langsame Decks hassen die Ratte wie die Pest, und daher kann man sie auch in anderen B/R Decks einwechseln.

Bant



Diesen Archetyp drafte ich eher selten,  und daher kann ich dazu nicht soviel sagen. Eines aber weiß ich.

Aerie Mystics

Diese Karte habe ich ursprünglich schlechter eingeschätzt. Ein für Bant perfekter und auch sehr hoher Pick. Hinlegen, enttappen, gewinnen. Solider Korken auf der Flasche des Erfolges.

Mehr interessante Dinge fallen mir zu Bant leider nicht ein.

Doch, eine Sache war da noch. Wer das kann, der sollte diesen Archetyp draften.

Mein Gegner:
Game 1: ForestNoble Hierarch, PlainsRhox War Monk
Game 2: Siehe Game 1

Ich habe unlängst auch einen 8-4 Draft mit den Exalted Freunden gewonnen, habe aber das Deck nicht gespeichert. Daher weiß ich nur noch, dass 20 Tiere mitgespielt haben. Rhox War Monk und Aerie Mystics waren auf dieser Klassenfahrt auch dabei.

Naya


Drafte ich wohl am allerseltensten von allen vorstellbaren Archetypen. Ich bin einfach kein Fan von Decks, die das Mana am Anfang perfekt heben müssen, um gewinnen zu können.
Conflux unterstützt Naya auch nicht besonders stark. Dies erleichtert es mir meine Abneigung auszuleben und andere Dinge zu draften.

Irgendwann, vor nicht allzu langer Zeit, landete ich aus Versehen auf „Naya Fett“, und bemerkte schnell, dass ich davon genau null Plan habe. So ahnungslos bei meinen Entscheidungen im Draft habe ich bisher noch selten agiert. Am Ende hatte ich etwas zu viele Fette und etwas zu wenig Beschleuniger. Es passte zwar ganz gut auf dem Papier, doch im Spiel selber wollten die Karten dann leider nicht in ausgewogener Mischung erscheinen.
Da ich es also nicht kann, vermeide ich es. Das geht eigentlich auch relativ komplikationslos.

Esper



Ich liebe Decks mit Synergien und wer Synergien sagt, muss auch Esper sagen. Dank Conflux sehen meine Artefakt-Decks regelmäßig bombig aus. Das sind sie dann auch meist in der Praxis. Die andere Seite der Medaille ist, dass die Esper-Decks wirklich sehr oft wahnsinnig stark sind, aber kein anderer Archetyp so sehr an Hatekarten zu leiden hat.
Branching Bolt war schon schlimm, doch jetzt ist er die Hölle. Wenn ich keinen wichtigen Pick mehr habe, nehme ich mittlerweile soviel Artefaktzerstörer wie möglich aus den Boostern.

Etwas Interessantes ist mir noch aufgefallen, vielleicht habt ihr es auch schon bemerkt.
Die Booster, also deren Printruns in Conflux, sind entweder voller Esper First Picks, oder leer. Tendenziell überwiegen die gefüllten Booster.
Folglich ist es beinahe immer möglich ein gutes Esper Deck zu draften, man könnte es sogar forcieren. Selbst wenn sich euer rechter Nachbar für denselben Archetypen entschieden haben sollte, fallen immer noch genügend schmackhafte Esper-Krummen aus den Conflux Boostern.
Es ist also selten ein Fehler sich für Esper zu entscheiden, die Tiefe im dritten Booster ist beeindruckend. Ich habe mittlerweile schon sehr, sehr oft potenzielle First Picks nach Pick 8 gesehen und auch gedraftet. (Beispielsweise Sedraxis Alchemist)

Welche der vielen Esper Karten für euer Deck nun der richtige Pick ist, kann sehr unterschiedlich sein. Es kommt einfach auf das bisher gedraftete an.
Hat man z.B. in den Alara Boostern 2 Etherium Sculptor aufgelesen, sind die Esper Cormorants dem Parasitic Strix vermutlich vorzuziehen.
Ähnliche andere Konstellationen gibt es einige. Parasitic Strix vs. Sedraxis Alchemist beispielsweise. Bei diesen Entscheidungen geht es nicht darum welche Karte eindeutig besser ist, sondern welche eindeutig besser für euer Deck ist.

Puppet Conjurer und Court Homunculus

Das ist keine Combo! Mirror Entity und Puppet Conjurer übrigens auch nicht!

Call to Heel und Unsummon

Ich habe es schon bei einem meiner Walkthroughs erwähnt. Beide sind dank unzähliger CiP Tiere super Karten. Daher mag ich Blister Beetle und Fleshbag Marauder jetzt noch mehr. Die sind übrigens Schwarz. Das dürfte den parasitisch veranlagten Strix freuen.

Call to Heel ist, dass nur am Rande, eine angenehme Antwort auf einen gerade ins Spiel kommenden Malfegor. Klingt hypothetisch, ist mir aber passiert. Also nicht mir, sondern dem Malfegor meines Gegners.

Hier noch ein Beispieldeck, heute gedraftet, 8-4 Finale erreicht. Mir hat es gefallen.

AAC 8-4 Esper
MaindeckVorschauSideboard
1 Filigree Sages
1 Zombie Outlander
5 Plains
1 Sharding Sphinx
1 Unsummon
1 Esper Battlemage
1 Esper Battlemage
1 Fatestitcher
5 Swamp
2 Etherium Sculptor
1 Esper Cormorants
1 Steelclad Serpent
1 Sanctum Gargoyle
1 Gleam of Resistance
1 Call to Heel
1 Oblivion Ring
1 Sludge Strider
7 Island
2 Faerie Mechanist
1 Scepter of Insight
1 Sedraxis Alchemist
1 Blister Beetle
1 Kaleidostone
1 Vedalken Outlander

1 Plains
1 Outrider of Jhess
1 Sighted-Caste Sorcerer
1 Lapse of Certainty
1 Cancel
3 Swamp
1 Windwright Mage
1 Jund Charm
1 Yoked Plowbeast
1 Thunder-Thrash Elder
1 Undead Leotau
1 Corrupted Roots
1 Bant Battlemage
1 Cathartic Adept
1 Protomatter Powder
1 Resounding Thunder
1 Grixis Illusionist
2 Godtoucher
1 Obelisk of Jund
1 Jund Panorama
1 Plains




Jund



Tukatongue Thallid

Nein, ich blase nicht jede Woche ins selbe Horn. Ich weiß, dieses Lied kennt ihr schon.
Ich will auf etwas anderes hinaus: In keinem anderen Archetyp dieses Formates sind Kreaturen der Casting Cost 1 so nützlich wie in diesem.
Auch Toxic Iguanar und Deathgreater (ja, Deathgreeter!) werden von mir in Jund Decks inkludiert. Für Jund sind die Einsdrops besser als viele Zweidrops. Das gilt hauptsächlich dann, wenn ihr auch wirklich Synergien erdraften konntet. Devour, Hissing Iguanar, Algae Gharial, und Ähnliches.

Warum ist das so?

Jund ist mittlerweile ja nicht mehr Nummer eins in den Draftcharts, daher bekommt man, wenn man es draftet, nicht selten die Thrinaxe zugeschoben. Mitunter verboten spät. Diese aber sind nicht gerade von ausspielfreundlicher Casting Cost und müssen daher unterstützt werden Das geschieht am ehesten mittels Rupture Spire und Panoramen, und das am Besten in Runde 2.

Da Jund oftmals keinen wirklichen Splash hat, die Karten also auf alle drei Farben verteilt sind, braucht und will man dass Fix auch haben. Viele der sehr guten Jund Karten kosten zudem drei Mana.

Man würde also, bedingt durch die Natur von Devour (schon der Pumuckl hat gesagt: „Was sich reimt ist gut“), vor einem Problem stehen; es ist schwierig, seine Opfer schnell genug auf den Tisch zu bekommen. Also beginnt man damit schon im ersten Zug.

Klarerweise werden da nur Tiere mit Bonuseffekten gezockt. Toxic Iguanar zum Beispiel. Der ist entweder Klasse gegen den bösen Fettmann, oder aber unnötig. In letzterem Fall ist die Scherbe Jund ganz klar im Vorteil, verglichen mit den anderen, denn sie kann noch was mit dem unnötigen Tierchen anfangen, nämlich opfern.

Jund spielt oft auch viele Token generierende Karten und daher ist auch Deathgreater ganz brauchbar. Deathgreater, Dragon Fooder, Thunder-Thrash Elder, ein zwar überzogenes, aber nicht unanschauliches Beispiel dafür.

Jund ist zudem kein wirklich aggressives Deck, somit sind 2 Mana 2/2 Kreaturen nicht sooo aufregend. Alle Common Zweidrops die auf folgender Liste fehlen sind zwar spielbar, aber weder sonderlich gut, noch unbedingt nötig oder erwünscht.



Das sind also meine Erkenntnisse, die ich mit der Einführung von Conflux ins Draftformat erlangen konnte. Ich hoffe es war was Brauchbares, vielleicht auch Neues für euch dabei. Nächste Woche berichte ich von den zwei von mir gespielten PTQ's und was da so abgegangen ist.

Ich entlasse euch nun mit einem abschließenden Screenshot in den Tag, die Nacht.
Frei nach dem Motto: Magic: The Puzzling.



Elementare fand ich damals so was von geil. Ich konnte gar nicht genug von diesem Draftarchetyp bekommen. Gewonnen hat es auch dauernd, daher sah ich da nicht wirklich einen Fehler (das liegt wohl dran, dass es keinen gab )

8 Kommentare

 
  #1Andreas Pischner — allesandi.wordpress.com02.04.2009 - 00:50
Diese Screenshots werfen ja eine faszinierende Frage auf: Kann man sich bei MTGO 3.0 etwa auf seine eigene Buddy-Liste setzen?
 
  #2Christian Höhn — hmm...02.04.2009 - 01:05
# Elvish Visionary
# Dragon Fodder
# Dregscape Zombie
# Druid of the Anima
# Blister Beetle

mindestens 3 der 5 waren ansich immer der Grundstock meiner guten Jund-Decks. Was spielst du denn ausser dem Thallid oder Deathgreeter für weniger als 3 mana?
 
  #3Thomas Preyer — antworten02.04.2009 - 08:20
#1: Ist teil meines Selbstfindungsprogramms, sei dein eigener Freund. Ja es geht!
#2: Toxic Iguanar. Es ist aber nicht gemeint das man keine anderen Kreaturen spielen kann und wird, das Beispiel bezieht sich auf eine perfekte Welt, einfach um zu verdeutlichen, das Cylian Elf, obwohl klein und grün, nicht wirklich was mit Jund zu tun hat. Da er farblich aber passt ist er wohl öfter mal im Deck, kein Drama.
 
  #4Ludwig Frischmann — @ Christian Höhn02.04.2009 - 11:02
Ich glaube du hast das falsch verstanden.. Er meint, dass auf der Liste die einzigen 2-Drops sind die er spielen würde ;)
 
  #5Christian Höhn — ah...02.04.2009 - 14:51
...ok, das "fehlen" mit "stehen" überlesen Ok, dann wird alles klar...
 
  #6Bone shredder — 1002.04.2009 - 15:25
Ziemlich viel Text heute.

Beim Worldheart Phoenix aka "nehmt ihn euch, vorausgesetzt er lässt sich günstig (also ohne was Besseres im Booster) erwerben", fällt mir spontan so überhaupt nichts ein, was man darüber nehmen wollte. Für mich repräsentierte der Feuervogel (im 5 Farbdeck) bislang fast immer eine Mischung aus Moat und dem Einschieben des Gegners.
 
  #7Thomas Preyer — Ich02.04.2009 - 16:57
sollte einfachere Sätze formulieren. Oder klarer. Es geht um Corpse Connoisseur, der sollte günstig erworben werden. Den Vogel kann man schon mal aktiv höher draften

Sorry das ich soviel geschrieben habe, aber ich bekomme nach Wörtern bezahlt... Äh, nein. Dann das nächste mal weniger
 
  #8Marcus Malden02.04.2009 - 18:18
Oder ich sollte mehr Bilder einbauen. Sorry, dass es hier nicht so viele, ausser den offensichtlichen Screenshots, gab. Nach Wörtern bezahlen wäre ja mal eine Idee. 0,75 Eurocent pro Wort oder so. Dann kostet dieser Kommentar genau 0,31 Euro. You're Welcome.
 

Kommentieren

Da nur registrierten Kunden das Kommentieren erlaubt ist, musst du dich entweder erst einloggen, oder eben erst registrieren und danach einloggen.

Eine Registrierung ist schnell und schmerzfrei erledigt.


Decklisten  
erweiterte Kartensuche  
RSSArtikelarchiv  
Unsere Autoren  
Forum  
Neuste Edition:  
M2011 Core (VÖ 16.07.)  




Sie haben 0 Artikel  
im Werte von 0.00 €  
im Warenkorb abgelegt  
 
 
© by MagicUniverse, 2010   |   Impressum