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Eine halbwegs interaktive Geschichte. Klickt auf das Foto-Icon oder die Zahlen, um die Bilderpracht in einem neuen Fenster zu erblicken.
Da ich bei der Pro Tour kolossal versagt habe, möchte ich mich bei diesem Bericht mehr auf das drumherum konzentrieren: Japan beziehungsweise Kyoto. Es soll weniger als Turnierbericht verstanden werden, sondern eher als Reisebericht, einem Diavortrag nicht unähnlich, der euch die „Wunder“ Kyotos näherbringen soll.
Das Problem - eine kleine Vorgeschichte
Der erste Fehler in meiner Vorbereitung wird schon jetzt ersichtlich, denn ich könnte euch, auch wenn ich es wollte, nichts von ellenlangen Testsessions erzählen. Weil ich unterschätzt habe, wie viel man für die Uni lernen muss, wenn man das Semester über die Füße hoch legt, hatte ich kaum Zeit um das Format ausreichend kennen zu lernen. Ich habe zwar einen Nationals Qual ifier gespielt, bei dem ich sogar erfolgreich war, aber als Vorbereitung ist das natürlich nicht annähernd ausreichend.
Jetzt saß ich da. Ich hatte ein wenig getestet und etwas gelernt, aber am Ende war beides viel zu wenig. Wenn man viel auf einmal will bekommt man oft gar nichts. Sollte ich wieder die Gelegenheit bekommen professionelle Luft zu schnuppern, werde ich mir das eine Lehre sein lassen. Entweder ganz oder gar nicht! Gleiches gilt auch für die Uni.
No Sleep Till Brooklyn Kansai International Airport
In aller Frühe fuhr ich mit dem Zug nach Frankfurt, wo ich am Flughafen meine Reisegefährten zuerst nicht finden konnte. Nachdem sich die meisten Japaner ins Flugzeug begeben hatten, konnte ich sie aber endlich am Gate finden. Patrick und Gerrit zockten gemütlich ein wenig Standard, aber für weitere Games war es leider zu spät.
Der Flug war relativ ruhig, das Fernsehprogramm ließ allerdings sehr zu wünschen übrig. Ich unterhielt mich daher ein wenig mit meinem Sitznachbarn. Er war Italiener und auf dem Weg zu einer Konferenz über künstliche Intelligenz. Er fragt mich später dann über Magic aus, was doch eher ungewöhnlich ist, da dieses Thema bei den meisten Mitmenschen den Nerdschutzschirm hochfahren lässt. Nach knapp sechs Stun den Flug wird einem wirklich sehr, sehr langweilig, besonders wenn man Probleme hat, in einer fast vertikalen Sitzposition zu schlafen. Auf dem Gang unterhielt ich mich noch mit einen Japaner, der sogar ganz akzeptabel Englisch konnte, was durchaus eine Seltenheit darstellen sollte. Er gab mir ein paar Tipps, welche Sehenswürdigkeiten man in Kyoto besuchen sollte, aber nach einer Weile verscheuchte leider eine Stewardess alle, die gelangweilt dort herum standen, da man während des Fluges nirgendwo herumstehen durfte. Auf die Frage, wie es denn um die Englischkenntnisse seiner Landesmänner und –Frauen bestellt sei warnte er mich allerdings vor. Man käme mit Englisch nicht besonders weit.
Der Flug dauerte knapp elf Stun den und durch die Zeitverschiebung flog man um 14 Uhr los, kam aber um 9 Uhr am Morgen des nächsten Tages an. Das sorgt beinahe automatisch für einen brutalen Jetlag. Aber noch waren wir ja nicht mal in Kyoto.
Weiter ging es mit dem Airport Express (eine leichte Übertreibung, wenn man bedenkt, dass bei uns die S-Bahn schneller und komfortabler ist) in Richtung Kyoto. Neben der Flughafentoilette (sauber, hell, mit diesen legendären japanischen Toiletten, die gewärmte Sitze und eine ausfahrbare Minidusche zur Reinigung der betroffenen Körperregionen bieten, bestückt) konnte man auch hier schon den Unterschied der Kulturen sehen:
Als der Zug die Station verließ standen drei Bahnhofsangestellte am Ende des Gleises und winkten zum Abschied. Der Schaffner kommt auch nicht mit einem gemurmelten oder gebrüllten „Die Fahrkarten bitte!“ in den Wagon, sondern begrüßt die Zuggäste, hält eine kurze Ansprache und verbeugt sich, um danach die Fahrkarten zu kontrollieren.
Der Blick aus dem Fenster offenbarte allerdings eher hässliche Landschaften. Überall kleine, relativ heruntergekommene Häuschen und große Wohnblöcke, die den Char me eines Plattenbaus versprühen. Wobei die Gegenden in der Nähe der Bahngleise vermutlich nicht zu den besseren gehören.
Ein verschwommenes Photo aus dem Zug
Nach etwas mehr als einer Stunde Zugfahrt kamen wir endlich im Bahnhof von Kyoto an. Ähnlich des Berliner Bahnhofes ist dieser ein Palast aus Glas und Stein, mit vielen Geschäften und sogar einem gigantischen, elfstöckigem Einkaufszentrum, in dem man Stockwerke mit Feinkost und Lebensmitteln und ein Stockwerk, auf dem es nur Restaurants gab, finden konnte. Der Bahnhof war wirklich gigantisch.
Die Vorhalle des Bahnhofes
Von dort fuhren wir mit dem Taxi zu unserem Hotel, das sich gerade mal fünf Gehminuten vom Bahnhof befand. Wir mussten allerdings noch bis um 13 Uhr warten, bis wir einchecken konnten und vertrieben uns in der Lobby noch etwas die Zeit. Nachdem wir unsere Sachen im Zimmer abgelegt hatten, machten wir uns auf den Weg, um die Gegend zu erkunden und auf dem Weg etwas Essbares zu finden. Leider hatte das Tourismusbüro, dass sich auch im Kaufhaus befand, Dienstags nicht geöffnet und wir gingen, wie wir später erfahren sollten, in die falsche Richtung. Nördlich des Bahnhofs erstreckt sich der größte Teil Kyotos und auch der interessante. Dort stehen die meisten Tempel, Einkaufsstraßen und sonstige interessante Dinge. Südlich allerdings befindet sich fast nichts. Neben einem Areal mit mehreren Tempeln sahen wir nichts, außer sehr langen und tristen Straßen voller hässlicher - für unsere Verhältnisse - heruntergekommener Häuser. Wir aßen in einer Art japanischer Fastfood Kette zu Abend. Es war sehr billig und nicht mal schlecht und kam dem, was man sich als klassisches Japanisches Essen vorstellt am nächsten. Eine Schale Reis, ein Stück Fisch, Miso Suppe und gekochtes Fleisch.
Nachdem wir die Suche in diesem Areal aufgegeben hatten, machten wir uns auf den Rückweg zum Hotel. Dies sollte in einer mehrstündigen Odyssey enden, bei der wir mehrmals knapp vor unserem Hotel umdrehten, weil wir dachten, wir wären zu weit gelaufen. Nachts erkannte man die Straßen, durch die man noch am Vormittag gelaufen ist kaum wieder.
Im Hotel wurde noch etwas getestet und der Tag klang langsam aus.
Tempel, Tempel und noch mehr Tempel!
Gegen Mittag machten wir uns auf, um uns in der Touristeninformation eine Karte und Empfehlungen abzuholen. Weil es zunächst stark regnete, kauften wir uns im Gift Shop des Hotels Schirme, aber schon als wir aus dem Touristenbüro heraus waren hörte es auf und wir schleppten die Dinger den ganzen Tag mit uns herum.
Gegenüber des Bahnhofs erhebt sich der Kyoto Tower
Unser Plan war, zuerst in die Innenstadt zu laufen, uns dort ein wenig umzuschauen und später in die nahe gelegene Altstadt zu gehen.
Die Innenstadt war eine – sogar „unter der Woche“ - sehr belebte Gegend. Hier reihte sich ein Kaufhaus an das nächste und es gab mitten durch das Viertel eine überdachte Fußgängerzone, in der man unzählige kleine Läden finden konnte. In Japan gibt es andere Ladenöffnungsgesetze, als bei uns, was dazu führt, dass Geschäfte 24 Stun den 7 Tage die Woche geöffnet haben können, was scheinbar auch für sonstige Arbeiten gilt. Einige Supermarktketten haben nie geschlossen. Wenn man also mitten in der Nacht noch eine Flasche Cola will, kann man das ohne Probleme bekommen. Allerdings werden auch Straßenarbeiten Nachts erledigt, da der Verkehr tagsüber extrem dicht ist. Ob es die Anwohner besonders begrüßen, wenn um 12 Uhr der Presslufthammer donnert, mag ich bezweifeln. Ein Wochenende, wie wir es kennen, an dem fast alle Menschen frei haben, gibt es so in Japan nicht. Vermutlich legen sich Japaner ihren freien Tag so, wie sie möchten und das führt dazu, dass die Einkaufsstraßen immer sehr gut gefüllt sind. Dazu ist Kyoto natürlich auch eine große Stadt.
Wir guckten uns die Schaufenster und die durchgestylten Japanerinnen genauer an und ließen dieses lebendige Viertel auf uns wirken. Wenn ein junger Japaner erst einmal seine Arbeitskleidung oder Schuluniform ablegt, steckt er sich meistens in für unsere Verhältnisse abgefahrene Kleidung. Bonbonfarbene Sportschuhe, sehr stark vom Punk inspirierte Hosen, verspielte Verzierungen bei den Herren und allgegenwärtige Miniröcke und Hotpants, die kaum Länger sind als ein Gürtel, bei den Damen. Dazu natürlich ebenso verspielte Tops, bunte Aufdrucke usw. Wer in Deutschland als Paradiesvogel gilt, würde dort kaum auffallen. Ich denke man fällt eher auf, wenn man NICHT total abgespaced gestyled ist.
Zu den Hot Pants: Eigentlich ist das eine sehr nette Sache, denn die Japanerinnen sind – bis auf ganz wenige Ausnahmen – durch die Bank sehr schlank. Selbst wenn sich da etwas mehr auf den Hüften befindet wird das nicht wie bei uns automatisch unförmig, sie bleiben einfach trotzdem klein und schmal. Leider haben aber so gut wie alle Japanerinnen X-Beine. Wirklich so gut wie alle! Und Oben herum ist es auch nicht so gut bestellt. Ich habe genau eine Japanerin gesehen, die überhaupt ein Top mit Ausschnitt an hatte, die dafür aber mit gutem Grund. Man darf sich hier nicht von den Models und Idols aus dem Fernsehen und Videos täuschen lassen, die durchschnittliche Japanerin sieht anders aus. Das ist etwa wie bei uns das Verhältnis Model – Standardfrau.
Nachdem wir uns satt gesehen hatten, liefen wir in Richtung Altstadt. Auf dem Weg gingen wir zu Starbucks, wo ich mir eine „Matcha Tea Latte“ bestellte. Davon kann ich nur abraten. Matcha ist pulverisierter Grüner Tee, der mit heißem Wasser aufgegossen wird und dann aufgeschäumt wird. Matcha wird bei den klassischen Teezeremonien getrunken. Das machte den Geschmack der Starbucksversion allerdings nicht erträglicher. Erinnert hat es mich sehr stark an Fisch, Schlamm und eben Milch. Wenn man aber mal den halben Becher runter hat, merkt man das nicht mehr wirklich.
Wir liefen dann weiter bergauf. Kyoto befindet sich in einem Talkessel und viele Tempel befinden sich in den kleinen Seitentälern. Vermutlich lagen sie früher einmal weit abseits der Stadt, aber das moderne Kyoto ist ihnen entgegen gewachsen. Wir kamen an einen kleinen Tempel und bezahlten dort den Eintritt.
Was wir dort vorfanden war ein kleines Haus, das früher einmal einem wohlhabenden Japaner gehört hat. Es sah genauso aus, wie man es aus Samuraimangas und ähnlichem kennt. Tatamimatten auf dem Boden, Holz im Eingangsbereich, kleine Räume mit wenig Einrichtung. Allerdings bot sich ein wunderschöner Blick über die Terrasse in ein kleines Gärtchen. Leider wurde die Schönheit der meisten Grünanlagen die wir zu Gesicht bekamen dadurch geschmälert, dass es noch fast Winter war.
Garten des Hauses
Eines der Tempelgebäude, das sich auf dem Grundstück befand, wurde unschönerweise renoviert und konnte daher nicht besichtigt werden. Auch wurden einige der besonders eindrucksvollen Tempelgebäude, wie der silberne Tempel, den wir später noch besucht haben, und ein sehr großer Tempel in der Innenstadt, gerade in Stand gesetzt.
Auf dem Anwesen befand sich auch ein kleiner Pfad, der einen an den Gräbern von alten Kriegern vorbei führte. Dort konnte ich ein Photo machen, das einen recht guten Eindruck vom Aussehen Kyotos gibt. Man steht sozusagen am einen Ende und kann in der Ferne das andere Ende Kyotos sehen, allerdings in der Breite. Wir befanden uns hier im Osten der Stadt, Kyoto ist aber in seiner Nord-Süd Ausdehnung um einiges länger.
Kyoto
Von diesem Anwesen gingen wir weiter zu einem weiteren Tempel, hinter dem sich ein Buddhistischer Friedhof befand.
Der Tempel
Kleiner Schrein auf dem Friedhof
Der Friedhof war, wie ihr auf dem Photo sehen könnt, wirklich riesig und ein beeindruckender Anblick. Das Photo wurde von fast ganz oben geschossen. Der Aufstieg war zwar anstrengend, aber der Ausblick entlohnt einen dafür.
Buddhistischer Friedhof
Ausblick auf Kyoto über den Friedhof
Den Kyoto Tower, den ihr hier links im Bild sehen könnt, hatten wir ja bereits am Morgen gesehen.
Gleich um die Ecke konnten wir uns diesen gigantischen Buddha ansehen, der als Denkmal zu Ehren der im zweiten Weltkrieg gefallenen Soldaten erbaut wurde.
Weltkriegsdenkmal
Wir gingen weiter nach Süden in den nächsten Tempel, der ehemals der Sitz eines wohlhabenden Staatsmannes war, der seine komplette Wohnung aus einer anderen japanischen Stadt hierher versetzen lies. Nach seinem Tode machte seine Frau die Villa zum Tempel und sein Bruder wurde der erste Priester der in diesem Tempel lebte. Leider durfte man in den Gebäuden keine Photos von den dort ausgestellten Wandmalereien und Kunstgegenständen machen. Man konnte unter anderem einen jahrhundertealten bemalten Wandteppich begutachten, der mit viel Symbolik den Tod Buddhas zeigte. Es gab unter anderem auch kunstvolle Deckenvertäfelungen und einen an die Decke gemalten Drachen – ein mächtiger Schutzgeist der Buddhisten – zu bestaunen. Eine freundliche Angestellte erzählte uns diese interessanten Hintergrundinformationen.
Tempel von außen
Da wir uns abends im Hotel noch mit Moritz Germesin treffen wollten, der erst heute anreiste, mussten wir uns langsam auf den Weg zurück machen.
Ich sah dort ein interessantes Schild, aber leider hatten wir nicht die Zeit um nachzusehen, was man in diesem Museum überhaupt sehen konnte.
Museum
Wir gingen dann in das „Eat Paradise“. Dies war das angesprochene Restaurantstockwerk im Einkaufszentrum. Dort aß ich das, was ich noch öfter essen sollte: ein sogenanntes Set-Meal, das in den meisten Fällen aus Tempura (in Backteig frittiertes Gemüse, manchmal auch Fisch oder Krabben), Miso Suppe (Suppe aus Fischfond mit japanischen Pilzen und Algen) mit Soba (Buchweizennudeln) oder Udon (dicke Weizennudeln), etwas Sushi und einem Nachtisch bestand. Der Nachtisch entpuppte sich als grenzwertig, denn es war eine Art Reissstärke Gelee in irgendetwas, das wie Zimt schmeckte gewälzt. Es war sowohl im Geschmack als auch der Konsistenz sehr gewöhnungsbedürftig. Diese Set-Meals waren in den meisten Restaurants ähnlich und schienen der Standard zu sein, wenn Japaner essen gehen.
Im Hotel spielten wir noch ein wenig, aber der Jetlag forderte seinen Tribut und ich war recht schnell todmüde.
Kaiserliche Gärten
Da wir uns Abends anmelden wollten und auf eine Players Party hofften, hielten wir das Tagesprogramm recht kurz. Wir gingen uns im Einkaufszentrum an Bahnhof etwas zu Essen kaufen, nachdem wir gemütlich in einem Cafe gefrühstückt hatten. Sandwiches sind in Japan eine sehr leckere Sache und in so gut wie jeder Bäckerei, jedem Cafe und auch den meisten Supermärkten zu haben. Das klassische japanische Frühstück hingegen bekommt man scheinbar nirgendwo so richtig. Dieses Frühstück umfasst neben kaltem Reis (so weit ich weiß, manchmal auch mit einem rohen Ei darüber) und Suppe auch Fisch. Es hätte mich durchaus gereizt, das mal zu probieren.
Ich kaufte mir ein Bento, was so etwas wie eine kalte Lunchbox ist. In der Regel mit Reis, Gemüse, Fisch und manchmal auch Sushi. Leider kaufte ich mir einfach irgend eins, was dann dazu führte, dass mir nichts was darin war auch nur ansatzweise schmeckte.
Man muss in Japan allerdings nicht verdursten, denn egal wie klein die Straße ist, irgend wo steht immer mindestens ein Getränkeautomat, die meisten davon auch mit warmen Getränken aus der Dose/Flasche. Und vom Vormittag bis zum Nachmittag werden auch weniger luxuriöse, dafür geschmacklich besser einschätzbare Bentos auf der Straße verkauft.
Bento
Wir machten uns auf den Weg zum ehemaligen Kaiserpalast, der von einem weitläufigen Park umgeben war. Leider konnte man den Palast nur mit einer vorher bei der Stadtverwaltung beantragten Erlaubnis betreten und so blieb uns dieser Anblick vergönnt. Was im Park allerdings auffiel war, dass nirgendwo Müll herum lag, obwohl man sehr weit zum nächsten Mülleimer laufen musste und die öffentlichen Toiletten im Park blitzsauber und völlig frei von Spuren des Vandalismus waren.
Bilder des Parks: 1 2 3 4 5 6
Leider mussten wir schon wieder zurück gehen, damit wir zeitig zur Anmeldung erscheinen konnten.
Kälteeinbruch
Im Hotel sammelten wir Moritz ein und nahmen dann ein Taxi zum Pulse Plaza. Der Taxifahrer verstand kein Wort und fuhr erstmal in die falsche Richtung, bis er dann auf dem Stadtplan guckte. Und das obwohl wir einen Flyer mit der Addresse hatten.
Dort angekommen fanden wir eine große, nicht wirklich ansehnliche Halle vor, in der es zu allem Überfluss auch noch eisig kalt war. Das lag daran, dass die Feature Match Area und der Rest der Ausstattung erst noch aufgebaut wurden und deshalb die Türen offen standen. Weitere schlechte Nachrichten folgen auf dem Fuße. Die Karten bei den Händlern waren exorbitant teuer und auf die Frage, ob es eine Players Party gebe antwortete man nur „This IS the players party!“
"Players Party"
Toll, oder? Kein Essen, außer Wasser aus dem Wasserspender nichts zu trinken, arktische Temperaturen, eine hässliche Halle. Dafür gab es statt den üblichen drei Boostern sechs Stück. Aber auch kein Shirt, denn die hatten angeblich Lieferungsverzögerungen und fielen somit flach. Nachdem ich dann noch meinen ersten ALA-ALA-CON Draft überhaupt gemacht habe (so viel zum Thema „gut vorbereitet“) und mir dabei den Allerwertesten abfror, wollten wir nur noch schnell zurück zum Bahnhof und Abendessen.
Von einem LCQ habe ich auch weit und breit nichts sehen können.
Pro Tour Tag Eins
Mir war morgens schon klar, dass das nichts werden konnte, da ich, wie bereits erwähnt, kaum getestet hatte, mir in der Kälte des Vorabends eine Erkältung eingefangen habe und dazu auch noch von heftigen Halsschmerzen geplagt wurde. Mein Plan war also, es sich aufs Heftigste reinzulucken. Eine andere Chance hatte ich nicht wirklich. Ich spielte übrigens Cruel Control und die Liste ist zwar nicht wirklich der Rede wert, der Vollständigkeit halber will ich sie euch aber nicht vorenthalten.
Runde 1 gegen Antti Malin mit RW Cruise
Ich habe schon jetzt keine Lust mehr. Die erste Runde gleich gegen den Weltmeister.
Allerdings klappte das mit dem über den Haufen lucken hier noch. Im ersten Spiel machte ich nach sweepern, countern und removal Broodmate Dragon , Broodmate Dragon und Ende. Wir waren nach 15 Minuten beide noch auf 20 Leben und der erste Schaden entstand durch ein Painland auf seiner Seite.
Im zweiten Spiel hielt ich die zwei Länder on the draw, aber das dritte kam einfach nicht. Mulldrifter und Esper Charm warteten nur darauf mir weitere zu holen.
So musste das dritte Spiel gespielt werden. Seine einzigen farbigen Quellen waren lange Zeit mehrere Battlefield Forge und so brachte er sich ohne mein Zutun immer weiter gegen 0. Er zeigte mir beim clashen einen Ajani Vengeant , behielt ihn oben aber ich legte vorher meinen eigenen. Er versuchte nun, statt meinen durch seinen zu vernichten, den Planeswalker konventionell zu erledigen. Das gab mir sehr viel Zeit und ich fand einen Drachen. Leider richtete dieser gegen zwei Reveillark nicht viel aus, da ich immer eine Lärche durchlassen musste, damit er mich mit Harbinger nicht in den Larklock bekommt. Mein einziger Ausweg war doppel Command oder Command und Cruel Ultimatum , das ich aber nur Casten konnte, wenn er keinen weiteren Fulminator Mage ins Spiel bekommt oder wieder holen kann. Ich habe mittlerweile sogar die Command und das Ultimatum, warte aber auf ein weiteres Land, da der Mage doch kam. Im letztmöglichen Zug ist der Plan, ihn end of Turn auszutappen, mit den Drachen anzugreifen und mit dem Ultimatum zu finishen. Es würde genau reichen. Und selbst wenn er einen Ajani hätte, könnte ich ja countern. Dummerweise vergesse ich den Plan in wenigen Sekunden wieder und tappe statt dessen auf 9 Leben die beiden Reveillark vor dem Angriff. Das war natürlich extrem dumm, weil ich ihm jetzt ein riesiges Fenster aufreisse. Er nutzt es auch gleich und spielt doppel Spectral Procession . Hätte ich die Command aufgehoben, hätte ich das ja locker End of Turn regulieren können, aber nein, ich will lieber Topdecken müssen.
Das tue ich dann auch und spiele den Pyroclasm , greife an und erledige ihn mit dem Ultimatum.
Da war mir wirklich klar, dass das niemals gut gehen könnte. Runde eins schon so gehirntot zu sein, dass man solche essenziellen Spielzüge vergeigt, ist schon so gut wie Game Over.
1-0
Nachdem ich den Weltmeister besiegt habe (wie fragt ja später keiner) hatte ich jedoch wieder ein wenig Hoffnung.
Runde 2 gegen Yann Blumer mit Kithkin
Eigentlich sollte das ja das gute Matchup sein, aber leider bleibe ich wieder on the draw mit der zwei Land Hand auf diesen zwei Ländern stehen. Er verprügelt mich munter.
Spiel zwei versuche ich Pyroclasm , um einen Stalwart und einen Wizened Cenn abzurüsten. Leider hat er Rustic Clachan um den Cenn zu pumpen. Hätte ich noch einen Zug gewartet hätte ich doppel Pyroclasm spielen können. Nachdem ich mich beim ersten mal drumherum getopdeckt habe, konnte ich mich diesmal zünftig selbst besiegen.
1-1
Da diese Episode etwa zehn Minuten gedauert hat bin ich dann noch mit Yann in den Supermarkt um die Ecke gelaufen, da man an der Site nichts zu Essen erwerben konnte.
Ich muss sagen, ich war positiv überrascht. Der Supermarkt war nicht groß, aber es gab eine riesige Abteilung mit frischem Obst und Gemüse und auch frischen Fisch. Viel wichtiger war aber, dass sogar abgepacktes Essen recht gut schmeckt. So war das fertige Sushi um Klassen besser, als das, was man in Deutschland fertig kaufen kann und auch die abgepackten Backwaren waren alles andere als eklig, was man vom hiesigen eingeschweissten Kuchen nicht behaupten kann. Ich war erfreut.
Gestärkt ging es dann in die dritte Runde.
Runde 3 gegen Shingou Kurihara mit RW Cruise
Hier gibt es nicht viel zu sagen. Sobald es gut für mich aussieht kommt für ihn von oben Lark oder Ajani und ich bin fast kaputt. Länder ziehen ist total out. Das erste Spiel kann ich noch mit doppel Command gewinnen, aber ohne so viel Glück habe ich in Spiel zwei und drei überhaupt keine Chance.
1-2
Runde 4 gegen Tomoharu Kaji mit Feen
Wieder so eine Aneinanderreihung von Worst Case Szenarien. Habe ich sein Board im Griff, legt er ein Manland nach dem anderen und ich verschimmele auf meinen Countern und verliere das erste.
Im zweiten Spiel tausche ich oft gut ab, kann einen Vexing Shusher legen und denke, dass er mit zwei Handkarten gegen fünf nicht viel tun kann, aber weit gefehlt! Da ich ausgetappt bin, weil ich in meinem Upkeep die Clique gecountert habe, kann er ein Mind Shatter für fünf resolven und ich bin einfach nur noch kaputt.
1-3
Jetzt geht es an den Draft. Hier läuft es eigentlich ganz nett, ich bekomme als firstpick Bull Cerodon , als dritten Pick Oblivion Ring , Feral Hydra als siebenten Pick, drei Druid of the Anima , spät im zweiten Pack ein weiteres Bull Cerodon und reichlich weitere Goodies, nur das Removal will nicht so ganz, so dass ich am Ende in Naya zwei Resounding Silence spielen muss. Eigentlich bin ich zuversichtlich, da mit der Beschleunigung und den überdurchschnittlich guten Fatties eigentlich nicht viel schief gehen kann.
Runde 5 gegen einen Franzosen, dessen Namen ich vergessen habe
Aber es kommt doch dicke. Nicht, dass mein Deck wirklich gut gewesen wäre, aber mit viel Glück hätte man eventuell das 3-0 schaffen können. Leider geht das gegen Bant mit vielen Flyern und schwarz Splash für Bone Splinters überhaupt nicht. Er ist einfach viel zu schnell und sollte ich mal Druck liegen haben, packt er entweder den Vedalken Outlander aus, um einfach bis ans Ende der Zeit zu blocken oder rüstet das Tier gleich ab. Als Sahnehäubchen mache ich ich auch durchschnittlich zwei extra dämliche Fehler pro Spiel.
1-4
Und raus!
Das ist ja mal gelaufen, wie am Schnürchen. Diese Lektion werde ich wohl auf lange Zeit nicht vergessen. Wer sich nicht genügend vorbereitet, bekommt halt fast immer auf den Deckel. Wäre ich entsprechend vorbereitet gewesen, hätte mir die Erkältung vermutlich auch nicht zu schaffen gemacht, weil ich mein Gehirn fast nicht mehr gebraucht hätte, aber so habe ich mich einfach viel zu oft falsch entschieden. Jeder bekommt halt das, was er verdient. Und mit einem Win muss ich vermutlich sogar noch zufrieden sein.
Ich glaube, auf einen Sidedraft hatte ich dann auch keinen Bock mehr und so habe ich gewartet bis die anderen drei einer nach dem anderen ebenfalls rausflogen. Schade eigentlich, aber so ging es wenigstens früher zum Essen.
Patrick zockte vorm Gehen noch beim Gunslinging gegen einen Kartendesigner von Wizards das Jace vs. Chandra Deck. Lustigerweise verzockte sich der Designer mit Hostility , weil er dachte, dessen Ability würde allgemein direct damage in Tokens verwandeln. Ein Zuschauer machte ihn dann darauf aufmerksam, dass seine Seal of Fire leider keine Tokens machen, woraufhin er entgegnete „I actually designed this card, but i dont know how it works... how embarassing“.
Gunslinging
Nachdem Patrick sich seinen Booster abgeholt hatte, fuhren wir wieder zum Bahnhof, um dort zu essen. Ich hatte überhaupt keine Lust mehr auf japanisches Essen und nachdem die anderen ihre Vorspeise im McDonalds eingenommen hatten überredete ich sie, beim Italiener zu essen. Es hatte zwar geschmacklich nicht viel mit echter italienischer Küche zu tun, aber es war trotzdem gut und die Abwechslung war willkommen.
Fensterdeko beim Italiener
Play the Rainbow!
Ich meldete mich für das iPod Sealed Turnier an und nachdem es einige Verwirrung darüber gab, was mit den nichtjapanischen Spielern geschehen sollte, wurden alle, die mit englischem Produkt spielten, an gesonderte Tische gesetzt. Der Pool, den ich bekam, war recht gutes Esper mit genug Fixing, um noch hier und da etwas zu splashen. Als Spoiler hatte ich Magister Sphinx und Mirror Sigil Sargeant. Ich rechnete mir gute Chancen aus, aber leider warfen sich da die Japaner in meinen Weg, die durch die Bank Domain mit kaum bis keinem Fixing spielten, aber immer schön Turn 6 Domain hatten, während mich meine drei farbige Manabase mit Arcane Sanctum , einem Panorama und zwei Rupture Spire nach allen Regeln der Kunst verarschte. Das Spielchen zweimal und schon war es aus und ich droppte mit 1-2. Mein Gegner mit 2-1 allerdings auch...
Man hätte hier doch eigentlich aus Höflichkeit oder in der Hoffnung einen Booster abzustauben aufgeben können, aber er machte nicht mal Anstalten. Japaner scheinen auch nicht aufzugeben. Egal wie unendlich schlecht es aussieht, das Spiel ist erst dann vorbei, wenn die Lebenspunkte auf null gehen. Er kann auf zwei Länder screwed sein und ich habe 5 Power liegen, er ist auf fünf Leben und er lässt sich trotzdem bis zum Ende verprügeln. Meine Vermutung dazu ist, dass es etwas mit Respekt und Ehre zu tun hat, wenn man sein Gegenüber den Sieg voll geniessen und auskosten lässt und ihm den Triumph nicht wegnimmt oder durch die Concession schmälert. Vielleicht gibt es bei japanischen Onlinespielen auch keine Leaver und Plugger, wie bei uns?
Um mir mein Rating dann endgültig abzuschleifen, habe ich noch drei 8-Mann Drafts gespielt, wieder gegen diese mysteriösen 5 color no fixing Decks, aber beim dritten Draft konnte ich dann mit dem total übertriebenen Esper Air Force im Finale splitten. Den Erfolg im kleinen muss ich ja nach dem Verlauf des Main Event ehren.
Es war schon viertel vor zehn, als wir an den Bahnhof kamen. Dort mussten wir dann feststellen, dass alle Restaurants um zehn Uhr schliessen und uns niemand mehr bewirten wollte. Einzig der McDonalds hatte noch auf. Eigentlich wollte ich das ja vermeiden, aber jetzt ging es nicht anders. Ich muss sagen, japanischer McDonalds ist noch um einiges schlechter als der deutsche. Ich möchte jetzt nicht ins Detail gehen, aber ich fand es grausam.
Abends bin ich dann früher zurück ins Hotel, weil ich immernoch angeschlagen war und in der Bar mehrmals eingeschlafen bin.
Site-Seeing
Gerrit schaffte es um 6 Uhr zurück und Patrick kam erst um 12 Uhr zurück. Er wusste nichtmal mehr, wo er eigentlich die ganze Nacht war und hatte seine Tasche mit Pass, geliehenem Deck sowie sein Handy und seine Brille auf dem Weg liegen gelassen. Er erzählte mir noch die Geschichte und fiel dann ins Bett.
Die Tasche und der Pass konnten zum Glück später in einer Bar wieder aufgesammelt werden, aber das Handy und die Brille blieben verschwunden.
Gerrit und ich fuhren nochmal an die Site um das ein oder andere Sideevent zu spielen, aber wir kamen nur zu einem Teamdraft mit Jan Ruess gegen Matteo und Marco Orsini-Jones sowie einen japanischen Pro. Interessanterweise landeten wir alle drei in rot. Ich in Jund, Jan glaube ich ebenfalls und Gerrit in Grixis. Mein Deck war zwar nicht besonders gut, aber schnell und da die Orsini-Jones Brüder 5 Color und der Japaner Jund Fatties hatte, konnte ich immerhin 2-1 spielen. Durch Gerrits 1-2 war Jan nun gefragt. Er stand bereits 0-1 aber in zwei halben Matches bereits 1-1. Am Ende konnte er durch sehr gutes Spiel das 5-4 für uns herausholen und uns so das Geld und die Karten sichern.
Ich bewunderte noch die kunstfertigen 3D Karten, die einige Künstler vor Ort produzierten.
3D Karten: 1 2 3
Danach musste Gerrit sich den Strapazen der vorangegangenen Nacht ergeben und wir fuhren zum Hotel zurück.
Silver and Cold
Beim Frühstück im Cafe entschieden wir uns dazu, mit dem Bus zum goldenen Tempel zu fahren, da der silberne renoviert wurde. Dummerweise sagte uns Frau Germesin die Nummer der Linie zum silbernen Tempel, was aber nicht weiter tragisch war, da der Garten um den Tempel einen Besuch auf jeden Fall wert war.
Silberner Tempel: 1 2 3 4
Unpraktischerweise hatten wir die Temperaturen des Tages falsch eingeschätzt und froren daher um die Wette. Gerrit und Patrick wollten durch die halbe Stadt zur Innenstadt zurück laufen um sich dort Jacken zu kaufen, aber da ich mir keine kaufen wollte, setzte ich mich nach einer Stunde Fußmarsch dann doch in den Bus und fuhr zum Hotel zurück um meine zu holen. Wir trafen uns um 16 Uhr am goldenen Tempel wieder und setzten unsere Besichtigungen fort.
Der goldene Tempel und seine Umgebung sind vermutlich das schönste, was Kyoto in dieser Hinsicht zu bieten hat. Landschaftsbildnerisch sowieso.
Goldener Tempel: 1 2 3
In Japan ist es übrigens so ordentlich, dass sogar Enten nur in Reihen sortiert schlafen.
Enten in einem Teich des Goldenen Tempels
Mehr vom Goldenen Tempel: 1 2
Abends gingen wir dann wieder in die Innenstadt, um eine Arcade aufzusuchen. Wir fanden nach etwas Suchen auch eine, denn es scheint, dass Arcades gar nicht so gut verteilt sind. Was man allerdings überall findet ist Pachinko. Es ist in etwa vergleichbar mit einarmigen Banditen, nur dass statt sich drehender Walzen hier Kugeln herunterfallen, die auf Querstreben aufschlagen und so herumhüpfen. Wenn sie in einen Schacht in der Mitte fallen, gibt es Bonusspiele oder ähnliches. Am Ende kann man dann die gewonnen Kugeln gegen Sachpreise eintauschen. Das schlimme an diesem Glücksspiel ist aber, dass hinter diese vertikalen Spielfeld ein Bildschirm ist auf dem Videos ablaufen, die scheinbar irgend etwas mit dem Spiel zu tun haben. Das sind dann Char actere aus populären Mangas oder Fernsehserien. Zu diesem ständigen Geblinke und dem Geklackere der Kugeln kommt noch aus jedem Automaten ohrenbetäubend laute Musik. Aus jedem etwas anderes wohlgemerkt. Wie man es in dieser Kakophonie länger als fünf Minuten aushalten kann, ist mir ein Rätsel. Es gibt an den Eingängen dieser Pachinko Halls sogar schalldichte Schiebetüren. Wenn man daran dann zu nah vorbeiläuft ist man dem Gehörsturz gefährlich nahe.
Im Wonder Tower – einer mehrstöckigen Arcade – schauten wir uns dann an, womit sich der junge Japaner seine Zeit vertreibt. Neben Klassikern wie Time Crisis, Air Hockey, diversen Greifarm Automaten und Arcade Klassikern gab es auch verschiedene Formen der virtuellen Pferdewetten. Dort wurde dann 20 Japanern in Stühlen mit Touchscreen ein computeranimiertes Pferd vorgeführt und später konnten sie Wetten auf das Rennen abschließen. Außerdem gab es Gundam Simulatoren, die einen bei einem Counterstrike ähnlichen Spielprinzip vier gegen vier spielen ließen, allerdings saß man dazu in einer Kapsel, die das Cockpit eines solchen Mechs nachstellte, komplett mit Panoramafenster und Bedienungshebeln. Das beliebteste Spiel war aber bei weitem virtuelles Mahjongg, allerdings ist das nicht das, was man von Windows kennt, sondern ähnlich wie richtiges Domino ein Spiel, dass man gegeneinander spielt.
Während ich Tek ken 6 spielte, verfiel Gerrit einem Spiel namens Lord of Vermillion. Das besondere an diesem Spiel war, dass man mit Karten, die man auf einen Touchscreen legte gespielt hat. Es gab also Starter, Booster usw und vor jedem Spiel legte man sein Team auf den Screen und dieser las aus, welche Helden man hatte. Zusätzlich hatte man eine ID Karte, auf der das Level des Helden und der Monster gespeichert wurde, sowie die Items die man gefunden hat. So konnte man über den Touchscreen die entsprechenden Helden anwählen, drehen um ihre Angriffsrichtung zu ändern oder Spezialattacken auszulösen. Man konnte auch online gegen andere Spieler spielen und wenn man gewann bekam man aus einem Ausgabeschacht eine Karte als Belohnung. Ein sehr interessantes Konzept.
Lord of Vermillion
Es gab auch eine Spielhallenvariante von Counterstrike, bei der man gegen Leute in anderen Spielhallen spielte.
Im Keller dieser Arcade gab es auch noch ein Stockwerk auf dem nur Photoautomaten standen, die das Bild verfälschen konnten. Hierhin strömten die japanischen Mädchen in Scharen.
Leider machen selbst Arcades um halb 12 zu und so waren wir gezwungen wieder zum Hotel zurück zu gehen.
Einkaufsbummel
Am letzten Tag unseres Aufenthaltes wollten wir uns noch einige Souvenirs und Andenken kaufen. Nach dem obligatorischen Frühstück im Cafe gingen wir wieder in die Innenstadt und liefen die überdachte Fußgängerzone entlang.
Dort kauften wir uns in einem Laden, der nur Actionfiguren verkaufte, einige davon.
Actionfiguren
Auf dem weiteren Weg liefen wir auch an einem dieser Photoautomaten Läden vorbei.
Japanische Schulmädchen vor Photoladen
Eine Kunst, die in Japan zur Perfektion gekommen ist, ist es Crepes herzustellen. Diese werden dort mit allem Möglichen gefüllt und dann zu Kegeln gerollt. Wirklich sehr sehr lecker. Ich hatte zweimal das Vergnügen, aber öfter wäre auch nicht schlimm gewesen.
Crepes auf Japanisch: 1 2
Nachdem sich Patrick mit Schuhen und Kleidung eingedeckt hatte, machten wir uns auf die Suche nach etwas zu Essen. Kurioses auf dem Weg: Das deutsche Restaurant.
Deutsches Restaurant
Dort aßen wir allerdings nicht. Nachdem wir noch in einem Mangaladen waren, machten wir uns auch wieder auf den Weg zurück ins Hotel um zu packen.
Mangaladen: 1 2
Home Sweet Home
Nachdem wir mit dem Airport Express, in dem ich 500 Yen extra abdrücken musste, weil ich auf einem NICHT BELEGTEN Platz im Abteil, an dem Stand „reserved seats“, saß, zum Flughafen gefahren sind, wollte mir Lufthansa dort 11.000 Yen für 4 Kilo Übergepäck abknöpfen (20 sind erlaubt). Nach einer längeren Diskussion und dem Verweis auf mein Handgepäck, dass aus einer Tasche gefüllt mit einem Buch bestand und nach dem Wiegen auf 500 Gramm kam (5 Kilo sind erlaubt), bei dem die Dame am Schalter nicht ganz verstehen wollte, worauf ich hinaus wollte, durfte ich dank einem ihrer Mitarbeiter, der das ganze dann verstand, ohne die Zuzahlung mitfliegen. Das hätte mit der während des Aufenthaltes leider defekt gewordenen Kreditkarte sehr sehr unangenehm werden können, vermute ich.
Nach einem Rückflug mit wenig besseren Filmen als beim Hinflug ("High School Musical 3" war glaube ich das beste...) war ich dann endlich wieder auf heimischem Boden und freute mich auf Essen mit Kalorien. Wer viel Geld hat und abnehmen will, sollte nach Japan fliegen, ich habe in den 10 Tagen ein ganzes Kilo eingebüsst.
Da die Pro Tour so schlecht verlief und die Organisation und das Rahmenprogramm dieser extrem zu wünschen übrig ließen (mal ernsthaft, keine Pro Lounge, keine Players Party mehr, immer miesere Hallen... wenn es demnächst kein Geld mehr gibt, dann ist wirklich alles weg, was mich an meinen vorangegangenen Pro Touren fasziniert hat!) hat sich meine Motivation diesem Spiel so viel meiner Zeit zu opfern, wie ich das bisher getan habe, doch stark reduziert. Die Pro Tour wird zwar in der Außendarstellung von Wizards gehyped, aber was dann für die Spieler dort geboten wird, ist weit weg vom Glamour und Fame der letzten Jahre. Wenn ich in der Hinsicht nicht optimistisch wäre, würde ich sagen, dass das Schiff langsam sinkt.
Kyoto hingegen war eine wirklich schöne Erfahrung. Dieses fremde Land einmal gesehen zu haben macht mich glücklich und ich wünsche mir, in Zukunft noch öfter dort hin zu dürfen.
Ich hoffe euch hat dieser Reisebericht gefallen und die Photos vermitteln einen guten Eindruck von der Schönheit Kyotos. |
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| 4 Kommentare | |   |
| #1 | Sebastian Abresch | 17.03.2009 - 09:09 |
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Schöner Report, habe ich gern gelesen. Ein Tick mehr Kulturschock hätte es aber schon sein dürfen... :) |
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| #2 | Philipp Summereder | 17.03.2009 - 09:11 |
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Gibt einem einen coolen Eindruck davon, was man leider verpasst hat!
Thumbs up, und beim nächsten Mal klappt das mit Magic auch wieder besser!
lg Phips |
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| #3 | Thomas Preyer — Super | 17.03.2009 - 09:40 |
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Artikel, solltest vielleicht einfach für National Geographic schreiben, statt für MU |
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| #4 | Andy Lusser | 17.03.2009 - 13:22 |
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sehr tolle Symbiose von bildlichem Roadtrip in und um Kyoto und der (leider nicht so erfolgreichen) PT 10/10 Punkte
dieser Roadtrip war vom Lesefluss etwas vom Besten und Unterhaltendsten was ich seit langer Zeit, auch und vor allem im Vergleich mit anderen Erlebnisberichten, serviert bekam |
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