Extended 20.02.2009  
Der Rock-Rant: Warum 50-50 nicht reicht
von Florian Reiter
9,36 Punkte  
8 Kommentare  
by ~NNaRa - CLick for Source

Wenn ihr wegen Extended hier seid, scrolled schon mal runter und wartet auf mich. Ich schulde noch ein paar Leuten eine Roadtrip-Story:

Ich hab die Woche über bestimmt fünf ICQ-Messages bekommen, die alle ungefähr diesen Inhalt hatten:

"ey flo was war denn in ludwigsbugr los????ß"

Was denn, darf ich denn nicht mal mehr 0-2 Drop spielen? Als ob das so ein unrealistisches Szenario wäre. Na gut, ich schätze, da muss ich etwas weiter ausholen.

Die ganze Geschichte beginnt eigentlich schon Freitag Abend vor dem PTQ. Ich bin auf eine Party einer Freundin eingeladen, die sich Tags darauf für vier Wochen in ihre pfälzische Heimat verabschiedet und "with a little help from her friends" noch ihren Kühlschrank leer bekommen wollte. Da am nächsten Tag ja PTQ war, wollte ich nicht sonderlich lange bleiben, sondern mir lediglich den Bauch vollschlagen und dann wieder verschwinden. Was mein Schlafverhalten vor größeren Turnieren wie PTQs betrifft, bin ich eigentlich sehr diszipliniert – ich bin kein besonders überragender Spieler, also muss ich mir sonstwo jede Edge holen, die ich kriegen kann

Naja, ihr seht ja schon das kleine Wörtchen: "Eigentlich"...

Denn was ich nicht wusste, war, dass meine geschätzte Kommilitonin den Part mit dem Kühlschrank leeren nicht auf das Essen bezog, sondern ausschließlich auf die sich in der Wohnung befindlichen Alkoholvorräte. Schon klar, die werden auch so schnell schlecht... Was ich auch nicht wusste, war, dass von den 19 eingeladenen Leuten sage und schreibe 16 Personen absagen mussten. Prüfungen, krank, nicht in der Stadt, Wettkampf am nächsten Tag etc. pp.

Da sitze ich also, allein mit drei wunderschönen Frauen und alkoholischen Getränken in nahezu unendlicher Anzahl. Nicht gerade das, was man unter optimaler Vorbereitung auf einen PTQ versteht. (Das hier ist vermutlich nicht der richtige Absatz, um eine Beschwerde einzubauen...)

Trotz allem mache ich das Beste aus der Situation und falle schon gegen zwei Uhr morgens in mein Bett. (bevor jemand nachfrägt: Allein.) Kein Problem, das sind ja noch locker vier Stunden Schlaf, bis ich wieder aufstehen und 250 Kilometer nach Ludwigsburg fahren muss! Um 06:15 Uhr krieche ich also wieder aus den Federn, um mit Jürgen Stephan, Robert Darnhofer, Marc Vogt und Matthias Koenning den Trip zu bestreiten. Das ist eine gute Truppe, nur leider nicht ohne Starallüren. Marc müssen wir schon mal in irgendeinem Münchner Vorort aufsammeln, und Matthias hat obv. verschlafen und muss am anderen Ende der Stadt abgeholt werden. Macht schon einmal eine solide Verzögerung von 45 Minuten. Kein Problem allerdings, wenn man sich einfach nicht mehr verfährt! Wer mich allerdings kennt, weiß, dass es mit meinen Orientierungskünsten während der Autofahrt nicht allzuweit her ist. So schaffe ich es tatsächlich, mich am Autobahnkreuz in Richtung Stuttgart einzufädeln, nur um zwei Minuten später wieder auf der A9 Richtung Nürnberg zu sein. Ich weiß immer noch nicht, wie ich das geschafft habe. Effektive Verzögerung: 20 bis 25 Minuten.

Wir hätten es sogar immer noch rechtzeitig geschafft, wenn Marc bzw. sein iPhone uns kurz nach Stuttgart nicht auf die falsche Autobahnabzweigung gelotst hätten, wodurch wir nochmal so 20 Minuten verloren haben. Jetzt waren wir endgültig zu spät dran. Große Props an Robert und Jürgen, dass sie unsere Triple-Unfähigkeit so stoisch ertragen haben! Marc holt jedoch alles aus seinen Rhetorik-Skills raus und redet per Telefon auf die Veranstalter in Ludwigsburg ein, ohne uns noch nicht anzufangen. Tatsächlich erhalten wir Aufschub bis 11:30 Uhr. Punkt halb zwölf halten wir auch mit quietschenden Bremsen vor der Fußgängerzone, in der sich das "Fantasy Stronghold" befindet. Das Problem ist nur: Ein Parkplatz ist weit und breit nicht in Sicht! Die vier Jungs springen schon einmal aus dem Auto, um den Turnierstart irgendwie noch hinauszuzögern, während ich nach einem geeigneten Spot Ausschau halte.

Tatsächlich finden sich auch in einer unweit entfernten Nebenstraße schnell zehn freie Parkplätze, die allerdings für Kunden eines anliegenden Lampenladens reserviert sind. Nun, da jedoch alle Parkplätze frei sind, nehme ich mir einfach die Freiheit und okkupiere einen; der Laden platzt anscheinend nicht vor Kunden. Wohl aber platzt der alte, glatzköpfige Ladenbesitzer vor Wut, als er ungefähr zwei Sekunden, nachdem ich ausgestiegen bin, auf mich zuläuft und mir deutlich zu verstehen gibt, dass ich gefälligst verschwinden solle.

Es entwickelt sich - etwas abgekürzt - folgender Dialog:


Ich: Bitte, lassen sie mich nur 30 Minuten hier stehen, mehr brauch ich nicht! Ich park den Wagen danach um, versprochen!

Ladenbesitzer: *Hardcore-Schwaben-Dialekt, der mir außer den Worten "Isch mir egal" vollkommen unverständlich ist*

Ich: Ach bitte, es sind doch sowieso noch so viele Kundenparkplätze frei! Nur eine halbe Stunde, ich versprech's!

Ladenbesitzer: *siehe oben*

Ich: Boah ey, was ist eigentlich ihr Problem? In ihren Scheißladen verirrt sich doch eh kein Schwein, um eine von ihren hässlichen Dreckslampen zu kaufen!


Unnötig zu erwähnen, dass ich an der Stelle fett verloren hatte. Schnell wie Lucky Luke zieht der alte Mann ein Telefon aus seiner Hosentasche und wählt schäumend vor Wut irgendeine Nummer. Keine Ahnung, ob er die Polizei, den Abschleppdienst oder seine alten Wehrmachts-Buddies zu Hilfe holen will, aber in mindestens zwei Fällen sollte ich schleunigst von hier verschwinden (Jürgen meinte später zu mir, dass ich dem alten Mann einfach eine von seinen Lampen hätte abkaufen sollen. Auf die Idee hätte ich mal kommen müssen...).

Long story short: Ich brauche zu lange, um einen neuen Parkplatz zu finden, und als ich keuchend die Treppen ins Fantasy Stronghold hinuntergestürmt komme, habe ich mein Matchloss für extrem dreiste Tardiness bereits sicher. In der zweiten Runde verliere ich das Würfelwurf-Matchup gegen TEPS, weil ich – ihr habt's erraten – den Würfelwurf verlierer. Also schnell das Drop-Kästchen angekreuzt; muss eh mein Auto umparken...

Alle Fragen geklärt? Gut. Jetzt aber Extended, wa?

Der Rock-Rant


Beginnen wir mit ein bisschen Publikumsbeteiligung. Welches Problem hat diese Rock-Liste?

LoamRock _ Matthias Langner _ PTQ Berlin, 6. Platz
MaindeckVorschauSideboard
4 Kitchen Finks
3 Ravenous Baloth
4 Sakura-Tribe Elder

3 Darkblast
3 Putrefy
2 Slaughter Pact
3 Damnation
4 Life from the Loam
3 Raven's Crime
4 Thoughtseize
1 Worm Harvest

3 Barren Moor
2 Bloodstained Mire
5 Forest
1 Ghost Quarter
1 Golgari Rot Farm
1 Mutavault
2 Overgrown Tomb
3 Swamp
4 Tranquil Thicket
2 Twilight Mire
2 Wooded Foothills

4 Tarmogoyf
3 Extirpate
2 Imp's Mischief
1 Damnation
4 Seal of Primordium
1 Ghost Quarter


Und wie umgeht diese Liste besagtes Problem?

BitterLoam _ Michael Jacob _ GP Los Angeles, 5. Platz
MaindeckVorschauSideboard
4 Kitchen Finks
4 Tarmogoyf

4 Darkblast
3 Putrefy
2 Slaughter Pact
4 Life from the Loam
3 Raven's Crime
3 Thoughtseize
1 Worm Harvest
3 Bitterblossom
3 Umezawa's Jitte

4 Barren Moor
2 Bloodstained Mire
2 Forest
2 Ghost Quarter
1 Golgari Rot Farm
1 Mutavault
2 Overgrown Tomb
2 Polluted Delta
3 Swamp
2 Tranquil Thicket
2 Twilight Mire
3 Windswept Heath

2 Ravenous Baloth
3 Extirpate
3 Damnation
3 Choke
2 Seal of Primordium
1 Engineered Explosives
1 Pithing Needle


Seht ihr den Unterschied? Er ist subtil, zugegebenermaßen. Aber er ist da. Die Lösung ist: Die Jacob-Version versucht nicht alles auf einmal.

Das ist kein Diss an Matthias, an dieser Stelle könnte prinzipiell jede LoamRock-Liste stehen. (Zumal es auch etwas unfair wäre, Matthias mit dem amtierenden US-amerikanischen Meister und Team-Weltmeister zu vergleichen.) An der Liste ist auch grundsätzlich nichts auszusetzen, ganz im Gegenteil. Für eine reguläre LoamRock-Liste ist sie außergewöhnlich gut gebaut, was Matthias' Top 8-Platzierung auch unterstreicht. Nein, LoamRock hat ein konzeptuelles Problem: Der Irrglaube, dass man das Deck soweit tunen könne, dass man damit jedes Deck im Format schlagen kann.

LoamRock ist prinzipiell ein Deck, das jedes Deck im Format überrollen kann... solange es die richtigen Karten fürs richtige Matchup zieht. Daraus jedoch ein gutes Matchup gegen alles ableiten zu wollen, ist schlichtweg verkehrt! Diese Denkweise ist weit verbreitet. Sogar eine anerkannte Rock-Koryphäe wie Artie Heinrich bescheinigt auf PlanetMTG der Loam-Rock-Liste von Matthias auf PlanetMTG ein gutes Matchup gegen Aggro und Combo. Das gute Aggro-Matchup glaube ich unbesehen, wenn ich mir die Removal-Suite so ansehe. Aber woher soll bitte das gute Combo-Matchup kommen? Von den sieben Discard-Spells im Maindeck? Was macht LoamRock denn gegen TEPS, wenn es statt Thoughtseize Darkblast zieht? Auch gegen Elfen braucht man schon das Darkblast oder eine frühe Damnation, denn von Putrefy oder Thoughtseize lassen sich die kleinen Spitzohren nur bedingt aufhalten. Das gleiche Problem stellt sich natürlich auch anders herum. Der Thoughtseize/Raven's Crime-Draw beeindruckt Zoo eher nicht so. Allgemeiner formuliert, so als Merksätzchen zum Einrahmen:

Versuche in diesem Format alle Decks zu schlagen und du wirst genau gar kein Deck schlagen.

LoamRock wird deswegen in seiner momentanen Form immer das 50:50-Deck bleiben, außer man metagamed es hart. Und genau hier liegt der Knackpunkt: Wieso sollte man so ein Deck spielen wollen? Ein Bekannter meinte zu mir vor einigen Tagen im ICQ, er werde auf den nächsten PTQs auf jeden Fall LoamRock spielen, weil seine Liste 55:45 gegen das Feld habe. Ich habe ihm nur viel Spaß beim 4-3 gehen gewünscht...

So funktioniert modernes Constructed Magic nicht. LoamRock wird oft von Spielern gewählt, die keine Risiken eingehen bzw. keine schlechten Matchups akzeptieren wollen. Doch diese ängstliche Denkweise führt nirgendwo hin.

Die Turnier- bzw. Preisstruktur von Magic ist prinzipiell top-heavy, das heißt, Mut zum Risiko wird eher belohnt als eine konservative Herangehensweise. Ich gehe in der PTQ-Season lieber dreimal in Folge 0-2-Drop und hole mir im vierten Anlauf den Slot, als viermal am Stück 4-3 oder 5-2 zu gehen. Ist auf der Pro Tour übrigens nicht anders: Ein PT-Sieg und drei Finishes außerhalb der Top 200 bringen mehr Geld und Pro-Punkte als vier Top 32-Finishes. Wenn wir im momentanen Extended von sieben "echten" Decks ausgehen, auf die man vorbereitet sein muss (MonoU, Elfen, Zoo, Burn, Affinity, TEPS, Rock), dann habe ich, was die Matchups angeht, lieber einmal 80:20, zweimal 70:30, einmal 50:50, zweimal 30:70 und einmal 20:80 als sieben Mal 50:50, weil ich so das Glück haben kann, mehr gute als schlechte Matchups zu erwischen und dadurch realistischer eine Top-Platzierung erreiche. Klar ist es auf diese Weise auch viel wahrscheinlicher, dass man mit seinem Deck zweimal in Folge das schlechte Matchup erwischt und mit 0-2 aus dem PTQ scrubbed – aber das heißt nicht, dass die Deckwahl nicht korrekt war. Denn von einem 4-3 kann man sich genauso wenig kaufen. Denkt daran, euer Ziel ist nicht, nach Hause zu kommen und zu sagen: “Mama, ich hätte es fast in die Top 8 geschafft!” Euer Ziel ist es, nach Hause zu kommen, mit dem verdammten Ticket nach Honolulu zu wedeln und euch dann zu entscheiden, welches (oder für die Profis: Wie viele ) Mädchen ihr nach Hawaii mitnehmt.

Deswegen ist das traditionelle LoamRock eigentlich das richtige Deck für genau niemanden. Überdurchschnittlich gute Spieler sollten lieber zu einem Deck wie MonoU oder Elves greifen, mit denen man den Gegner besser ausplayen kann und mit dem man auch mehr gute Matchups hat. Ein unerfahrener Spieler sollte lieber ein leichter zu pilotierendes Deck spielen, das auch größere Möglichkeiten bietet, es sich richtig reinzulucken – All-In-Red ist das Paradebeispiel, aber auch Affinity oder TEPS wären in diesem Falle bessere Alternativen.

Indem ihr LoamRock zum PTQ mitnehmt, beraubt ihr euch außerdem einer potenziellen Edge, die ihr erlangen könnt, wenn ihr aufmerksam seid: Dem Lesen des Metagames. Von den sieben Extended-Decks, die wir betrachten, wird ja nicht jedes zu gleichen Anteilen gespielt. Das heißt, wenn ihr ein Deck findet, das gegen die häufiger gespielten Archetypes (also vor allem MonoU, Elfen und LoamRock) ein gutes Matchup hat und dafür gegen die restlichen Kandidaten nicht so gut aussieht, dann seid ihr weitaus besser dran, als wenn ihr zu LoamRock greift, dem das Metagame einfach fett egal ist, weil es ohnehin 50:50 gegen alles hat.

Kommen wir nochmal zurück zur Liste von Michael Jacob. Warum genau ist diese Variante eine bessere Wahl? Die Antwort findet sich in diesen Karten:

3 Bitterblossom
4 Tarmogoyf
3 Umezawa's Jitte

Durch diese Veränderungen erhält sich Jacob die Möglichkeit, es sich Rock-typisch mit dem richtigen Draw reinzulucken, aber er hat auch Optionen, wenn das nicht klappt! Wenn Jacob nicht die richtigen Antworten findet, kann er einfach mit der Bitterblüte oder dem Goyf in die Offensive gehen und die Fragen stellen. (Kitchen Finks sind ebenfalls nützlich für diesen Zweck.)

Generell ist es ja so im Extended, dass man einen von zwei Plänen verfolgen sollte: Entweder man spielt unübertroffen universale Antworten, sprich Counter. Oder man stellt einfach selbst die Fragen, wie es die Aggro- und Combo-Decks tun. Andere Ansätze sind zwangsläufig zum Scheitern verurteilt, weil das Format sehr divers ist und daher voneinander sehr verschiedene Problemlösungen erfordert, die man aber niemals alle zuverlässig in einem Deck versammeln kann.

Mit dem Release von Conflux denke ich allerdings, dass die GB-Variante von JacobRock outdated ist, da man nunmal zwingend Knight of the Reliquary als zusätzlichen Beater integrieren möchte. Folgende Liste, wenn auch ohne Sideboard, habe ich bereits letzte Woche gezeigt:

Jacob Rock/w
MaindeckVorschauSideboard
4 Bitterblossom
3 Kitchen Finks
4 Knight Of The Reliquary
4 Tarmogoyf

3 Darkblast
3 Path To Exile
3 Umezawa's Jitte
4 Life From The Loam
3 Raven's Crime
3 Thoughtseize
1 Worm Harvest

2 Snow-Covered Forest
1 Snow-Covered Plains
3 Snow-Covered Swamp
4 Barren Moor
2 Bloodstained Mire
1 Ghost Quarter
1 Godless Shrine
1 Treetop Village
1 Overgrown Tomb
2 Polluted Delta
1 Temple Garden
2 Tranquil Thicket
4 Windswept Heath

4 Kataki, War's Wage
2 Ravenous Baloth
1 Kitchen Finks
3 Extirpate
3 Choke
1 Path to Exile
1 Engineered Explosives


Mit dem Knight hat man also nun effektiv 15 schnelle Beater, wenn man die Finks mit einrechnet. Das Deck verfügt auch über weitere Stärken gegenüber dem regulären LoamRock. Zum einen leisten Tarmogoyf, Bitterblossom, der Ritter und die Finks nicht nur in der Offensive, sondern auch in der Defensive gute Dienste, wodurch das Deck um einiges flexibler wird. Außerdem spielt sich das Deck nicht so klobig wie das reguläre LoamRock, weil die Hand nicht so oft von nutzlosen Antworten verstopft wird. Der Weiß-Splash erlaubt außerdem Zugriff auf das sicke Path to Exile sowie nette Sideboard-Choices wie Kataki. Der größte Vorteil ist aber: Wenn der Gegner die Life from the Loam-Engine angreift (in der Regel mit Relic of Progenitus oder Extirpate), ist man längst nicht so kaputt wie LoamRock, weil man in vielen Fällen bereits Präsenz auf dem Board hat. LoamRock muss diese Präsenz erst mit dem Loam finden! Darüber hinaus ist JacobRock nicht so anfällig gegen Karten wie Pyrostatic Pillar oder Sulfuric Vortex, weil man hiermit tatsächlich die Aussicht hat, gegenzuracen.

Ich hab das Deck leider noch längst nicht ausführlich genug getestet, um verlässlichere Angaben machen zu können. Ich bin mir nicht mal sicher, ob diese Liste wirklich mutig genug ist. Die ohnehin bereits zusammengestutzte Raven's Crime-Engine könnte man beispielsweise ins Sideboard verschieben, entweder zugunsten von mehr Beatern oder mehr Spotremovals. Ich denke beispielsweise darüber nach, Putrefy wieder ins Main zu integrieren, weil Umezawa's Jitte eine der wenigen realistischen Möglichkeiten für MonoU ist, dieses Deck zu schlagen.

Natürlich hat die Jacob-Variante mehr schlechte Matchups als die Control-Variante. TEPS ist beispielsweise fast nicht zu gewinnen; da muss man schon auf verzweifelte SB-Pläne wie "Extirpate auf Rite of Flame in der Kombo" und den infamous Jhessian-Lookout-Beatdown (Kataki) zurückgreifen. Aber das ist vollkommen OK, immerhin steht man mit der Liste sehr viel besser gegen MonoU da. Ich glaub, ich weiß, welche Variante ich da vor einem PTQ eintüten würde...

Das wär's für diese Woche. Ich muss jetzt packen, denn wenn ihr das hier lest, werde ich bereits seit zwei Tagen in Holland sein (Futur II gehört abgeschafft). Ich verbinde den Rotterdam-GP mit einer Holland-Rundreise mit meiner Freundin, so entgehe ich dem lästigen Jetlag...

Wünscht mir Glück, denn nach dieser Woche werde ich ein Moneyfinish gut brauchen können

Wir sehen uns dort!

Flo

P.S.: Um den Comments vorzugreifen: Mir ist natürlich klar, dass  LoamRock NICHT streng 50:50 gegen jedes Deck im Format hat, da das auch sehr stark auf die jeweilig pilotierte Version ankommt. Der Wert dient nur zur Vereinfachung.

8 Kommentare

 
  #1Sebastian Abresch20.02.2009 - 00:32
Saulustiger Artikel... zumindest der Road-Trip. Danach wurde es mit Decklisten und Magic-Blabla so fad, dass ich aufgehört habe. :D

(Was ein großes Lob ist, eigentlich.)
 
  #2Ashraf Abou Omar20.02.2009 - 05:28
Mir hats gefallen, Flo i hoffe du bist in Rotterdam? Ansonsten geb ich dir spätestens nächste Woche nen Deck was du im Süden sicher ganz gut pilotieren kannst, gucke ich mir die Top8 von Ludwigsburg an könnte i schreien, 7 Matchups die im guten Bereich sind !
Limited wird ja eh nichts in Rotterdam, i prophezeie mir mal 4-5 Drop! Also ab zum PTQ an Day II =)
 
  #3Lukas Fesca — blub20.02.2009 - 11:57
das was der artikel vordergründig ausdrückt oder bereitstellt an decktech (z.B.) oder ähnlichem ist nicht so das ware, aber die message die dahinter steht hat mna bzw ich noch nicht so oft gelesen und ist aber essentiel für JEDES gut metagame.


Aber mal ehrlich:

Du hast den Roadtrip nur erfunden um den Artikel zu füllen^^
 
  #4Mathias Passin — Haha20.02.2009 - 13:54
Ob ausgedacht oder nicht, einfach ein super Artikel!
 
  #5Andreas Pischner — allesandi.wordpress.com20.02.2009 - 14:01
Drei wunderschöne Frauen, viel Alkohol, und nichts passiert... naja, einen EB hat die Szene ja schon, da kann man es ja mit dem ungekehrten Image versuchen...

Zum Thema: Du schenkst meiner Ansicht nach dem Faktor des individuellen Könnens zu wenig Beachtung. Zwar schreibst Du, dass man mit Elfball z.B. mehr Möglichkeiten hat, den Gegner auszuspielen, aber bei entsprechender Einarbeitung in einen Decktyp ist das eigentlich fast immer der Fall, selbst bei "stumpfen" Aggrodecks.

Matchup-Percentages beziehen sich immer auf "typische" Versionen der Decks, die von "typischen" Spielern weitgehend fehlerfrei, aber ohne besondere geniale Momente gespielt werden. Damit bilden sie nicht mehr als eine analytische Basis. In der Praxis spielen zahlreiche andere Faktoren noch eine Rolle.

Gehen wir nun einmal also davon aus, dass ein Spieler sich weit überdurchschnittlich vorbereitet hat und/oder besonderes Talent besitzt. Dieser Spieler kann in jedem Matchup dann noch ein paar Prozentpunkte mehr Siegchance extra herauskitzeln. Warum sollte er dann das Deck mit den 70/30 und 30/70 Matchups nehmen, an Stelle von dem mit den 50/50 Matchups? Je besser ein Spieler ist, desto weniger hat er den Gamble einer extremen Deckwahl nötig. Je schlechter er ist, desto mehr muss er auf eine Serie von lucky Matchups mit Autowins hoffen.
 
  #6Andreas Pischner — allesandi.wordpress.com20.02.2009 - 16:12
So, Du hast es geschafft: Ich habe das Ganze noch einmal ausführlich auseinander klamüsert. Guckst Du hier:

http://magicthegatheringblog.wordpress.com/2009/02/20/die-top-oder-flop-strategie/
 
  #7Jürgen Stephan20.02.2009 - 18:00
du hast die sache mit den nur-noch-für-6-km-sprit-im-tank-und-oh-ich-bin-an-der-tankstelle-vorbei-gefahren vergessen. :)
 
  #8Matthias Langner21.02.2009 - 13:50
Was ich in Berlin gespielt habe, war die Metagame-Version vom Rock, nur eben ohne die große Menge an Tieren.
Wir sind von Elfen, Feen/Zauberer, Zoo und Affinity ausgegangen, gegen 3 von diesen Decks will ich zeitnah ein Massremoval haben und nur gegen blaue Karten lohnt sich die Bitterblossom. Die hätte eigentlich auch ins Board gehört.

Deine Grundaussage ist ja richtig, nur bedeutet die Metagame-Version eben nicht mehr Tiere für den Luck-Out zu spielen.
Btw. sind Tarmogoyf und der Knight nicht so prall gegen Relic of Progenitus.

Momentan denke ich an Troll-Ascetic plus Jitte Maindeck und Bitterblossom Sideboard, oder bei der harten Control-Variante ein Transforamtionssideboard um gegen blaue Karten ordentlich Betrieb machen zu können.
 

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