|
|
|
Oder – Pauper-Magic auf den Shards.
Hallo hier mal wieder auf MagicUniverse. Heute soll es sich mal wieder um Pauper-Magic und die neue Vielfarbigkeit der Shards of Alara drehen. Bereits vor einiger Zeit veröffentlichte ich auf diesen Seiten einen Artikel über Pauper-Magic, in dem ich das Format kurz erklärte. Wem der Betriff Pauper-Magic so gar nichts sagt, dem sei dieser Einstieg an Herz gelegt: (Pauper-Magic: Lorwyn-Tribes).
Für die ganz Ungeduldigen unter Euch hier eine kurze Zusammenfassung: Im Format „Pauper“ dreht es sich um Budget-Decks, die ausschließlich aus Common-Karten bestehen. Da die Common-Karten sozusagen das Rückgrat für die verschiedenen Mechaniken unterschiedlicher Editionen darstellen, ermöglicht das Pauperformat ein abwechslungsreiches Spiel. Pauper-Magic spielt man für gewöhnlich in zwei verschiedenen Formaten, die sich besonders bei Magic Online durchgesetzt haben: Standard und Classic. Im Standard-Format dürfen nur Karten verwendet werden, die im aktuellen Standard-Format (also die letzten zwei Blöcke plus die aktuelle Grundedition) Common-Karten sind, während im Classic alle Karten verwendet werden dürfen, die einmal als Common gedruckt wurden. Darüber hinaus gibt es ein Extended-Format (das seit der letzten Rotation auch ein eigenes Gesicht erhalten hat) und verschiedene Sonderformate (zum Beispiel nur mit Multicolor-Karten oder Singleton).
Weiterführende Grundinformationen gab's im letzten Artikel. Na, alle wieder zurück? Gut, dann begeben wir uns jetzt auf die Shards und untersuchen den Einfluß, den das neue Set auf das Pauperformat hatte.
Manafixing
Wer sich ausschließlich im Standard-Pauper aufhält, der sieht sich mit den Shards of Alara einer gewissen Herausforderung im Manafixing gegenüber. Die Tri-Color-Lands sind alle Uncommon (und stehen damit dem Pauperspieler nicht zur Verfügung), auf den verschiedenen Tribal- und Filterländer aus dem letzten Block prangt sogar das goldene Editionssymbol. Was bleibt?
Nun, Shards of Alara bietet erstaunlich wenig Color-Fixing im Commonbereich. Auf der einen Seite gibt es die Obelisken – die mit drei Mana allerdings auch sehr teuer zu Buche schlagen – auf der anderen Seite die Panoramen. Während man zu Zeiten von "Ravnica – City of Guilds" immerhin die Bounce-Länder und die verschiedenen Signets zur Verfügung hatte (wobei die Signets gleichzeitig Beschleunigung und Fixing übernehmen konnten), kommen wir nun eher langsamer an das wirklich benötigte Mana. Wer sich für Panoramen in seinem Deck entscheidet, der sollte – wie schon in verschiedenen Limited-Artikeln beschrieben – möglichst jene Panoramen verwenden, die eher seltener benötigte Länder (also für eine Splashfarbe) heraussuchen. Wer beispielsweise ein blau-weißes Control-Deck mit einem Splash für ein wenig rotes Removal spielen möchte, der setzt idealerweise das Naya Panomara mit in sein Deck: Blau sollte Eure Hauptfarbe sein (und damit ohnehin genug Inseln im Deck vorhanden sein), während das Naya Panorama beide Nebenfarben (weiß und rot) suchen kann, wenn es drauf ankommt.
Wer seine Manabasis auf noch sicherere Füße stellen möchte, der zieht einfach ein paar Karten aus anderen Editionen für sein Deck in Betracht: Shimmering Grotto beispielsweise, ein Manafixer par Excellence für jedes Multi-Color-Deck. Chromatic Star ist ebenso eine universelle Möglichkeit, während Fertile Ground für grünbasierte Decks in Frage kommt. Darüber hinaus gibt es schlußendlich in so ziemlich jeder Edition im Commonslot irgendwelche Mana-Tiere (von den guten alten Llanowar-Elves über Blightsoil Druid bis zum neuesten Beispiel Druid of the Anima), die aber wiederum größtenteils eher manabeschleunigende Funktionen übernehmen können. Und wer sich mit den Panoramen nicht anfreunden mag oder ohnehin nur zweifarbig spielt, der ist mit Terramorphic Expanse bestens bedient!
Und wozu das Ganze?
Nachdem wir uns Gedanken darum gemacht haben, wie wir unsere Commondecks mit möglichst bunter Manabasis ausstatten können, stellt sich natürlich die Frage nach dem Warum. Lohnt es sich, die eigene Basis derart zu verbiegen, wenn all die guten Rare-Spoiler ohnehin nicht zur Verfügung stehen? Die Antwort: Aber ja!
Immerhin finden sich im Commonslot von Shards of Alara einige sehr gute, mehrfarbige Kreaturen! Unter den Zwei-Mana-Tieren möchte ich an dieser Stelle mal besonders Tidehollow Strix (denn Deathtouch ist im aktuellen Pauper-Standard sehr selten gesät...) und Steward of Valeron hervorheben (der ohnehin eine sehr nette Kreatur ist...). Die Kreaturen, die drei verschiedene Farben in den Casting Costs aufweisen, sind zwar manchmal noch ein bisschen spielstärker – allen voran Carrion Thrash, der doppelt vorhanden gerne mal eine Endlosengine anwirft – allerdings fehlen (zumindest im Standard) die Mittel, um die Kerle auch wirklich zuverlässig im erstmöglichen Zug aufs Board zu bringen.
Etwas uneingeschränkter empfehlen kann ich an dieser Stelle die verschiedenen Mulitcolor-Zaubersprüche aus dem Set. Jeder von ihnen ist für sich genommen stärker als seine Ein-Farben-Gegenstücke und üblicherweise sind sie mit zwei Farben bereits spielbar. Egal ob ihr mit Branching Bolt oder Agony Warp passendes Removal für Euer Deck sucht, mit Hindering Light Euer Control-Deck erweitern wollt oder mit Blightning des Gegners Ressourcen unter Beschuß nehmt – jede dieser Karten kann im richtigen Deck Gold wert sein.
Wie so eine Deckliste mit genügend Manafixing und einigen der besseren Multicolor-Karten aussehen kann, zeigt dieses Esper-Deck:
Das Deck verfügt gleich über sechs Manafixer für die richtigen Farben und spielt mit Hindering Light und Tidehollow Strix auch gleich ein paar Sprüche, die für Buntheit richtig belohnen. Zusätzlich zu diesem Beispiel gibt es natürlich auch im Pauper-Bereich Zoo-Decks, die sich mächtig über den Wild Nacatl freuen. Auch wenn der kleine Kerl keine Doppelländer unter seinen Füßen hat, ist er mit dem richtigen Manafixing rasch ein 3/3er – und den legt man auch im späteren Spiel gerne mal für ein Mana!
Darf's ein bißchen mehr sein...?
Natürlich zwingt auch Shards of Alara niemanden dazu, die Manabasis zu verbiegen und fleißig Multicolor-Sprüche durch die Gegend zu schleudern. Tatsächlich bieten auch die vielen einfarbigen Sprüche des Sets lohnende Ergänzungen für bestehende Decktypen. Werfen wir also einen Blick auf ein paar Decklisten, die in den letzten PDC (Pauper Deck Challenges) zum Einsatz gekommen sind:
An dieser Liste wird schnell deutlich, welche Möglichkeiten die Shards im monoroten Aggrodeck bieten, und welche nicht. Dragon Fodder ist eine gern gespielte Karte: sie passt perfekt in die Manakurve, liefert gleich zwei Chumpblocker und stellt keine weiteren Ansprüche. Bis Time Spiral aus dem Standard herausrotierte, erfüllte diese Rolle meist der Mogg War Marshal. Den lässt Dragon Fodder aber rasch vergessen und hätte ihn bestimmt auch so aus der Liste herausgedrängt: während der War Marshal zwar das Potential besaß, drei 1/1er zu generieren (sich selbst mitgezählt), kostete der Spaß mindestens 4 Mana (denn die Echokosten wollten ja bezahlt sein). Tatsächlich mußte man mindestens vier Mana ausgeben um überhaupt in der nächsten Runde mit zwei 1/1ern angreifen zu können, denn sonst landete der Marshal selbst ja wieder auf dem Friedhof.
Was die Shards wiederum nicht bieten, sind ordentliche rote Removalspells im Commonslot. Während Magma Spray es zumindestens ins Sideboard schafft (seine Anwendungsgebiete sind halt doch zu spezifisch, da man den Gegner nicht direkt anzielen kann), ist Resounding Thunder nirgendwo zu sehen. Während Resounding Thunder im Limited natürlich zu den Waffen der Wahl zählt – und gecyclet auch direkt mehr Potential besitzt – bietet der Lorwyn/Shadowmoor-Block einfach das bessere monorote Removal im Commonslot: Drei Schaden kriegt man dank Lash Out (und Incinerate aus der zehnten Edition) nun mal schon für zwei Mana und mit Flame Jab läßt sich auch potentiell mehr anstellen.
Ein weiteres Beispiel für die Verwendung von Shards of Alara in einem wenig bunten Deck stellt die folgende Deckliste dar:
Wenig bunt? Es ist sogar schwarz-weiß. Genug der Wortwitze. Auch wenn dieses Deck nicht zu den erfolgreichsten seiner Art zählt, zeigt es doch auf, welche Möglichkeiten gerade Bant dem Weiß-Spieler zur Verfügung stellt: Akrasan Squire findet sich in zahlreichen Weenie-Listen wieder – eigentlich in jeder Deckliste, die mal ein praktisches +1/+1 ganz nebenbei für den aktuellen Angreifer brauchen kann. Der ist in diesem Deck übrigens üblicherweise der Mimic – im Pauperformat erhalten die Mimics noch einmal an Stärke hinzu. Und mit Excommunicate findet sich eine der besseren Kreaturenlösungen im aktuellen Format: unkomplizierter als Unmake in seinen Manaanforderungen (na gut, im -Deck mag das egal sein...) stellt es eine gute Ergänzung zum Oblivion Ring dar. Condemn ist ja ärgerlicherweise Uncommon.
Doch nicht nur für das aktuelle Standard-Pauperformat stellt Shards of Alara einige Werkzeuge bereit. Auch Classic profitiert deutlich von einigen Karten, allen voran das Affinity-Deck:
In einigen Formaten des PDC gelten die Artefaktländer übrigens noch als restricted; die Legalisierung des vollen Playsets wird im Moment ausgetestet. Dies ist also nur eine der neuen Varianten (besonders Lightning Bolt findet sich nicht in jeder Sammlung wieder...) aber allen ist eins gemeinsam: Etherium Sculptor ist genau die Karte, auf die das Pauper-Affinity-Deck gewartet hat! Er ermöglich richtig explosive Starts, gerade in Verbindung mit 1CC-Manaartefakten wie Chromatic Star oder Springleaf Drum die ganz plötzlich völlig gratis auf dem Tisch liegen. Für das normale Extended-Affinity vielleicht eine Spur zu langsam, stellt der Sculptor für die Paupervariante genau die Explosivität zur Verfügung, die das Deck auch braucht! Wer noch ein wenig weiter gehen will (einige Versionen dieser Liste habe ich bereits gesehen) der untermauert das ganze noch mit kostenlosen Pyrite Spellbomb oder Aether Spellbomb. Das sich mit Sanctum Gargoyle direkt ein Recycler mit dazu gesellen darf, ist eigentlich nur das Sahnehäubchen auf dem Kuchen.
Das war's mal wieder...
So, als Abriss, welche Möglichkeiten die Shards of Alara dem aktuellen Pauper-Metagame bieten, ist dieser Artikel hiermit am Ende angekommen. Und auch, wenn Ihr Paupermagic nicht kompetitiv spielt, hoffe ich doch, mit diesem Artikel den Ein oder Anderen auf dieses interessante Format aufmerksam gemacht zu haben. Probiert es vielleicht einfach mal aus, es macht Spaß.
Seanchui
|
|
|
| 8 Kommentare | |   |
| #1 | Fried Rathing — Zur letzten Liste | 13.12.2008 - 08:24 |
|
|
möchte ich mich auch nochmal kurz zu Wort melden, weil ich es unter meinem eigenen Artikel auch verschlampt habe:
Auf MTGO ist Pauper (Classic) mittlerweile ein offizielles Format. Erlaubt sind alle Karten, die jemals auf MTGO als Common erschienen sind, mit Ausnahme des Cranial Platings.
Da Wizards aus Prinzip keine Restricted Listen in Formaten führen, in denen nicht alle Karten erlaubt sind, gibt es für Pauper auch keine R-Liste. Daher sind beim offiziellen Format im Gegensatz zum alten, von der Community definierten Format die Artefaktländer legal. Das erhöht die Spielbarkeit von Affinity wesentlich mehr als der olle Sculptor...
Das war erstmal der wichtigste Punkt, den man hätte ansprechen sollen, zum Rest melde ich mich später nochmal...
Oh: Und auch in Pauper hat ein SB nur 15 Karten. |
|   |
| #2 | André Frenzer — Anmerkungen | 13.12.2008 - 11:44 |
|
|
Hallo Fried,
zu meiner Schande muß ich gestehen, dass ich den Aspekt mit den Restricted-Artefaktländern tatsächlich in meiner Ursprungsversion des Artikels (die hier vorliegt) nicht angesprochen hatte. Mein Artikel ist allerdings inzwischen einen Monat alt (deswegen ist auch die Deckauswahl, die ja zumindestens um Blightning Burn hätte erweitert werden können, wenn es das Deck in der Form damals schon gegeben hätte, nicht wirklich up-to-date).
Es gibt allerdings - gerade nach Deinem hervorragenden Primer auf PMTG - eine leicht überarbeitete Version meines Artikels, in der ich auch einen Satz zu der Restricted-Sache eingebaut habe. Leider hat die Redaktion aber nicht die überarbeitete Version genommen, ich sollte irgendwann mal damit anfangen, direkt bis zum Ende gedachte Artikel einzureichen, das würde Allen die Arbeit erleichtern.
Den Sculptor halte ich allerdings nach wie vor nicht für "olle", sondern für eine echte Bombe im Pauper-Affinity.
PS: bei dem SB im letzten Deck habe ich mich offensichtlich verschrieben, mea culpa...
PPS: Jetzt sind auch meine Korrekturen im Artikel, vielen Dank, MU-Redaktion. |
|   |
| #3 | Sebastian Binder — Erste Liste | 13.12.2008 - 14:00 |
|
|
Wieso gibt es bei der ersten Liste 5 Recumbent Bliss? (4 im Mainboard 1 im SB)
Secret tech? |
|   |
| #4 | Florian Reiter | 13.12.2008 - 14:16 |
|
|
Ich fand den Artikel eigentlich ganz nett, auch wenn ich die meisten Decklisten reichlich komisch fand, aber das ist ja nicht wirklich deine Schuld, nehm ich an. Ich hab genau ein Pauper-Turnier gespielt in meinem Leben, da hatte ich ein UB Control mit Evincar's Justice, aber ich hab die ganze Zeit gegen die Affinity-Decks eingefoldet, weil die Scales of Chiss-Goria (oder so ähnlich) hatten Aber dieses T2-Pauper sollte ich auf MODO dringend mal ausprobieren |
|   |
| #5 | Fried Rathing — Wieder da | 13.12.2008 - 16:16 |
|
|
Hi! Danke für das Lob!
Was ich mit "olle" sagen wollte, ist dass der Sculptor kein "Boost" für das Affinity Deck ist, sondern dass es das Deck vor circa einem Monat halt einfach noch nicht gegeben hat (bis auf ein paar Testballon-Turniere).
Die PDC-Community steht dem offiziellen Format halt auch sehr gespalten gegenüber, ich weiß jetzt nicht, in wie weit das "neue" Format tatsächlich angenommen wird. Eventuell wird die Bannedliste auch nochmal geändert, mal sehen.
Egal, mehr zu der Liste:
Die wichtigste Karte für's Affinitydeck aus Shards ist mMn der Glaze Fiend, der wirklich brokene Sachen machen kann.
Dann gehören in eine Scultor-Affinity Liste auf jeden Fall 4 Enforcer und keine Behemoths.
Ansonsten finde ich den Artikel im großen und ganzen OK, nur über ein paar Sachen bin ich gestolpert:
"An dieser Liste wird schnell deutlich, welche Möglichkeiten die Shards im monoroten Aggrodeck bieten, und welche nicht. Dragon Fodder ist eine gern gespielte Karte: sie passt perfekt in die Manakurve, liefert gleich zwei Chumpblocker und stellt keine weiteren Ansprüche."
- Warum brauche ich im Aggrodeck Chumpblocker? Ich will angreifen, nicht blocken...
Zu der B/W-Liste:
"Und mit Excommunicate findet sich eine der besseren Kreaturenlösungen im aktuellen Format"
- Excommunicate ist halt keine Lösung, sondern eine Tempokarte (k. A. wie gut das in dem Deck ist). Wenn nach einer Lösung gesucht worden wäre hätte man Recumbent Bliss oder eine der Inversions aus dem Sideboard nehmen können .
Und bei der Kreaturenauswahl könnte Scarscale Ritual auch folgenden Text haben: Sacrifice a creature: draw 2 Cards.
Ansonsten: Fleißig weitermachen! |
|   |
| #6 | Marcus Malden | 13.12.2008 - 22:55 |
|
|
|
@Sebastian: lol, ich wollte das Bliss aus dem SB in einen Oblivion Ring umwandeln... aber habe es aus offensichtlichen Gründen gelassen. Diese Pauperspieler, die haben einen virtuellen Schoß. |
|   |
| #7 | André Frenzer — Das böse Copy&Paste-Monster... | 14.12.2008 - 08:04 |
|
|
|
...im Maindeck sollten es 3 Recumbent Bliss, 2 Courier's Capsule und 2 Oblivion Ring sein... dann hat man auch nicht so übertrieben viele Karten Main... |
|   |
| #8 | Norbert Distler — Schon jemand aufgefallen? | 15.12.2008 - 18:45 |
|
|
|
Ist schon jemand aufgefallen dass das Affinitydeck nur 55 Karten ohne SB hat? |
|   |
Kommentieren
Da nur registrierten Kunden das Kommentieren erlaubt ist, musst du dich entweder erst einloggen, oder eben erst registrieren und danach einloggen. Eine Registrierung ist schnell und schmerzfrei erledigt.
|
|
|
|
| Sie haben 0 Artikel |
| im Werte von 0.00 € |
| im Warenkorb abgelegt |
| |
|