Schnupperecke 15.07.2008  
  Tribal Constructed Birthday
von Sven-Oliver "Hippy" Piegsa
6,75 Punkte  
9 Kommentare  

Tribal constructed mit Tauschen
Oder Peters Geburtstagsturnier




…oder wie 12 Casual-Player sich einen äußerst amüsanten Abend machen.

Vorraussetzungen war für die geladenen Gäste, jeweils für einen aus einem Beutel gezogenen Tribe ein Deck zu basteln. Dabei sollte beachtet werden, dass mindestens 20 Kreaturen dieses Typus eingebaut werden mussten. Es durfte ein Sideboard mitgebracht werden (was sich später noch als Problem erweisen sollte). Mit diesen Decks bestritt man nun sein erstes Spiel, Best of Three, und von da ab wurden die Decks zufällig an die Spieler verteilt, wieder mittels des ominösen Beutels.

Erste Hürde war also der Deckbau mit teilweise selbst für uns Casual-Koryphäen recht selten gespielten Stämmen. Größte Exoten waren zum Beispiel Hunde (es gibt 31x "Hound"), Schlammwesen (12x Oozes) oder Krokodile (7x Crocodiles). Die Hunde wurden schließlich gekippt, da der, der sie gezogen hatte, gar keine Karten mehr besitzt und auf meinen Pool angewiesen war, und ich irgendwie nicht bereit war, mir jetzt überall auch noch Hunde zu ertauschen, also bekam er, übrigens unser alter Bekannter Felix "ich-spiele-jetzt-nur-noch-Dungeon-Twister" Groschke, von mir ein Ninja-Deck.

Da die Decks schon sehr lange bekannt waren, konnte man schon im Vorfeld das ein oder andere Stadium des ein oder anderen Decks im Litfass begutachten, nicht ohne Kommentare zu ernten wie: "Du hast gut reden, du Sack, du hast ja auch Goblins!" - die ich tatsächlich gezogen hatte, und damit sehr gut gefahren bin.  Nun aber zum Turnier.

Noch vor der ersten Runde mussten wir, das heisst Matthes, mein Brüderchen Marc und ich, feststellen, dass überhaupt keine anderen Kreaturen außerhalb des gewählten Stammes erlaubt waren. Toll, also noch schnell in den anderen zum Glück mitgebrachten Decks gestöbert und Ersatz gesucht für meine lustigen Stenchskipper und die Cabal Slaver. Aber auch Matthes und Marc hatten mit der Regel nicht gerechnet, so stand das ja auch nicht explizit in der Einladung, egal.


Die erste Runde wurde ausgelost und ich bekam es mit Hydren (9x Hydra) zu tun. Olli spielte schwarz- rot, mit jeder Menge Removal. Unter anderem, was mich etwas aus der Reserve lockte, auch mit Tsabo's Decree. Auf dem Tisch blieb außer Ländern ungefähr nichts liegen, weil wir beide lustig "umherremovalten", bis ich dann die Wort, Boggart Auntie nach zweimaligem aus-dem-Friedhof-holens, auf dem Tisch hielt, die dann das Spiel zu meinen Gunsten wendete. Das zweite Spiel ging etwas schneller über die Bühne, da ich auch noch Engineered Plague und Extinction sideboarden konnte. Für das erste Spiel hatten wir eine Stunde, für die folgenden nur noch eine Halbe, da wir ja elf Spiele zu erledigen hatten.

Zweites Spiel - ich bekomme wieder meine Goblins (223x Goblin *hust*) zugelost, wie auch im dritten und im sechsten Spiel. Alle diese Spiele gingen klar an die kleinen Grünhäuter. Wobei sie die Diener (39x Minion), die Mondvölker (14x Moonfolk) und die Eichhörchen (2x Squirrel *hust*) zerbröselten. Es zeigte sich, dass die Goblins einfach ein zu starker Stamm waren.


Peter machte außer einer Spielerwertung auch eine Deckwertung, die die Goblins auch gewannen, wobei mein Deck für diesen Stamm echt fair war (siehe Deckliste). Zweite wurden hier, und der Genuss mit ihnen zu spielen blieb mir leider verwehrt, Matthes Biester (212x Beast). Im vierten Spiel bekam ich dann das Dämonendeck von Eric, richtig, nur die ganz alten Karten, bei denen die Dämonen (34x Demon) so unverschämte Upkeeps haben. Aber dank Mana satt konnte ich gegen Frank in Runde vier eine Dämonische Horde samt Instill Energy legen, die Frank zur Aufgabe zwang. Im zweiten Match war es Runde fünf mit einem Minion of Leshrac, ausgestattet mit wieder der kleinen, lustigen Verzauberung, die mir den Sieg brachte - natürlich nicht ohne gehöriger Flüche des Gegners.

Die Runde danach war dann nicht mehr so witzig, ich, wieder mit Dämonen, gegen meine eigenen Goblins von Eric gespielt; kurz: Eric pulverisierte mit meinem Deck sein eigenes und gewann nach etwa drei Minuten inklusive Mischen und Sideboarden...

Eine große Freude war dann das Kleriker Deck (202x Cleric), habe ich gedacht... Also hier gab es ein Common–Sammelsurium, aber nicht allererster Sahne. Mit der Top-Karte Mother of Runes einmal im Deck wollte ich schon nach Ansehen des Decks aufgeben. Gut, dass ich es nicht tat, denn Matthes war so screwed, dass ich es mit einem Kleriker-Beatdown zweimal schaffte, ihn kleinzukriegen, lucky Punch.

Ein schönes Deck nach meinem Geschmack war das Diener Deck. Mit einer meiner Lieblingskarten „Boneshredderte“ ich mich zum Sieg, wobei mir natürlich entgegenkam, dass die "En-Kor"-Männer alle nicht schwarz sind.

Die Ninjas (8x), die ich im folgenden Spiel zog, funktionierten auch ganz gut, obwohl die nur mit der Einschränkung zu sehen waren, das dort auch noch Thalakos Seer im Deck waren, die da eigentlich nicht hinein durften. Aber da ich das Deck erst am selben Tag zusammenstellen konnte, war das in Ordnung. Bei mir lief es gut, Thalakos mit Shadow angegriffen, Ninjutsu mit dem Kartenzieher-Ninja für zwei Karten und immer mehr Kleinzeug legen....

Meine zweite Niederlage an dem Abend kassierte ich mit den eigentlich bis dahin gut auftretenden Krokodilen, die gegen die mit Shadow ausgestatteten "En-Kor"-Knilche schlapp machten.

Hier zeigte sich aber das Problem mit dem Sideboard. Denn nicht jeder, der sideboardete, boardete auch zurück, und, weil man die Decks ja tauschte, bekam ich das Deck mit den Win-Optionen wie Overrun im Sideboard. Naja.

Der Abend wurde immer länger und wir tranken auch das ein oder andere Bier, es wurde gekegelt und gegessen. So manches Spiel litt eventuell auch am Alkoholgenuss, besonders bei etwas schwieriger zu spielenden Decks wie dem Mondvolk-Stamm, bei dem man dann doch nicht nur: “Tarfire auf dich, Wort greift an, und, ach komm, noch ein Fodder Launch und Turn!“ sagen musste.

Insgesamt ein sehr schöner Abend, oder fast schon Tag, da wir ja 11 Runden spielten, besonders für mich, da ich 9–2 ging und das Turnier für mich entscheiden konnte. Das mit dem Sideboard sollte man bei dieser Form mit dem Decktausch überdenken, obwohl die Idee nicht schlecht ist, da es doch recht abwechslungsreich ist.

Bei den Tribes würde ich eine Banned Liste einführen, da Goblins zu stark waren. Elfen (zu viele zum Zählen) hatte keiner gezogen, die hätten aber wahrscheinlich auch alles gerockt. Eventuell könnte man auch über ein Karten-Banning überlegen für so Sachen wie Tsabo's Decree, Extinction oder Engineered Plague, da die schwarzen Tribes doch schon einen Vorteil haben. Das sich das aber relativiert, sah man an dem zweiten Platz der Biester, ganz knapp hinter den Gobbos.

Das ich im Übrigen nicht mehr viel über die späteren Spiele geschrieben habe, mag eventuell daran liegen, dass Peter uns mit Bier Brause abfüllte, vielleicht in der Hoffnung, so bessere Chancen zu haben.

Aber noch mal vielen Dank Peter, das war echt ein toller Abend. Und dass du jetzt eine ausgestopfte Thieving Magpie geschenkt bekommen hast, ist doch auch ein Knaller. Mehr solcher Fun-Turniere ist doch lustiger als immer nur draften...

wünscht sich, der
Hippy...

Ach ja, meine Deckliste:

Goblins
MaindeckVorschauSideboard
4 Knucklebone Witch
4 Wort, Boggart Auntie
4 Frogtosser Banneret
4 Mogg Fanatic
4 Mad Auntie
1 Weirding Shaman
4 Boggart Harbinger
2 Boggart Mob

4 Warren Weirding
4 Boggart Birth Rite
4 Tarfire
3 Fodder Launch

4 Auntie's Hovel
3 Graven Cairns
3 Blood Crypt
2 Badlands
1 Volrath's Stronghold
4 Swamp
3 Mountain
4 Engineered Plague
4 Extinction
3 Boiling Seas
2 Stenchskipper
2 Cabal Slaver



(* Stenchskipper und Cabal Slaver durfte ich ja leider nicht spielen…)

MM

9 Kommentare

 
  #1Andreas Pischner — zeromant.wordpress.com15.07.2008 - 01:09
Äääh... und das hat Euch Spaß gemacht?

(Kopfkratz)

Naja, jedem seinen Fetisch...

Engineered Plague etc... zu erlauben, ist in diesem Format natürlich geistreich. Aber: Wenn schon - warum noch mal sind sie dann im Sideboard, und nicht gleich im Hauptdeck?
 
  #2Thomas Jungmann — Also mal ehrlich15.07.2008 - 10:16
DAS FOrmat hätte MIR keinen Spaß gemacht. Mit Gobos Squirrels einzustampfen kann echt nicht so SPaßig sein. Da müssten die Lorwyn-Tribes echt raus, oder die kleinen Tribes (sind Squirrels ein "Tribe"?) raus. Hatte eigentlich jemand Rebells???
 
  #3Marcus Malden15.07.2008 - 10:47
Ich finde es gut, dass man die Erfahrungen aus diesem Geburtstag mitnehmen kann, welche Probleme das Format hat, bzw. was man beachten sollte - denn insgesamt macht es schon Spass.
Einen Punkt hat Hippy noch nicht angesprochen: Peter hat die Changelings explizit ausgeschlossen, was es besonders für das Squirrel-Deck schwierig gestaltete, auf die erforderliche Anzahl von Karten zu kommen.

Mit ein Grund war natürlich die bereits angesprochene Auswahl der Tribes. Goblins, Elfen und Clerics sind eine andere Liga als Minions, Sharks oder Hounds. Da würde ich bei einem zweiten Termin stärker auf die unterrepräsentierten Tribes setzen, die um die 30 Karten haben.
 
  #4Ernst Gruber — Also15.07.2008 - 12:16
ich fand den Artikel amüsant. Kann mir das ganze auch recht lustig vorstellen.

Die "guten" Tribes(Elven, Gobbos) und die mit zu wenig Karten sollte man dann doch streichen.

Das Sideboard würde ich weglassen. Das macht bei Casual sowieso wenig Sinn und verzögert nur.
 
  #5Andreas Pischner — zeromant.wordpress.com15.07.2008 - 12:32
Für solche Späße mit Decks auf sehr unterschiedlichem Power Level eignen sich übrigens Auktionsformate gut.

Naja, und was Deckbau- und Banningsregeln angeh, kann man sich ja zum Beispiel am Tribal-Format auf MTGO orientieren.

Es ist ja auch im Casual nicht so, dass da ein paar angetrunkene Höhlenmenschen alles von Null ab erfinden müssen - es gibt ja durchaus schon Ideen, an denen man sich orientieren kann!
 
  #6Jörg Gardill — naja...15.07.2008 - 13:05
Ich stimme da dem Grundkonsens zu. Es ist schon wünschenswert das die Spiele nicht schon vor dem Mischen vorbei sind, so á la:
"Ich hab die Krokodile und du?"
"Elfen..."
"......gg"

Dazu kann man entweder die sehr starken Tribes ausschließen, dann muss man aber schon ordentlich kürzen. Spontan fallen mir
Merfolk, Elfen, Goblins, Beasts, Elemental und Soldier ein, aber das sind bestimmt nicht alle. Zudem ist zwischen "Ninja" und "Krokodile" einfach immer noch ein Riesen (haha) Unterschied.

Ich halte auch die vom AP ja schon angeregte Auktion in solchen Fällen für sinnvoller (man kann sich ja bei Invitationals etc. an- und abschauen wie so etwas funktioniert).

Davon mal abgesehen finde ich die Möglichkeit auf ein Sideboard im Tribal Format eigentlich sinnlos und das Fehlen einer Banned Liste einen Skandal. Was genau, von Moral oder Blauäugigkeit abgesehen, hält mich denn davon ab ein Deck mit folgender Deckliste zu spielen?
24 Länder
4 Dark Ritual
20 Kreaturen (Tribe eigentlich egal)
4 Engineered Plague
4 Tsabo's Decree
4 Extinction


Also Idee lustig aber Umsetzung klingt nicht sonderlich spaßig. Soviel zum Format. Von dem Artikel hätte ich mir mehr Beschreibungen interressanter Situationen (kamen vielleicht bei diesen Decks einfach nicht vor) gewünscht.
 
  #7Sven Piegsa17.07.2008 - 13:27
Werde bei meinem nächsten Bericht mehr auf solche Situationen eingehen, er wird auch etwas ausführlicher werden. Aber so uninteressant wie sich die ganze Geschichte anhört, wegen der unterchiedlichen Stärke der Decks war es dann doch nicht. Zugegeben, die Spiele mit den Gobbos waren alle schnell vorbei, und haben auch alles gewonnen, bis auf ein unentschieden gegen Mondvölker, aber durch das Tauschen der Decks war zumindest der Kampf um den Tagessieg spannend.
Dadurch, dass die Mondvölker zum Beispiel durch Fastbond und Upheavel oder Sqirrels durch Squirrel Nest und Earthcraft gute Win Optionen hatten, die aber nichts oder nur wenig mit dem Stamm zu tun haben, gab es doch interessante Spiele.
In der Vorbereitung auf das Turnier spielte ich das Goobbo Deck gegen Earthcraft - Nest Combo und gewann in allerletzter Sekunde mit einem Fanatic der ein Token erschoss und einem Harbinger, der sich an 1.000.000 getappten Squirrels vorbeischlich und den Gegner plättete.
Ich denke, wir werden sowas noch mal ausprobieren. Aber ich glaube als nächstes starte ich mal ein Vanguard Turnier, weiß nur noch nicht genau in welcher Form, bin für Anregungen offen...
 
  #8Andreas Pischner — zeromant.wordpress.com17.07.2008 - 22:25
Sorry, aber wenn ich in einem Tribal-Format gegen Earthcraft / Squirrel Nest Kombo anspielen soll, dann verlierst Du mich endgültig!
 
  #9Sven Piegsa — Alles relativ18.07.2008 - 15:42
Wie gesagt, Karten bannen...
Die Combo hat aber nicht viel gewonnen, weil engeniered Plague und ähnliches sie auseinander nahm...
 

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